Zwischen Hamburg-Liebe und Sehnsucht: 11 Tipps gegen Heimweh

© Danae Schröder

Hamburg ist die schönste Stadt der Welt. Da lasse ich auch gar nicht mit mir streiten. Und ich bin wahnsinnig glücklich und zufrieden, diese Perle mein neues Zuhause nennen zu können. Aber ab und zu flammt in meinem kleinen Herzen so ein ganz tiefes Gefühl auf. Das tut ein bisschen weh, lässt mich doll wehmütig und ab und zu sogar etwas traurig werden: Japp, ich rede von Heimweh. Dieses manchmal so schmerzhafte Gefühl von Vermissen, von Gedanken an Vergangenes und der wahnsinnigen Sehnsucht nach was auch immer "Heimat" ist. In meinem Fall sind das Mama, Papa, das kleine Brüderchen, die beste Freundin und die Straßen, die ich 20 Jahre lang hoch und runter gelaufen bin. Und selbst wenn man sich in der schönsten Stadt der Welt befindet, ist es völlig okay, dieses Gefühl zu haben, denn es bedeutet ja nur, dass diese Heimat etwas Schönes und Gutes für mich war und das auch immer noch ist.

Die rund 700 Kilometer, die mich von meinem Zuhause im tiefen Süden Deutschlands trennen, erscheinen endlos. Dabei könnte ich mich jederzeit in einen Zug setzen und in knapp sechs Stunden vor meinem Elternhaus stehen. Manchmal ist das auch die letzte und einzige Lösung – der Heimat einfach einen Besuch abstatten oder vielleicht sogar ganz zurückkehren. Wenn das aber gerade nicht geht und ihr euch aber so ähnlich fühlt, wie ich es gerade tue, dann ist diese Liste vielleicht ein kleiner Trost. Was mir gegen Heimweh hilft und wieso Hamburg eigentlich die perfekte Anti-Heimweh-Stadt ist, das habe ich für euch zusammengeschrieben:

1. Was soll der Geiz, lasst es raus!

Es sagt sich immer so blöd, aber es stimmt einfach – eine Runde heulen, motzen und Co. macht die ganze Situation oft direkt besser. Emotionen zu- und rauslassen tut einfach gut, auch wenn sich das nach einem wahnsinnig esoterischen Spruch anhört. Am besten macht ihr das natürlich mit einem lieben Menschen an eurer Seite, außer es heult sich für euch alleine besser.

2. Eine ordentliche Portion Spätzle essen, oder was auch immer euch an Zuhause erinnert

© Andreas Baur

Für mich als süddeutsche Maus schmecken Spätzle, Maultaschen und Schupfnudeln einfach nach Zuhause und lösen ultimative Heimatgefühle aus. Hier im Norden versteht man von diesen Traditionsgerichten relativ wenig, womit ich auch völlig d'accord bin, denn dafür gibt es ja viele andere Leckereien. Allen, die sich wie ich manchmal nach richtigen Kässpatzn sehnen, geben wir diesen Tipp: Ab mit euch ins Zum Spätzle! In dem rustikal schwäbischen Imbiss werden herzhafte Speisen gezaubert, die echt wie von Oma schmecken. Sogar eine Flädlesuppe (eine deftige Brühe mit Pfannkuchenstreifen) gibt es hier!

3. Mama, Papa, Omi & Co. anrufen

Die Stimmen unserer Liebsten zu hören, kann manchmal wie Balsam für die Seele sein. Denkt also daran, mal öfter bei Omi durchzuklingeln, danach geht es nicht nur euch besser. Und wie gut, dass wir im 21. Jahrhundert leben und Menschen, die weit entfernt wohnen, auch über einen Bildschirm quasi face-to-face zu Gesicht bekommen können: FaceTime, Zoom und Google sei Dank!

4. Einen Lieblingsplatz in der neuen Stadt finden

Klar ist, man fühlt sich nicht komplett wohl und angekommen in einer Stadt, wenn sie einem fremd erscheint. Hamburg ist groß und es kann eine Weile dauern, bis man sich hier zurechtfindet – aber dafür habt ihr ja uns. Um aber wirklich in der neuen Heimat anzukommen, sollte man die Stadt richtig kennenlernen. Dazu gehört auch, zu schauen, wo man sich am wohlsten fühlt. Ist es in den weichen Sesseln des Kinos nahe der Uni, dem kleinen Café in eurer Straße oder auf genau dieser einen Bank am Alsterufer: Sucht und findet euch einen Lieblingsplatz in Hamburg! Dort kann es euch dann immer wieder hinverschlagen, wenn ihr gerade nicht wisst, wohin sonst oder wenn das Heimweh mal wieder kickt. Vertrautes Terrain hilft auf jeden Fall weiter!

5. Den Heimatstadt-"Tatort" gucken

Nichts lieben die Deutschen doch so sehr wie ihren sonntäglichen "Tatort". Und selbst wenn ihr eher Team Anti-"Tatort" seid – den Krimi, der in der Heimatstadt spielt, zu gucken, ist irgendwie schon gagig. Ihr entdeckt dabei sicherlich den ein oder anderen Ort, an dem ihr euch selbst schon herumgetrieben habt, wie eure ehemalige Schule, das Rathaus oder den Supermarkt-Parkplatz um die Ecke. Also traut euch am Sonntag zur Prime-Time mal, das Erste einzuschalten und lasst euch von den mehr oder weniger guten Krimi-Geschichten beschallen.

© Talika Öztürk

6. Erinnerungsfotos anschauen

Wozu haben wir denn immer unser Handy dabei und schießen in allerlei Situationen Selfies, Sonnenuntergangsfotos und lichten unsere Liebsten ab? Ganz sicherlich nicht, damit diese Fotos dann in einem digitalen Album versauern und keine Aufmerksamkeit mehr bekommen. Am schönsten ist es natürlich immer noch, wenn ihr euch eure Top-Erinnerungsfotos ausdruckt und in ein Album klebt. Das Durchblättern eines Buches kann einfach mehr als Swipen, nicht wahr? Außerdem an dieser Stelle auch mal ein Hoch auf die iPhone-Funktion, die kleine Erinnerungsvideos mit Fotos von bestimmten Tagen oder Personen erstellt – lieben wir!

7. Bei bayrischem Biergarten-Flair eine Maß trinken oder doch lieber einen Äppelwoi?

Genau wie Essen bringt auch oft ein Getränk Heimatgefühle in uns hervor. Klar, in Deutschland ist das oft ein Bier. Aber Bier ist nicht gleich Bier: Die Zugezogenen Bayer*innen können ihre Maß hier in Hamburg traditionell in einem Biergarten trinken, die Kölner*innen ihr Kölsch und im Toom Peerstall in der Paul-Roosen-Straße gibt es sogar waschechten hessischen Äpplewoi.

8. In der neuen Stadt mit neuen Menschen connecten

Alles ist besser mit lieben Menschen um einen herum. Deshalb gilt bei Heimweh in einer neuen Stadt: Lernt neue Menschen kennen! Das können wie ihr Zugezogene sein, mit denen ihr die verschiedenen Ecken der Stadt gemeinsam entdecken könnt oder vielleicht sogar Locals, die für euch super Tipps auf Lager haben. So oder so, ihr müsst nicht alleine da durch. 11 Möglichkeiten, wie ihr neue Leute kennenlernen könnt, haben wir hier für euch zusammengetragen. Der brandheiße Tipp aus unserer Redaktion lautet übrigens: Bumble BFF! Denn ja, man kann sich auch Freund*innen einwandfrei herbei swipen.

© Lisa Greis

9. Das Heimweh gegen Fernweh eintauschen und in den Urlaub fahren

Bevor ihr euch zu sehr in das Gefühl des Heimwehs reinsteigert, zieht den Stecker und brecht aus! Oder besser gesagt: Packt euren Rucksack, bucht ein Zug- oder Flugticket und ab gehts. Am besten natürlich in die Entspannung, was auch immer das für euch bedeutet – wandern in den Bergen, ein paar Tage einfach nur am Strand liegen oder Abenteuerurlaub machen. Das sind neue Eindrücke für euch, die euch eventuell mit frischem Kopf zurückkommen lassen. Und vielleicht merkt ihr nach ein paar Tagen woanders, wie gerne ihr die neue Stadt doch habt.

10. Besuch aus der Heimat einladen

Das Bekannte sozusagen ins Unbekannte holen – gemeinsam mit Freund*innen oder Familie die neue Heimat erkunden, kann euch ein ganz anderes Gefühl für die Stadt geben. So entdeckt ihr neue Plätze und Gefühle erstens nicht alleine und fühlt euch zweitens vielleicht eine ganze Spur sicherer dabei!

© Jörn-Peter Boll

11. An die Elbe fahren und einmal kräftig durchatmen

Wie schon angekündigt, gibt es eigentlich keine bessere Stadt, um Heimweh loszuwerden oder gar eine neue Heimat zu finden, als Hamburg. Plötzlich weint man eher, weil das hier alles schön ist und nicht mehr, weil man traurig ist. Und wenn doch, dann verbindet diesen letzten Punkt mit einem der vorherigen: Zum Beispiel an der Elbe stehen und nach Hause telefonieren.

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