Artvergnügen im März: Diese 11 Ausstellungen solltet ihr nicht verpassen

Die 11 Kunsttipps für den März stehen ganz im Zeichen von moderner und zeitgenössischer Kunst. Und auch wer sich für indigene Kultur interessiert, wird nicht enttäuscht. Zwischen Politik, Gesellschaft, Digitalisierung und Globalisierung bieten euch Künstler*innen und Ausstellungen einen vielfältigen Blick auf unsere Zeit.

1. Dressed. 7 Frauen – 200 Jahre Mode

© Henning Rogge

Vom 19. Jahrhundert bis heute: Die Art und Weise, wie wir uns kleiden, sagt etwas über unsere Kultur aus und damit auch über das Frauenbild. Im Mittelpunkt der neuen Ausstellung im MK&G stehen sieben Frauen, mit deren Kleidung wir auf Zeitreise gehen. Ob Haute Couture, Alltags-, Protest- oder Avantgardemode: So unterschiedlich wie die Lebensläufe, sind auch ihre Kleider!

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) | Steintorplatz, 20099 Hamburg | bis 28. August 2022 | Dienstag – Sonntag: 10–18 Uhr; Montag geschlossen; Donnerstag: 10–21 Uhr | Eintritt regulär 12 Euro; ermäßigt 8 Euro; Donnerstag ab 17 Uhr 8 Euro; unter 18 Jahre frei | Mehr Info

2. Something old, something new, something desired

© Annika Kahrs, Foto: Hans Wulf Kunze

Die bedeutende Sammlung der Kunst der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle zeigt in einer großen Schau ihre neuesten Erwerbungen und Schenkungen („something new“) im Dialog mit wichtigen Arbeiten, die bereits länger die Sammlung bereichern („something old“) und beleuchtet diese mit besonderen Leihgaben, die auf der Wunschliste des Museums für eine dauerhafte Übernahme stehen („something desired“). Von Verständigung und Kommunikation, Abschottung und Abgrenzung, Machtausübung und Protest sowie Utopie und Struktur: Die 50 ausgestellten Künstler*innen beweisen, wie enorm vielstimmig die Kunst der Gegenwart ist.

Hamburger Kunsthalle | Glockengießerwall 5, 20095 Hamburg | bis 18. Februar 2024 | Dienstag – Sonntag: 10–18 Uhr, Montag geschlossen, Donnerstag: 10–21 Uhr | Eintritt regulär 14 Euro; ermäßigt 8 Euro | Mehr Info

3. Sung Tieu: Everything or Nothing

© Sfeir Semler Gallery Hamburg, 2022

In der Sfeir-Semler Gallery habt ihr die Möglichkeit, die Arbeiten von Sung Tieu zu entdecken: Geboren 1987 in Hai Duong, Vietnam, studierte sie hier an der HFBK und am Goldsmiths College in London sowie an der Royal Academy of Arts in London. Im Jahr 2021 wurde sie für den Preis der Nationalgalerie nominiert und gewann den Frieze Artist Award. Das Haus der Kunst in München und Nottingham Contemporary widmeten Tieu im Jahr 2020 jeweils eine Einzelausstellung. 2021 hatte sie eine Einzelausstellung im Kunstmuseum Bonn.

Sfeir-Semler Gallery | Admiralitätstrasse 71, 20459 Hamburg | bis 16. April 2022 | Montag – Freitag: 11–18 Uhr; Samstag: 11–16 Uhr | Eintritt frei | Mehr Info 

4. Wir sind von hier. Türkisch-deutsches Leben 1990.

© Ergun Çağatay

Hamburg, Köln, Werl, Berlin und Duisburg in den 1990er-Jahren und aus Sicht der ersten und zweiten Generation der sogenannten „Gastarbeiter*innen“: Dem Istanbuler Fotografen Ergun Çağatay haben wir die umfangreichste Bildreportage zur türkischen Einwanderung in Deutschland zu verdanken. Bis Mitte Juni könnt ihr mit dem Ausstellungsbesuch in seine Arbeiten eintauchen und mit dem deutsch-türkischen Rahmenprogramm mehr über Ergun Çağatays fotografisches Werk erfahren.

Museum für Hamburgische Geschichte | Holstenwall 24, 20355 Hamburg | bis 6. Juni 2022 | Montag, Mittwoch – Freitag: 10–17 Uhr; Samstag und Sonntag: 10–18 Uhr; Dienstag geschlossen | Eintritt regulär 9,50 Euro; ermäßigt 6 Euro; Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt | Mehr Info

5. Andrzej Steinbach – Modelle und Verfahren

© VG Bild-Kunst, Bonn, 2022

Andrzej Steinbach hat seine erste große institutionelle Einzelausstellung in Deutschland. Es ist seine facettenreiche Herangehensweise an die Fotografie, die die Auseinandersetzung mit seinem Werk so interessant macht. Steinbach begreift die Fotografie nicht mehr als Abbild der äußeren Wirklichkeit, sondern setzt bewusst auf Inszenierungen, um sich gesellschaftlichen Themen zu widmen. Seine Arbeiten sind u. a. vertreten in den Sammlungen des MoMA New York, dem der zeitgenössischen Kunst der Bundesrepublik Deutschland, dem Folkwang Museum Essen und dem Fotomuseum Winterthur.

Kunstverein in Hamburg, Klosterwall 23, 20095 Hamburg | 5. März bis 12. Juni 2022 | Dienstag – Sonntag: 12–18 Uhr | Eintritt regulär 5 Euro; ermäßigt 3 Euro | Mehr Info

6. Eiko Borcherding und Marco Wagner bei Feinkunst Krüger

© Marco Wagner

In der Hamburger Neustadt könnt ihr die Arbeiten von Eiko Borcherding und Marc Wagner bei Feinkunst Krüger besuchen. Beide Künstler verbindet ein großes Interesse an Historischem, an Flora und Fauna, Wald und Wiese. Während bei Wagner die Malerei im Vordergrund steht, konzentriert sich Borcherding auf die Zeichnung.

Feinkunst Krüger, Kohlhöfen 8, 20355 Hamburg | 6. bis 26. März 2022 | Donnerstag und Freitag: 12–19 Uhr, Samstag: 12–18 Uhr oder nach Vereinbarung unter 040-31792158 | Eintritt frei | Mehr Info

7. I Offer You a Journey Without Direction, Uncertainty and No Sweet Conclusion

© Hans Diernberger & Will Saunders

Der Kontrollverlust, der sich mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie eingestellt hat, ist Ausgangspunkt für die Gruppenausstellung in Harburg. Das Gefühl von Unsicherheit und die Erkenntnis, die eigenen Pläne, – private, berufliche, gesellschaftliche – nicht mehr in der Hand zu haben, prägen unser Leben. Zugleich stellen sich die Fragen, ob Kontrolle nicht auch schon vor der Pandemie eine Illusion war und Planungssicherheit ohnehin nur ein Privileg von wenigen Menschen ist. Die Ausstellung zeigt künstlerische Positionen, die sich dem Thema Reise als Moment der Ungewissheit, des Ausgeliefertseins oder Festsitzens nähern. Entdeckt die Arbeiten von: Hans Diernberger, Deniz Eroglu, Linda Nadji, Will Saunders, Adrian Williams und Helena Wittmann.

Kunstverein Harburger Bahnhof, Im Fernbahnhof über Gleis 3 & 4 Hannoversche Straße 85, 21079 Hamburg | 5. März bis 15. Mai 2022 | Mittwoch – Sonntag: 14–18 Uhr | Eintritt frei | Mehr Info

8. „Meistens grundiere ich mit Kreide...“ Emil Noldes Maltechnik

© Nolde Stiftung Seebüll, Foto: Elke Walford

Standet ihr schon einmal in einer Kunstausstellung vor Gemälden und habt euch gefragt, was für Materialien verwendet wurden und Techniken sich hinter dem Werk verstecken? Die aktuelle Ausstellung in der Kunsthalle beantwortet diese Frage anhand von elf Gemälden von Emil Nolde und zeigt, welchen Einfluss Material und Arbeitsweise auf die Bildwirkung hat. Wer also durch die Augen eines*r Restaurator*in auf die Kunst schauen möchte, sollte die Ausstellung nicht verpassen.

Hamburger Kunsthalle | Glockengießerwall 5, 20095 Hamburg | bis 18. April 2022 | Dienstag – Sonntag: 10–18 Uhr, Montag geschlossen, Donnerstag: 10–21 Uhr | Eintritt regulär 14 Euro; ermäßigt 8 Euro | Mehr Info

9. Blitzsymbol & Schlangentanz. Abi Warburg und die Pueblo Kunst

© MARKK, Foto: Paul Schimweg

Auf einer Reise 1895/96 begegnete Aby Warburg der Kunst und Kultur der Pueblo-Gesellschaften und es entstand eine Sammlung an Kunst-, Zeremonial- und Alltagsgegenständen, die er dem Hamburger Museum schenkte. Die Ausstellung präsentiert zum ersten Mal die Sammlung und wirft ein kritisches Licht auf dessen Entstehungsgeschichte. Dabei bezieht das MARKK aktuelle Perspektiven und künstlerische Positionen der Pueblo-Gesellschaften mit ein und thematisiert deren Anliegen, kulturell sensible Inhalte und religiöses Geheimwissen zu schützen und nicht zu zeigen.

MARKK | Museum am Rothenbaum Kulturen und Künste der Welt, Rothenbaumchaussee 64, 20148 Hamburg | 4. März 2022 bis 8. Januar 2023 | Dienstag – Sonntag: 10–18 Uhr; Montag geschlossen; Donnerstag: 10–21 Uhr | Eintritt regulär 8,50 Euro; ermäßigt 4,50 Euro | Mehr Info

10. Inge Krause in der Galerie Mathias Güntner

© Henning Rogge

Neben diesen Farbverläufen werden auch Zeichnungen der Hamburger Künstlerin Inge Krause in der Neustadt präsentiert. Inge Krause hat Pressefotos aus unterschiedlichen Tageszeitungen und verschiedenen Ressorts ausgewählt und abgezeichnet. Dabei verschiebt sie die ursprünglichen medialen Bilder durch ihre Bearbeitung in den Bereich der Imagination. Als Werkblöcke gehängt, ergibt sich ein Archiv des Erinnerns aus Politik, Wissenschaft und Popkultur.

Galerie Mathias Güntner | Admiralitätstraße 71, 20459 Hamburg | bis 2. April 2022 | Mittwoch – Freitag: 12–18 Uhr; Samstag: 12–15 Uhr | Eintritt frei | Mehr Info

11. Lo(l) – Embodied Language

© Christine Sun Kim und Thomas Mader

„Lo(l) – Embodied Language“ vereint künstlerische Ansätze in großformatigen Text-, Sound- und Videoinstallationen und untersucht, wie Sprache, Schrift, Bilder und Töne uns digital verbinden und unsere Lebens- und Arbeitswelten durchdringen. Der Name der Ausstellung entstand aus den Wörtern „L O“ und „Lol“: „L O“ war das erste Wort, das 1969 digital übermittelt wurde. Es sollte Login heißen, doch nach den ersten beiden Buchstaben stürzte das System ab. Hingegen hat sich die Abkürzung „Lol (laughing out loud)“ aus dem Netzjargon fest in der Sprache etabliert und ist Teil einer von Algorithmen geprägten digital body language geworden.

Kunsthaus Hamburg | Klosterwall 15, 20095 Hamburg | 12. März bis 1. Mai 2022 | Dienstag – Sonntag: 11–18 Uhr | Eintritt regulär 5 Euro; ermäßigt 3 Euro; Schüler 1,50 Euro | Mehr Info

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