11 Hamburger Sehenswürdigkeiten und ihre wahren Slogans

© Andreas Baur

Durch den Neuen Wall oder die Reeperbahn (je nach Geschmack) sind wir alle schon geschlendert, haben im oder vor dem Elbtunnel im Stau gestanden und einen Besuch auf der Elphi-Plaza hat definitiv auch schon jede*r Hamburger*in hinter sich. Hamburgs Wahrzeichen machen die Stadt zu dem, was sie ist. Deswegen verdienen sie auch ihre ganz eigenen Werbeslogans, die wir ihnen hiermit verpassen. Zugegeben, wir arbeiten nicht im Stadtmarketing und beschönigen deswegen auch nichts. Aber besser als Hamburgs letzter Stadtslogan "Wachsen mit Weitsicht" (gähn!) sind sie allemal.

1. Kohlbrandbrücke: "Time to say goodbye."

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Nach viel hin und her wurde es 2020 final beschlossen: Die Köhlbrandbrücke, seit 1974 Wahrzeichen des Hamburger Hafens, soll 2030 abgerissen werden. Überquert wird die Elbe dann nicht mehr via Brücke, sondern sie wird durch einen Tunnel mit zwei Ebenen ersetzt werden. Schade. Die Brücke wird uns im Stadtbild definitiv fehlen.

2. Michel: "Aus Tradition gut."

Hamburg Michel
© Anna Nguyen

Ja, der Michel. Der ist einfach irgendwie da. So richtig besonders ist an der Hauptkirche St. Michaelis nichts, aber schön ist er schon irgendwie. Hier werden Trauerfeiern Hamburger Persönlichkeiten wie Helmut Schmidt oder Jan Fedder abgehalten und Besucher*innen erklimmen die 452 Stufen zur Aussichtsplattform. Definitiv Hamburgs traditionsreichstes Wahrzeichen, unser Michel.

3. Neuer Elbtunnel: "Stets verstopft."

Beileid geht raus an alle, die in den Schulferien durch den Tunnel der Hölle müssen. Der Elbtunnel ist leider der einzige Weg, um die Elbe zu überqueren, ob man jetzt in den Süden oder Norden will. Besonders belastend: Eine Röhre ist minimum IMMER gerade geschlossen. Und deswegen die restlichen Röhren dichter, als JGAs auf der Reeperbahn.

4. Reeperbahn: "Mit dem Verwöhnaroma."

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Eine tiefe Nase nehmen, das sollte man auf der Reeperbahn lieber lassen. Auch wenn einem fragwürdige Substanzen in der Kloschlange angeboten werden. Aber besonders unangenehm ist der Hauch von Alkohol, schwitzenden Menschen und Erbrochenem, der einem an einem Sonntagmorgen entgegenweht. Würg.

5. Elbphilharmonie: "Wir geben Ihren Steuergeldern ein Zuhause."

© Anissa Brinkhoff

Mittlerweile haben wir die Elphi schon ins Herz geschlossen. Sie ist auch wirklich ein hübsches Ding. Aber vergessen sollte man das Drama um den Bau trotzdem nicht. 866 Millionen Euro hat das Konzerthaus gekostet – statt ursprünglich geplanten 77 Millionen Euro. Klein bisschen verschätzt, wa?

6. Neuer Wall: "Eins, Zwei, Drei – Meins!"

Shop til' you drop – können in dieser Straße Hamburgs nur die oberen ein bis zwei Prozente. Hier reihen sich die Luxusboutiquen aneinander, es wird für Designerbags Schlange gestanden und Jahresgehälter für Uhren ausgegeben. Das Zentrum des Kapitalismus liegt in Hamburg definitiv hier.

7. Planten un Blomen: "Eine Perle der Natur."

© Jörn-Peter Boll

Wir armen Großstädter*innen – ständig atmen wir Verkehrsluft ein und hören tagein, tagaus Baustellengeräusche. Doch da gibt es sie ja noch, die Perle der Natur: Planten un Blomen. Hier findet ihr nicht nur zahlreiche Blumen, Bäumen, kleine Bäche – sondern auch Tiere. Vor allem die seltene Stadtratte kommt zur Dämmerung hervor. Naja, auch die brauchen mal Erholung in der Natur.

8. Rathaus: "Es gibt immer was zu tun."

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Das Hamburger Rathaus ist nicht nur hübsch anzuschauen, es ist auch Heimat unseres Senats und damit aller Beschlüsse, die Hamburgs Politik ausmachen. Hier geht wohl nie so richtig das Licht aus, denn es gibt definitiv immer was zu tun.

9. Fischmarkt: "Morgens halb sechs in Deutschland"

© bokeh_boogie | Instagram

Muss in Hamburg mindestens einmal pro Leben oder Besuch gemacht werden: nach einer durchzechten Nacht auf dem Fischmarkt eine Kiste voller Bananen kaufen. Oder ein Fischbrötchen zum Frühstück. Oder haufenweise Blumen für die Eroberung der Nacht. Der Fischmarkt ist wirklich einzigartig, aber eben nur frühmorgens.

10. Elbstrand: "Auf den Hund gekommen"

Elbstrand Wittenbergen
© Eric Wüstenhagen

Hamburg ist Spitzenreiter, was Hundehaltung angeht. 16.200 Hunde je 100.000 Einwohner*innen gibt es in der Hansestadt. Und an einem Ort sammeln sich die gesamten Fellnasen plus Menschen an einem sonnigen Wochenende: am Elbstrand. Hier wird Stöckchen gejagt und auch mal in der Elbe abgekühlt. Mitleid sei mit allen, die beim abschütteln des Flusswassers in der Nähe des Hundes stehen.

11. Elbtower: "Hohe Preise, gute Besserung."

© SIGNA Real Estate

Tja, als hätte uns die Elphi nichts gelehrt, wird jetzt ein paar hundert Meter weiter das nächste Großprojekt realisiert. Das höchste Gebäude des Nordens soll der Elbtower werden – und hauptsächlich Büros enthalten. Wird wohl teuer, vom Bau bis zum schließlich Mietpreis. Ob Hamburg das braucht? Wohl eher nicht.

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