Theater und Ausstellungen: 11 Kulturevents zwischen den Jahren

Keine Termine, keine Verpflichtungen: Irgendwo zwischen Heiligabend und Neujahr, zwischen Weihnachtsessen und Dinner for One verliert man jegliches Zeitgefühl. Für alle, die „Last Christmas“ und einem weiteren Raclette-Essen entfliehen möchten, haben wir 11 Kultur-Tipps, die euch zwischen den Jahren unterhaltsame Abwechslung versprechen.

1. Silvester im Deutschen SchauSpielHaus: Coolhaze von Studio Braun

© Dorle Bahlburg

Rocko Schamoni, Heinz Strunk und Jacques Palminger: Das ist Studio Braun. Zusammen mit Charlie Hübner in der Titelrolle könnt ihr „Coolhaze“ im Hamburger SchauSpielHaus besuchen. Angelehnt sind Name und Geschichte an Heinrich von Kleists „Michael Kohlhaas“. Studio Braun übersetzt den Klassiker mit viel Ironie und Exzentrik in das Hier und Jetzt: Was bei Kleist der Rosshändler aus Brandenburg ist, wird bei Studio Braun der Motorrad-Dealer aus New York.

Deutsches SchauSpielHaus Kirchenallee 39, 20099 Hamburg Tickets ab 9 Euro Mehr Info 

2. Nolde und der Norden im Bucerius Kunst Forum

© Henning Rogge

Insgesamt 110 Werke hat das Bucerius Kunstform für euch versammelt, damit ihr in den Kosmos von Emil Nolde und der nordischen Malerei eintauchen könnt. 1900 besuchte Nolde die Weltausstellung in Paris und entdeckte dort skandinavische Kunst. Was folgte, war eine Reise nach Kopenhagen und eine intensive Auseinandersetzung mit der dänischen Malerei. In der Ausstellung könnt ihr genau diese Auseinandersetzung anhand der Arbeiten von Nolde und Vertreter*innen wie Georg Nicolai Achen, Anna Ancher oder Vilhelm Hammershøi nachvollziehen. Vielleicht habt ihr von Nolde bereits gehört: Zwar ist er einer der bekanntesten Maler der Klassischen Moderne, jedoch zählt er aufgrund seiner späteren nationalsozialistischen Überzeugung zu den umstrittensten Künstlern dieser Zeit.

Bucerius Kunst Forum | Rathausmarkt 2, 20095 Hamburg | bis 23. Januar 2022 | Täglich 11–19 Uhr; Donnerstag 11–21 Uhr | Eintritt regulär 9 Euro; ermäßigt 6 Euro; montags (außer Feiertags) 6 Euro | Mehr Info 

3. Die Nachttankstelle im St. Pauli Theater

© Oliver Fantitsch

Die Tankstelle um die Ecke ist der Ort, an dem sich die Nachtschwärmer treffen. Es ist der Mikrokosmos für die zahlreichen Gäste, die an Heiligabend dort vorbei schauen: Da ist die Punkerin, der arbeitslosen Seemann, der Philosophieprofessor, der junge Rapper, die aus dem Augustinum entlaufene Seniorin samt der sie suchenden Altenpflegerin, der Betrunkene von der Weihnachtsmannvermittlung, die Prostituierte, die Investment-Bankerin oder gar ein Eisbär.

St. Pauli Theater | Spielbudenplatz 29-30, 20359 Hamburg 27. bis 30. Dezember 2021, jew. 19:30 Uhr Mehr Info

4. Dornröschen in der Staatsoper

© Kiran West

Das Märchen-Ballett zur Musik von Pjotr Iljitsch Tschaikowski gehört zum internationalen Standardrepertoire des klassischen Balletts. Diesen Winter weckt das Hamburger Ballett seine Inszenierung und Ausstattung aus dem Jahre 1974 quasi aus dem eigenen Dornröschenschlaf: Um die Choreografie vor dem Vergessen zu bewahren, bringt John Neumeier „Dornröschen“ als Winterpremiere 2021 nach 14 Jahren in neuen Glanz zurück ins Hamburger Repertoire.

Hamburger Ballett Großes Haus, Dammtorstraße 28, 20354 Hamburg Tickets ab 8 Euro Mehr Info

5. Die Heiße Ecke im Schmidts Tivoli

© Brinkhoff/Mögenburg

Hier am Tresen von Hannelore und ihrer Crew trifft sich ganz St. Pauli: die leichten Mädels und die schweren Jungs, die Tourist*innen vorm Musicalbesuch, die Junggesellen aus der Vorstadt, die es mal so richtig krachen lassen wollen, und die Kiez-Urgesteine, die eigentlich längst die Schnauze voll haben, aber trotzdem nicht loskommen von der schrägsten Meile der Republik.

Schmidts Tivoli | Spielbudenplatz 27-28, 20359 Hamburg | Mehr Info 

6. Die Wunderkammer im Altonaer Museum

© Kristine Thiemann

Wer auf der Suche nach einem Ausstellungstipp ist, der auch Kinder überzeugt, wird im Altonaer Museum fündig. Denn hier gibt es neuerdings eine interaktive Ausstellung, in der Kinder zu Themen wie „Mut und Angst“, „Erkenntnis“, „Glück“ und „Freundschaft“ wundersame, aber auch alltägliche Dinge neu entdecken können. Außerdem dürfen die jungen Besucher*innen selber zu kleinen Kurator*innen werden und die Objekte zu eigenen Ausstellungen arrangieren und dazu ihre Geschichten erfinden.

Altonaer Museum | Museumstraße 23, 22765 Hamburg | Montag und Mittwoch bis Freitag von 10 bis 17 Uhr nur für angemeldete Gruppen; Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr für alle; Heiligabend, 1. Weihnachtsfeiertag, Silvester und Neujahr geschlossen | Eintritt regulär 8,50 Euro, ermäßigt 5 Euro; freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren | Mehr Info 

7. Ein Wintermärchen mit Andreas Ottensamer, Katharina Thalbach und dem Zürcher Kammerorchester

© Maxim Schulz

In „Ein Wintermärchen“ treffen im großen Saal der Elbphilharmonie weihnachtliche Geschichten auf Melodien und Literatur auf Musik. Kaum eine Zeit eignet sich mehr, um innezuhalten und der großartigen Musik und der wunderbaren Stimme von Katharina Thalbach zu lauschen. Denn umsponnen werden die musikalischen Einlagen mit Texten, die einen humorvoll-kritischen Blick auf die Weihnachtszeit werfen und von der charismatischen Schauspielerin vorgetragen werden.

Elbphilharmonie | Platz d. Deutschen Einheit 4, 20457 Hamburg | Tickets ab 26,50 Euro | Mehr Info

8. "Hey Hamburg, kennst Du Duala Manga Bell?" im MARKK

© Karo Akpokiere

Die Ausstellung „Hey Hamburg, kennst Du Duala Manga Bell?“ vermittelt die Themen von kolonialem Erbe und Rassismus. Hier erfährst du mehr über die Lebensgeschichten der kamerunischen Königsfamilie Duala Manga Bell und die Auswirkungen des Kolonialismus auf persönliche Lebenswege, Familien und Gesellschaft sowie die Dynamiken von internationalen Widerstandsnetzwerken. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Graphic Novel „Die Vergangenheit ist ein Weg“ des nigerianischen Künstlers Karo Akpokiere. Hier trifft die Graphic Novel auf historische Archiv- und Fotobestände, zeitgenössische Kunstwerke und auf Objekte der Duala-Sammlung.

Tipp: Bringe deine eigenen Kopfhörer für die Hörstationen in der Ausstellung mit!

MARKK | Museum am Rothenbaum Kulturen und Künste der Welt, Rothenbaumchaussee 64, 20148 Hamburg | bis 31. Dezember 2021 | Dienstag – Sonntag: 10–18 Uhr; Montag geschlossen; Donnerstag: 10–21 Uhr | Eintritt regulär 8,50 Euro; ermäßigt 4,50 Euro | Mehr Info 

9. Pinocchios Nase in Barmbek wachsen sehen

© Sinje Hasheider

Mit jeder Lüge wächst die Nase ein bisschen weiter: Die Geschichte Pinocchios des Florentiner Journalisten und Schriftstellers Carlo Collodi, ist weltbekannt. Im Jungen SchauSpielHaus in Barmbek inszenieren Barbara Bürk und Clemens Sienknecht den großen Klassiker. Ebenso unterhaltsam und musikalisch wie bereits in ihren beliebten Inszenierungen von „Der Zauberer von Oz“ und „Alice im Wunderland“ erzählen sie diesmal die turbulente Entwicklung und die spannenden Abenteuer der hölzernen Puppe.

Junges SchauSpielHaus - Große Bühne Wiesendamm Wiesendamm 28, 22305 Hamburg Premiere 18. Dezember 2021Mehr Info 

10. Die Räuber von Friedrich Schiller im Thalia Theater

© Armin Smailovic / Agentur Focus

Im Winter präsentiert das Thalia Theater einen Klassiker des Sturm und Drangs auf seinen Bühnen: Friedrich Schillers „Die Räuber“ steht unter anderem auf dem Spielplan! Im Drama geht es um die Rivalität zwischen den beiden Brüdern Karl und Franz Moor. Karl ist intelligent, wird vom Vater geliebt und wird später zum Räuber. Franz hingegen ist kalt, unzugänglich und eifersüchtig auf seinen Bruder. Im Verlauf der Handlung verdeutlicht Schiller durch die Weltanschauungen und die Beziehung der Brüder die Zerrissenheit von sowohl Gesetz und Freiheit als auch Verstand und Gefühl.

Thalia Theater Raboisen 67, 20095 Hamburg Tickets ab 7 Euro Mehr Info 

11. Laut, bunt und politisch: Tomi Ungerer in der Sammlung Falckenberg

© Tomi Ungerer Estate/Diogenes Verlag AG, Zürich

Zeichner, Illustrator und Kinderbuchautor: In der Sammlung Falckenberg könnt ihr in das große Lebenswerk von Tomi Ungerer eintauchen. Die Ausstellung hält für euch unveröffentlichte Arbeiten aus dem Frühwerk als auch Vorstudien für Bücher oder Beobachtungen aus seiner Zeit in den USA, Kanada und Südirland bereit. Zeit seines Lebens war Tomi Ungerer politisch aktiv, unternahm Milieustudien in der Hamburger Herbertstraße, verarbeitete zeichnerisch kriegstraumatische Erinnerungen oder erstellte Großcollagen im Spätwerk.

Deichtorhallen Hamburg/Sammlung Falckenberg | Wilstorfer Str. 71 – Tor 2, 21073 Hamburg | bis 24. April 2022 | Jeden Samstag & Sonntag von 12–17 Uhr; Kurzführungen: 13 und 14 Uhr, im Eintritt inbegriffen. Aufgrund begrenzter Teilnahmezahl ist für die Kurzführungen eine Anmeldung an der Kasse vor Ort erforderlich; Heiligabend und Silvester geschlossen | Eintritt regulär: 10 Euro; ermäßigt: 6 Euro | Mehr Info