Lebe lieber nachhaltig: Reisen

Yippie, Yeah – Sommerzeit, Urlaubszeit! Endlich Koffer packen, endlich mal raus aus der Großstadt. Damit die Reise aber auch nicht zum Umweltschreck wird, gibt es hier ein paar Tipps, wie ihr euren Trip umweltschonender gestalten könnt.

1. Mobil ohne Flugzeug

Besser Bahn als Flugzeug, klar, aber es gibt natürlich noch andere Reisemittelalternativen. Wer sehr sportlich ist, könnte einfach mal per Rad verreisen. Andere setzen vielleicht auf Wohnmobile oder Vans. Ein Roadtrip ist zwar auch nicht sehr nachhaltig, aber im Vergleich zur Dreckschleuder Flugzeug allemal – vor allem wenn ihr zu Mehreren unterwegs seid. Sharing is caring: Auf der Plattform PaulCamper bieten Privatleute ihre Camper zur Miete an.

2. Minimalist

Egal, wie du unterwegs bist: Je mehr Gepäck du dabei hast, desto mehr Ressourcen werden bei der Reise verschwendet. Im Van und Auto kostet jedes Gramm ja Treibstoff. Weniger ist deshalb wie so oft mehr – auch wenn du in der Natur wanderst oder mit dem Bike unterwegs bist. Daher reduziere deine Garderobe auf das Minimum.

3. Shop till the world drop

Nee, man braucht nicht für jede neue Reise einen neuen Bikini. Auch keine neuen Shorts. Und auch nicht das zehnte neue Hemd. Die Modeindustrie flüstert uns immer wieder ein, neue Dinge erwerben zu müssen, gerade in der Urlaubssaison. Aber selbst im FairFashion-Bereich gilt hier: Reduce to the max. Und schau doch einfach mal Second-Hand, bevor du was Neues kaufst!

4. Ausstattung

Um Funktionsbekleidung produzieren zu können, greifen viele Outdoor-Hersteller immer noch auf haarsträubende Chemikalien zurück. Das ist schlecht für die ArbeiterInnen und die Umwelt und macht die Klamotten nach dem Tragen in gewisser Weise zu Sondermüll. Vaude tickt da zum Glück ganz anders: Das süddeutsche Unternehmen steht für sozial- und umweltverträglich hergestellte Outdoor-Produkte und betreibt sogar einen eigenen Second Use Shop. Auch bei Globetrotter findet man ein Forum, wo man Equipment gebraucht kaufen kann.

5. Leave no trace!

Eigentlich selbstverständlich: Wer sich in der Natur bewegt, sollte diese schützen und möglichst keine Spuren hinterlassen. Das bedeutet mehr als nur den eigenen Müll restlos zu beseitigen und bis zum nächsten Abfallcontainer mitzunehmen. Alle sieben goldenen Regeln der “Leave no Trace”-Bewegung findet ihr hier. Das gilt aber auch für Urlaub in Ferienwohnungen oder Hotels: Zum Beispiel Wasser sparsam verwenden, Licht ausschalten und keine Klimaanlage nutzen!

6. Ich muss mal

Großes Thema beim Trip in der Natur: Wer mal muss, sollte sich in der Wildnis auf keinen Fall erleichtern und mit Tempos – oder noch schlimmer mit Feuchttüchern – säubern. Die zersetzen sich in hundert Jahren nicht. Bitte grabt ein Loch, nutzt zur Not Blätter. Oder nehmt die benutzten Tücher wieder mit in die Zivilisation. Statt Feuchttücher gibt es übrigens auch das Spray „Stay Fresh“ für (Klo)papier von Ringana. Aber wieder mitnehmen!

7. Achtsamkeit, lass mal Insta weg.

Zum nachhaltigen Reisen gehört auch das Erlebnis mit der Natur. Das wirkliche „Da“ sein und fühlen, riechen, schmecken. Statt also das perfekte Insta-Bild zu produzieren und sich szenig in Pose zu schmeißen, sei doch einfach mal nur da und fühle mit allen Sinnen! Überhaupt wird es deinen Trip ungemein bereichern, Suchtpotential-Apps wie Instagram für die Dauer deiner Reise einfach vom Smartphone zu kicken.

8. Apps und Co.

Natürlich musst du nicht komplett offline gehen ☺. Apps und Blogs helfen ja auch sehr bei der Reisevorbereitung oder geben Nachhilfe in Sachen Naturverständnis. So kann man zum Beispiel mit der „Vögel bestimmen“-App von NABU die Singvögel klassifizieren. Oder Bäume und Sträucher. Outdooractive ist die wohl beste Wanderrouten-App. Schöne Reisetipps gibt Outdoor-Bloggerin Bianca auf lebedraussen!

9. Umweltsiegel

Viabono zertifiziert deutsche Hotels, Pensionen und Jugendherbergen nach Strom- und Wasserverbrauch im Sinne der Nachhaltigkeit. TourCert prüft auch die fairen Bedingungen, also Löhne der Angestellten, sowie Umweltauflagen. Darüber hinaus findet man dort nachhaltige Reisetipps. Das EU-Siegel EcoLabel zeichnet Campingplätze aus.

10. Und wo geht's hin?

Deutschland hat unzählig schöne, verrückte, atemberaubende, schroffe, grüne Landschaften. Einige schöne Ziele findet ihr zum Beispiel hier.

Für Fans vom Hobbit: http://artefact.de/maisonettes

Für Ruhesuchende: https://campingplatz-am-grossen-wentowsee.de/

Für Experimentelle: https://www.cloefhaenger.com/

Für Hamburgergebene: https://www.tinyescape.de/

Für Bergliebhaber: https://www.badhindelang.de/wanderurlaub/sommerurlaub/oekomodell-naturschutz.html 

Für Inselliebhaber: https://www.biohotel-strandeck.de/

Für Waldliebhaber: https://www.schwarzwald-tourismus.info/ferienregion-schwarzwald/Umweltbewusst-reisen/Sechs-Nachhaltige-Reiseziele-im-Schwarzwald

11. Fernreisen

Und na klar: Auch Fernreisen können nachhaltig(er) und fair(er) gestaltet werden! Hier gilt es aber besonders genau zu planen, um nicht durch eine unwissentlich schlecht selbst gebuchte Reise die Bevölkerung vor Ort noch zusätzlich auszubeuten und die Umwelt zu belasten. Massentouristische Reisen sollte man sowieso meiden. Auf fairunterwegs.de kann man sich super erkundigen. Nachhaltige Reisen bietet zum Beispiel der Veranstalter SKR an.

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