So könnte Hamburg 180 Millionen Plastikflaschen pro Jahr einsparen

© Brian Yurasits | Unsplash

180 Millionen Plastik-Einwegflaschen könnten in Hamburg jedes Jahr allein bei Mineralwasser und Erfrischungsgetränken eingespart werden. Mit dieser krassen Zahl überrascht die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Wie das ginge? Der Getränkehandel müsste sich eigentlich nur an die Vorschriften halten.

Seit diesem Jahr gibt es nämlich ein neues Verpackungsgesetz, das die Quote von Mehrwegflaschen regelt. Demnach müsste der Anteil wiederbefüllbarer Mehrwegflaschen, das sind solche aus Glas oder festem Plastik, eigentlich bei 70 Prozent liegen. In der Realität liegt er allerdings nur bei 33 Prozent. Die Differenz zwischen Regel und Realität entspricht also 37 Prozent – und das sind jene 180 Millionen Einweg-Plastikflaschen zu viel in Hamburg.

Eine Glasflasche ersetzt bei der Ökobilanz 37 PET-Flaschen

Warum Einwegflaschen problematisch sind? Weil sie nach der Benutzung geschreddert und aufwendig recycelt werden – das belastet die Umwelt viel stärker als Flaschen aus Glas oder robustem Plastik, die gereinigt und wiederbefüllt werden können. Den Unterschied veranschaulicht folgende Zahl der Deutschen Umwelthilfe: Demnach ersetzt eine 0,7-Liter-Wasserflasche aus Glas bei der Ökobilanz 37 PET-1-Liter-Flaschen.

Was wir tun können? Wenn sich die Unternehmen schon nicht an die Regeln halten – und dafür bisher übrigens auch nicht bestraft werden –, dann müssen wir eben durch unser Konsumverhalten reagieren. Ein erster Schritt wäre es, keine Einweg-Plastikflaschen mehr zu kaufen – die erkennt man ganz einfach an den 25 Cent Pfand.

Im Supermarkt hat regionales Wasser in Glasflaschen immer noch die beste Klimabilanz – aber auch andere Faktoren gilt es zu beachten, wie Utopia erklärt. Am Ende lautet die beste Lösung immer noch: Leitungswasser trinken! Und wer unbedingt Sprudel braucht, für den sind Sodastream und Co. vielleicht eine geeignete und nachhaltigere Alternative.

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