Vabbing und Dating: Funktioniert es wirklich, Vaginalsekret als Parfum zu verwenden?

© Ahtziri Legarde | Unsplash

Vabbing auszuprobieren scheint eine natürliche Progression für mich zu sein, denn wenn es um das Testen vorerst absurd scheinender Trends angeht, bin ich immer gern am Start. Erst praktizierte ich Free Bleeding, dann schaute ich ein Jahr keine Pornos und nun habe ich mein Vagninalsekret am Hals. Darum geht es bei dem neuesten viralen Trend nämlich: Teures Parfum wird für das natürliche Produkt aus dem eigenen Keller substituiert. Warum? Weil das vaginale Dabben (dt.: tupfen) Pheromone, auch Sexuallockstoffe genannt, durch die Luft schleudert, was angeblich potenzielle Partner*innen anziehen soll. Lange bevor das Wort Vabbing existierte, hatte ich die kontroverse Praktik bereits ausprobiert, aber dazu später mehr.

Vabbing: Ist es wirklich so gefährlich oder ist das Vagina-Shaming?

© Andi Rieger | Unsplash
Ich glaube kaum, dass eine vabbende Frau zum Hepatitis C Outbreak des Jahres führen wird, relax!

Vabbing ist kein neues Konzept, auch wenn Tiktoker*innen das einen gerade denken lassen. Seit einigen Monaten kursiert auf der beliebten Plattform jedoch der Trend, sich seinen Vaginal-Juice an Handgelenke und Schläfen zu tupfen, um so vermeintlich anziehender für das andere oder gleiche Geschlecht zu wirken. Der Trend ist mittlerweile so viral gegangen, dass sogar die Bild der Frau darüber berichtet. Wenn das jetzt noch eine* Nachrichtensprecherin* live im Fernsehen ausprobiert, wissen wir, der Trend ist tot.

"Gefährlich" sei das, titelt die Berliner Zeitung: "Die Dating-Masche" aka "Finger in die Vagina, Flüssigkeit aufsammeln" würde Infektionen hervorrufen und Krankheiten verbreiten, heißt es weiter. Puh. Als Masche würde ich weder Parfum noch Make-up, noch Shaping-Unterwäsche bezeichnen. Niemand geht ungewaschen und im Kartoffelsack zum Date, egal welchen Geschlechts. Und ich glaube kaum, dass eine vabbende Frau zum Hepatitis C Outbreak des Jahres führen wird, relax!

Aber es ist durchaus sinnvoll, ein paar simple Regeln zu befolgen, wie Tiktokerin @jewlieah gut zusammenfasst: "Vorher duschen oder baden sowie davor und danach Hände waschen, nicht vabben wenn man seine Tage hat oder einen komischen Geruch feststellt (dann ab zur Gynäkologie!) und das Sekret soll man nur an Stellen wie die Schläfen und hinter die Ohren geben." Erschließt sich mir. Was jetzt also genau daran gefährlich sein soll, morgens seine Finger von der Vagina zum Hals wandern zu lassen, um dort ein wenig des eigenen Saftes zu platzieren, jedoch nicht. Vabbing hört sich für mich mehr nach einem harmlosen und witzigen Trend an, der Frauen* einiges an Geld für teure Parfums sparen könnte und weniger nach einer Bazillenschleuder. Ist die Diskussion darüber nichts mehr Vagina-Shaming?

Funktioniert Vabbing wirklich?

@jewlieah ♬ original sound - jewlieah

Vabbing funktioniert laut Eigenauskunft nicht nur für diese Tiktokkerin, auch ich kann aus Erfahrung sprechen. Denn ich hinke diesem Trend mal ausnahmsweise nicht hinterher, scheinbar bin ich der Zeit sogar mal voraus, denn ich habe meinen aktuellen Freund durch Vabbing an Land gezogen. Okay, wahrscheinlich nicht ausschließlich damit, vielleicht hatte meine astreine Persönlichkeit auch etwas damit zu tun. Zugegeben ziemlich betrunken steckte ich vor etwa einem halben Jahr bei einem unser ersten Dates meine Finger ins Höschen und ließ ihn daran riechen. Classy move, ich weiß. Er fand's absolut scharf, mochte mein Eau de Vagine äußerst gerne riechen und tut das bis heute. Ob ich jetzt mit Sekret am Hals durch die Stadt laufen möchte, sei dahin gestellt, aber ein gutes Vorspiel ist das Vabbing allemal!

Mehr sexy Themen

Wieso sind wir so scharf auf Urlaubsflirts?
Die Urlaubssaison ist in vollem Gange und das bedeutet nicht nur überfüllte Flughäfen, volle Strände und Hotels, sondern auch Flirts, so weit das Auge reicht.
Weiterlesen
Versuch: Ein Jahr keine Pornos schauen
Unsere Autorin berichtet über ihren ersten Berührungspunkt mit Sex im Allgemeinen und erklärt, was das mit ihrem Pornoverbot zu tun hat.
Weiterlesen
Zurück zur Startseite