11 (fast) geheime Bademöglichkeiten in und um Hamburg

Uff, bei der Hitze hilft ja nur Abtauchen! Und weil Schwimmbädern in Hamburg gerne mal so überlaufen sind, wie der Strand am Ballermann 6 in der Hochsaison, gibt es hier ein paar Tipps für (teilweise) relativ unentdeckte Bademöglichkeiten und Geheimtipps für einen Tag am See. Hier kannst Du Deine innere Arielle finden. Aber, bitte, alle für Euch behalten…

1

© Roland Rödermund Vom Steg in den Tonteich hüpfen

Für Freibad- UND Badeseefans: Der Tonteich bei Aumühle hat deshalb so klares Wasser, weil es durch Eisensulfat und Schwefelsäure gespeist wurde. Für die Haut soll das genauso so toll sein wie essigsaure Tonerde. Es gibt keine Fische, weil es denen hier zu sauber ist! Die Stege aus Holz, der Sprungturm und der Kiosk plus Bademeisterhäuschen des Naturfreibads wurden so renoviert, dass sie am Charme der 50er Jahre nichts eingebüßt haben. Einziger Wermutstropfen: Die Liegewiese ist relativ schmal, am besten kommt Ihr ganz früh morgens (das geht schon ab 7 Uhr!) bevor am mittags Heerscharen von Kids und Teens am Start sind. Berühmt ist das Tonteichbad für seine Freibadpommes und das Knoblauchbrot.

Anfahrt: S21 Richtung Aumühle bis Wohltorf, Fußweg ca. 15 Minuten

2

© Greger Ravik via flickr | CC BY 2.0 Zwischen Kiefern am Großensee schlummern

Kennst Du schon die schleswig-holsteinische Dreiseenplatte? Dann wird’s diesen Sommer höchste Zeit. Die liegt bei Trittau im Landkreis Stormarn und besteht aus Mönchteich, Lütjensee und dem Großensee. Hier hast Du die Wahl zwischen eintrittspflichtigem Schwimmbad am Strand – mit Liegewiese, Beachvolleyballfeld, Basketball und Verpflegung mit durch den Kiosk. Wer sich den Eintritt sparen will, macht es sich zwischen riesigen Kiefern am Nordstrand bequem (einfach den kleinen Pfad vom Parkplatz aus nehmen).

So kommt ihr hin: Ab Hamburg Hbf. mit der RB81 bis Rahlstedt und dann weiter mit dem 364er Bus bis Großensee (Hamburger Straße)

3

© The Gentle Temper Plantschen im Garrensee

In einem der ältesten und artenreichsten Naturschutzgebiete der Region liegt der Garrensee. Hat man nahe der Bundesstraße (53.693072, 10.853264) geparkt, spaziert man in wenigen Minuten zum ringsum bewaldeten See. Badelustige werden sich an den drei nördlichen Badestellen erfreuen, für den Rest des Sees gilt ein fast flächendeckendes Schwimmverbot. Erste Anlaufstelle ist der schmale Strand mit angrenzender Liegewiese, von der aus sich ein fantastischer Blick auf die Südseite des Sees bietet. Zieht man weiter südlich, entdeckt man eine Lichtung, die gleichzeitig die schmalste Stelle des Sees markiert. Praktischerweise kann hier zur gegenüberliegenden Badestelle geschwommen werden, wo eine kleine Liegewiese mit sandigem Einstieg wartet. Das urwaldartige Gesamtpanorama des Garrensees zieht nicht nur Schwimmer, sondern auch Jogger und Spaziergänger an.

4

© via pixabay | CC BY 0 Mit Arschbombe in die Bredenbeker Teiche

Die Achtziger haben angerufen und wollen ihr Naturfreibad zurück! Wenn Ihr auch Sommer mit Eurer Kindheit im Freibad verbindet, dann sind die Bredenbeker Teiche bei Ahrensburg genau richtig für Euch. Hier gibt es einen entzückenden kleinen Campingplatz mit Büdchen und Plastikgestühl und Lampions davor – für Bier, Chips, Limo und Eis am Stiel. Der See selbst hat einen kleinen Strand, einen FKK-Bereich, viele kleine Buchten und ein paar breitere Abschnitte mit Wiese. Für Arschbomben ins Wasser gibt es im Hochsommer eine Badeinsel!

Anfahrt: Am besten mit dem Auto; mit den Öffis: S-Bahn bis Ahrensburg und dann am besten auf dem mitgebrachten Rad (ca. 15 min)

5

© Roland Rödermund Etwas Ruhe am Elbstrand: die Hetlinger Schanze

Hör' mal, was da raschelt – am inoffiziellen FKK-Strand geht es zur Sache. Aber diskret! In dem Naturschutzgebiet westlich hinter Wedel sieht man hin und wieder Mann und Mann oder Mann und Frau im Gebüsch verschwinden… aber keine Angst: Man muss sich nicht beteiligen und wen nicht stört, dass irgendwo nicht nur die Schnepfen vögeln, erlebt einen super Ort für Naherholung: Der Strand ist bei Ebbe extrabreit und sieben Kilometer lang und schon, wenn man über den Deich hierher marschiert, erlebt man Urlaubsfeeling und sieht die Containerschiffe vorbeiziehen – sozusagen die gechillte Variante vom Elbstrand Övelgönne.

Anfahrt: Auto oder S-Bahn mit dem Rad bis Wedel, von dort sind es dann noch mal 15-20 Minuten

6

©  Timothy Meinberg via Unsplash Ganz versteckt baden im Krebssee

Hier ein echter Geheimtipp! So geheim, dass man ihn nicht auf Anhieb findet. Der Krebssee in Lehmrade liegt total versteckt, vom Parkplatz geht es noch mal eineinhalb Kilometer durch übers Feld und durch den Mischwald. Aber dann hat man eine paradiesische sandige Badestelle am Ostufer gefunden – da bekommt das Wort waldbaden eine ganz neue Bedeutung! Durch den hohen Kalkgehalt ist das Wasser türkis – und es gibt hier heute noch, daher der Name, Flusskrebse. Und, auch sehr hübsch: Der Seerosenteppich am Westufer des kleinen Sees.

Anfahrt: Mit dem Auto, der See ist nicht direkt zugänglich, nächster Parkplatz ist „Tiefe Kuhlen“

7

© fischerexpress via flickr | CC BY 2.0 Ein ruhiges Plätzchen am Schaalsee suchen

Hier verbringt man am besten den ganzen Tag: Der Schaalsee, Teil eines wunderschönen Biosphärenreservates, bietet jedem etwas: Es gibt klitzekleine Geheimplätze mit Stegen (zum Beispiel östlich des Strandbads von Zarrentin), herrlich altertümliche Fischbuden, kleine Inseln, zu denen man rudern kann und größere Strände und Freibäder. Einen guten Überblick kann man sich auf dem hölzernen Aussichtsturm in Dargow verschaffen. Der See ist übrigens mit bis zu 72 Metern einer der tiefsten Seen Deutschlands. Und, vielleicht relevanter für einen Ausflug hierher: Der See wurde gerade vom Global Nature Fun ausgezeichnet als „Lebendiger See des Jahres“, weil in vorbildlicher Weise das Ökosystem und die Artenvielfalt geschützt werden.

Anfahrt: Auch hier empfiehlt sich das Auto

8

© Sophia-Fatima Freuden via flickr | CC BY 2.0 Mit dem Seil in den Pipersee schwingen

Ich Tarzan, Du auch! Das schönste am Pipersee in Sterley, neben seiner Lage im Wald, ist das Seil mit dem man sich immer wieder ins Wasser plumpsen lässt. Dazu muss man recht hoch auf den Baum klettern, aber es gibt genug Möglichkeiten zum Festhalten. Der kleine See (perfekt, falls es am Schaalsee mal zu voll wird!) hat mehrere Zugänge, die teilweise recht schmal und schilfig aussehen. Dafür kann man mit Entenküken schwimmen und hat nebenan im kleinen Campingdorf die Möglichkeit, zu übernachten, wenn man einen Wochenendausflug draus machen will.

Anfahrt: Mit dem Auto

9

© Roland Rödermund Den Sonnenuntergang über dem Lankauer See beobachten

Unbedingt bis abends bleiben – in der Dämmerung kann man Fledermäuse beobachten, wie sie im Sturzflug kurz über das Wasser ziehen und dabei nippen! Nicht nur deshalb ist der Lankauer See der Romantiker unter den Badeseen: Obwohl er eigentlich ziemlich zentral im Südosten Schleswig-Holsteins liegt, ist er total abgeschieden. Der kleine Campingplatz Schmidt am Ostufer hat gerade einmal 25 Plätze und ist somit perfekt, wenn Ihr einfach nicht wieder wegwollt. Die Wasserqualität hier ist auch hervorragend – das sieht man ja schon an den nippenden  Fledermäusen…

Anfahrt: Auto oder bis Ratzeburg mit der Bahn, dann sind es noch ca. 10 Kilometer mit dem Rad

10

© Roland Rödermund Wildstrand an der Ostsee: Rettin

Wildstrand! Allein das Wort löst doch Glücksgefühle aus, oder? Unweit vom Ostseebad Grömitz findet Ihr einen Naturstrand, der relativ einsam ist und über tolle Buchten verfügt, es gibt durch die Felsen im Wasser auch ein bisschen Wellenaction. Und gleich nebenan ist der Campingplatz, wo man auch Pizza und Pommes bekommt, falls man es nicht zu wild haben möchte! Oder Ihr fahrt anschließend gleich nach Grömitz, wo Ihr über die Brücke flanieren, Fischbrötchen essen und einen Sundowner stürzen könnt. Aber wer die Einsamkeit und Nähe zur Natur sucht, ist hier bestens aufgehoben.

Anfahrt: Leider nur mit Auto zu empfehlen. Von Hamburg kommt man aber immerhin bis Grömitz mit dem Flixbus, dann geht es weiter mit dem Bus oder einer strammen 9-km-Wanderung

11

© Andreas Rockstein via flickr | CC BY 2.0 Auch Costa Kiesa genannt: der Willstedter Baggersee

Allein, um sagen zu können: „Also ich war ja gestern an der Costa Kiesa!“ muss man hierher. So heißt nämlich offiziell die Badestelle am Wilstedter Baggersee bei Tangstedt und Henstedt-Ulzburg. Ihr könnt hier jeden Tag von 6 bis 22 Uhr schwimmen und dabei passt freundlicherweise der DLRG auf Euch auf. Es gibt hier auch einen kleinen FKK-Bereich, über einen Kiosk verfügt der See nicht – an den Sommerwochenenden wird es trotzdem rammelvoll.

Anfahrt: Bis Henstedt-Ulzburg kommt Ihr mit S- und Regionalbahn, danach ein kleiner Fußmarsch oder Ihr habt das Rad dabei

Sags deinen Freunden:

Entdecke die besten Restaurants, Bars und Plätze in deiner Nähe.

Zur neuen Karte!