Reisevergnügen: Bei Hamburgs Auswanderern Surfen lernen

© Maria Anna Schwarzberg

Zwei Hamburger machten sich nach ihrem Studium auf, ihren großen Traum zu verwirklichen: Ein Surfcamp an der Atlantikküste Spaniens sollte es sein. Zehn Jahre später freuen sich die beiden immer noch über jeden Gast im Aframe Surfcamp und dass es möglich ist, seinen Traum zu leben. Während des Sportstudiums fuhr Arne in den Semesterferien mit seinem Bulli quer durch Europa, immer auf der Suche nach den besten Surfspots - am besten hat es ihm und seiner Frau Kathrin dann in El Palmar gefallen. "El Palmar macht glücklich und entspannt", sagen sie. Stimme ich zu. Und alle anderen Surfer, die mit mir dort waren, auch: "Maria, bitte schreib ganz schlecht über das Camp. Nicht, dass es bald ausgebucht ist und wir nicht mehr herkommen können."

Surfcamp-Aframe-Andalusien


Kurz und knackig:

1. Entspannt und günstig fliegen mit easyJet oder Air Berlin.
2. Gemütlich unterkommen im Camp.
3. Jeden Tag leckeres und frisch zubereitetes Essen serviert bekommen.
4. Einen Haufen Churros im Nachbarort Babate vertilgen.
5. In der Strandbar die lauen Nächte durchtanzen.
6. Surfen und Yoga lernen.
7. Einen Ausflug ins Bergdorf Vejer nicht entgehen lassen.


Vliegen!

Um nach El Palmar zu kommen, bieten sich zwei Möglichkeiten an: Ihr könnt entweder mit easyJet nach Malaga fliegen und euch dort günstig ein Auto mieten (ca. 100,00 Euro pro Woche) oder mit Air Berlin nach Jerez fliegen, von wo aus ihr euch ebenfalls einen Mietwagen nehmen oder das Camp-Shuttle buchen könnt.

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Verflixt gut unterkommen!

Im Camp angekommen wird euch das Gefühl absoluter Entspannung umgeben und einnehmen, versprochen! Die Stimmung ist gelassen, die Gastgeber und die anderen Surfer sind aufgeschlossen und hilfsbereit, damit ihr euch gut zurecht findet. In den Gemeinschaftsräumen und der Küche gibt es Getränke (probiert das Kokosnusswasser!), immer etwas zu essen und viel Meeresluft und Sonne auf den zwei Dachterassen.

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Die Unterkünfte befinden sich alle um das Camp verteilt, sie sind ganz unterschiedlich aufgeteilt und eingerichtet: Es gibt Ferienhäuser, Wohnungen oder Zimmer. Schaut bei der Buchung einfach, was am besten zu euch passt.

Voll gutes Essen!

Im Camp selbst seid ihr vom Frühstück bis zum Dinner bestens versorgt. An zwei Abenden in der Woche hat Javi, der Camp-Koch, frei - eure Chance die tollen Restaurants in der Umgebung auszuprobieren. Die Gegend um El Palmar ist sehr bekannt für ihren guten Thunfisch, im El Campero in Barbate soll es den Besten geben. Tipp: An der Bar essen, nicht im Restaurant. Die Gerichte sind die gleichen, aber an der Bar erschwinglicher.

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Ihr könnt das Dinner auch mit einem Ausflug in das weißen Bergdorf Vejer verbinden (unten mehr) und dort beim Califen oder in der Tapasbar schlemmen. Atmosphärisch und preislich nicht zu übertreffen: In dieser von Touristen noch nicht überlaufenen Gegend habe ich für drei Gänge und Wein nie mehr als 25,00 Euro gezahlt.

Vanille Schoko? Café!

Kennt ihr Churros? Churros sind lange, fettige, himmlische Gebäckstangen mit Schokoladensauce. Und richtig gute soll es in Barbate geben. Leider hat der Churro-Mann nur Sonntags auf und ich musste traurig wieder abziehen. War aber gar nicht schlimm, in El Palmar gibt es das Cortijo el Cartero, wo ihr der untergehenden Sonne bei fabelhaften Gin Tonics (die sind in Spanien wirklich überall fabelhaft, weil ohne Schnickschnack) zusehen könnt. Außerdem gibt es im El Cartero leckeren Kuchen und Kaffeespezialitäten.

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Veiern!

Mit dreizig anderen Surfern standen wir am Abend vor einer Bretterbude in der Nähe des Strandes. Die "Bar" war leider geschlossen und so rief jemand die Besitzerin an. "Na klar, ich komme vorbei und mache für euch auf." Eine Autopanne später fuhr ein anderer jemand los und holte die Barfrau von ihrem liegengebliebenen Auto ab. Die Spanierin schloss mit guter Laune die Bar auf und wir tranken und tanzten bis es hell wurde. Gute Geschichte, müsst ihr auch erleben!

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Viel zu surfen!

- Surfen -

Im Neo und mit dem Board einfach ins Meer gehen, paddeln und dann die großen Wellen surfen - das fand ich schon immer toll und habe mich um so mehr über die Einladung ins Surfcamp gefreut. Als ich - im Neo und mit Board - am ersten Tag vor den vier Meter hohen Wellen stand, musste ich trotzdem einmal schlucken, bevor ich wirklich in das Meer gegangen bin, in das außer uns Surfern niemand mehr ging. Mein Surflehrer Manu hatte mir genau erklärt, was ich tun muss und ich war viel zu euphorisch, um Ängste entwickeln zu können. Im weißen Wasser, also dort, wo die Wellen bereits gebrochen sind, habe ich geübt, mit dem Board ins Wasser zu gehen, es auch wirklich festzuhalten, mich aufs Brett zu legen, wenn eine gute Welle kommt, zu paddeln und wieder bis zum Strand zu gleiten. Später kam der Take-Off, also das Aufstehen auf dem Brett dazu.

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Tipp: Macht vor dem Urlaub ganz viel Liegestütze. Entgegen meiner Erwartungen geht das Surfen nicht auf die Beine, sondern auf die Arme, da ihr beim Take-Off in den Liegestütz geht, um euch dann in die Standposition zu bringen. Dazu gibt es Theoriestunden, in denen ihr Wellen- und Materialkunde und Grundlegendes, wie die Notsignale und kontrolliertes Fallen, lernt. Was ich auch gelernt habe: Beim Surfen hat jeder sein eigenes Tempo, es kommt nur auf euch und das Meer an. Surfen hat fast etwas meditatives, das alle glücklich macht - davor, währenddessen und danach.

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- Yoga und Coaching -

Im Aframe habt ihr nicht nur die Möglichkeit zu Surfen. Ihr könnt euch auch im Yoga versuchen oder am Coaching teilnehmen. Die Coaching-Teilnehmer sind meistens in der Oase, dem zweiten Camp von Arne und Kathrin, untergebracht. Um herauszufinden, was jeder Einzelne in seinem Leben erreichen möchte, gibt es Einzel- und Gruppencoachings mit unterschiedlichen Yoga-Sessions.

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Dazu gibt es jeden Tag offene Yoga-Kurse, zu denen alle, auch die Surfer, kommen können. Ich bin vor Jahren mit Yoga gescheitert und habe auf dieser Reise meine Begeisterung wieder gefunden. Gerade nach dem Surfen sind die Dehnungsübungen sehr angenehm und lindern Rückenbeschwerden. Falls das nicht hilft, könnt ihr euch einen Termin bei der Osteopathin des Camps holen.

Voll der Insider!

An den freien Abenden lohnt sich die Fahrt in das schöne Bergdorf Vejer. Mit den gekalkten Häusern, kleinen Gassen und dem schönen Marktplatz hat es einen ganz anderen, eigenen Charme. Parkt am besten gleich auf dem großen Parkplatz am Ortseingang und erkundet die Straßen zu Fuß. In der Pasteleria Galvan solltet ihr die kleinen Torten kosten, in den Bars Gin Tonic trinken und später beim Califen oder in der Tapasbar einkehren.

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Vielen Dank an das A-Frame-Surfcamp für die Einladung!


Bilder: Maria Anna Schwarzberg und Sandra Asenjo
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