Heimaturlaub: Mal so richtig runterkommen im Haus Zweineun an der Schlei

© Anna Nguyen

Kommt euch dieser Satz bekannt vor? "Ich brauch mal wieder eine Auszeit. Ich muss mal richtig runterkommen." Wir alle leben in Hamburg, weil wir den Trubel lieben. Das ständige Unterwegssein: Mal hier mit jemandem brunchen, mal dort den Feierabend-Wein trinken oder nur mal kurz im neuen Pop-up stöbern. In unseren Jobs geht es darum, zu performen. Am besten so schnell wie möglich und so effektiv wie möglich zu sein. Das Leben in der Großstadt ist ein Leben zwischen mittlerer und linker Autobahnspur. Kein Wunder, dass wir uns dann manchmal nach Ruhe und Natur sehnen. Und genau dafür habe ich etwas für euch. Ich nehme euch mit in das Haus Zweineun in Brodersby. 

Ich muss ja gestehen, so richtig konnte ich das nicht verstehen, was es bedeutet: Ich fahr mal für ein Wochenende weg für eine Auszeit. Ich dachte immer, dass so ein Wochenende doch viel zu kurz ist, um richtig abzuschalten. Vor allem, wenn man nur eine Stunde weit wegfährt. Da kann man doch gar nicht den ganzen Stress hinter sich lassen. Tja, falsch gedacht. Glücklicherweise! Denn das wunderschöne Haus Zweineun hat mich eines Besseren belehrt. In 1,5 Stunden Autofahrt gelangt ihr in den idyllischen Fladenweg 29 in Brodersby und könnt das Wunder eines Auszeit-Wochenendes erleben. 

© Anna Nguyen
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Im Jahr 2019 begannen die Freund*innen Inken und Thomas, das Honka-Blockhaus aus den 70er Jahren neu zu gestalten. In Hamburg arbeiten die beiden zusammen in einem Büro für Lichtdesign. Inken ist für die Buchhaltung zuständig und Thomas erstellt Beleuchtungskonzepte. Auch das spiegelt sich in dem Haus wieder. Durch unterschiedliche Lichtquellen lässt sich genau die richtige Stimmung einstellen. Die Fassade der Hütte wurde komplett schwarz gestrichen und innen alles weiß. Herausgekommen ist ein Häuschen, das Designliebhaber*innen Freudentränen in die Augen schießen lässt. Auf 57 Quadratmetern findet sich ein Sammelsurium aus dänischen Klassikern, wie von Arne Jacobsen oder Hans Wegner, und Fundstücken von etlichen Flohmärkten. Egal, wohin ihr guckt, es gibt immer kleine, neue Details, die verzücken. Aber bis es zum voll eingerichteten, renovierten Häuschen an der Schlei kam, dauerte es ein Weilchen.

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Das ist doch hoffentlich nicht das Haus, das wir uns jetzt anschauen.
Thomas vom Haus ZweiNeun

Inken war die Initiatorin des Ferienhaus-Projekts. Sie suchte schon eine Weile und Thomas, der kam bei den Besichtigungen immer mit. Eines Tages fuhren sie in den Fladenweg in Brodersby rein und hinten in der Sackgasse zwischen bunten Häusern stand ein kleines, braun-blaues Blockhaus. Thomas war geschockt, Inken hingegen direkt auf Wolke sieben. "Als ich das Wasser gesehen habe, hab' ich nur gedacht: Das ist ja genial", schwärmt sie. Thomas' Eindruck von außen bestätigte sich innen. Das Holz war verfärbt, die Möbel waren lieblos zusammengestellt und tote Tiere hingen an den Wänden. Aber trotzdem. Auch Thomas spürte nun den besonderen Zauber des Hauses. "Hier könnte man sich wohlfühlen", sagte er mit einem Lächeln. Sie wollten das Haus und bekamen es – und damit begann die Reise der Renovierung. 

Beide sind Fans vom dänischen Einrichtungsstil und so zieht sich das durchs ganze Haus. Vom Geschirr über den einladenden Esstisch bis hin zu den Kissenbezügen ist alles liebevoll zusammengestellt. Es ist richtig hyggelig oder wie wir auf Deutsch sagen: muggelig. Tritt man von hinten ins Haus, staunt man nicht schlecht. Der Blick auf die Galerie und der Schnitt des Hauses vermitteln ein tolles Raumgefühl. Mit dem kleinen Ofen lässt es sich im Winter schön einheizen und wir können uns gut vorstellen, hier auch eine tolle Zeit an kalten Tagen zu haben. Ein weiteres Highlight ist der gepflegte große Garten. Auf der Terrasse habt ihr viel Platz zum Rumlümmeln. An der Feuerstelle lässt es sich abends hervorragend aushalten und auch ein Grill steht euch hier zur Verfügung. Beim Anblick von den Beeten, Blumen und Bäumen kommt einfach pure Freude auf und mit einem dicken Grinsen fläzen wir uns auf die Liegen.

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Detox an der Schlei

Ich kann euch sagen: Ein Wochenende im Haus Zweineun ist Erholung pur und bringt die Auszeit, die wir alle verdient haben. Aber ganz ehrlich: Hier könnt ihr auch gut eine ganze Woche oder eine Workation verbringen. Das W-Lan ist nämlich top und zum Erkunden gibt es auch genug. Zum Beispiel könnt ihr hier SUPs, Kajaks oder sogar mobile Saunen ausleihen. Oder ihr macht einen Ausflug nach Arnis, die kleinste Stadt Deutschlands. Die Luft ist uns auch bei den atemberaubenden Sonnenuntergängen weggeblieben. Das haben wir so noch nie in Hamburg erlebt. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es allerdings. Ein Trip hierher empfiehlt sich nur mit dem Auto. Die Schlei ist ein naturbelassener Ort und so sind die Öffis rar. Auch an die Ausflugsorte kommt ihr am besten mit dem Auto. Vielleicht hab ihr ja im Freundeskreis Leute mit Autos oder ihr gönnt euch für ein Wochenende ein Mietauto. Ihr werdet es sicherlich nicht bereuen. 

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