Artvergnügen – 11 Kunsttipps, die ihr im Oktober nicht verpassen solltet

Auch wenn der Herbst mit Regen und Stürmen ziemlich überzeugend an die Tür hämmert und die Blätter nur so fallen die Kunst hängt wie eine Eins. Die folgenden 11 Ausstellungstipps lotsen euch durch den Monat und laden zum Treiben durch die Jahrhunderte, Farben, Formen und künstlerischen Techniken ein.

1. Amani. Auf den Spuren einer kolonialen Forschungsstation

Fotografie aus der Serie Amani von Evgenia Arbugaeva, 2015, © Evgenia Arbugaeva

Amani, das war eine ehemalige deutsch-koloniale Forschungsstation in den Bergen Tansanias. Sie spannt für diese Ausstellung die Koordinaten, um nach den Bezügen von Wissenschaft, Sammlungen und dem Nachbeben des Kolonialismus in der Gegenwart zu fragen. Über Fundstücke aus der aktiven Zeit der Station, Dokumente und aktuelle künstlerische Postionen behandelt die Ausstellung Wissenschaftsgeschichte im Kontext von kolonialen und nationalen Interessen.

MARKK Museum am Rothenbaum Kulturen und Künste der Welt, Rothenbaumchaussee 64, 20148 Hamburgbis 19. April 2020Dienstag–Sonntag 10–18 Uhr; Montag geschlossen; Donnerstag 10–21 UhrEintritt regulär 8,50 Euro; ermäßigt 4,50 EuroMehr Info

2. UNFINISHED STORIES Geschichten aus der Sammlung

Felix Gonzalez-Torres (1957–1996):“Untitled” (Klaus Barbie as a Family Man), 1988, Mixed Media, 19 x 24,2 cm, Fotoabzug auf Puzzle, Plastikhülle, Hamburger Kunsthalle, © The Felix Gonzales-Torres, Foundation, Foto: Lance Brewer

Anlässlich des 150. Geburtstages, feiert die Kunsthalle mit uns die Gegenwart. Präsentiert werden in über 20 Ausstellungsräumen mit mehr als 150 Werken Kunst der 60er bis Heute. Ob Sigmar Polke, Andy Warhol, Paul McCarthy, Abramović/Ulay, Andreas Slominski oder Anna Oppermann: Die Vielfalt der künstlerischen Positionen verdeutlicht die Komplexität und Irritation, das „Hier und Jetzt“ der Gegenwart zu fassen.

Hamburger Kunsthalle, Glockengießerwall 5, 20095 Hamburgbis 30. August 2020Dienstag–Sonntag 10–18 Uhr; Montag geschlossen; Donnerstag 10–21 Uhr; Donnerstag an/vor Feiertagen 10–18 UhrEintritt regulär 14 Euro; ermäßigt 8 EuroMehr Info

3. Animalism

© Gudberg Nerger, Raumansicht, 2019

In dieser Gruppenausstellung wird es tierisch. Oder doch eher menschlich? Animalism hinterfragt, ob die Unterscheidung zwischen Tier und Mensch stimmig ist, und ob es nicht eher Gemeinsamkeiten sind, die die Beziehung der Beiden prägen. Position zu dieser These beziehen in der Neustadt Dennis Busch, Jill Tegan Doherty, Marcus Günther, Nils Kasiske, Kristin Kolb, Svenja Maaß, Stefan Mosebach und Jenni Tietze.

Gudberg Nerger, Poolstraße 8, 20355 Hamburgbis 20. Oktober 2019Montag–Freitag 10–18 Uhr; Samstag 12–18 UhrEintritt freiMehr Info 

4. Sarah Naqvi: Sharam o haya

© Sarah Naqvi, Safe Deposit, Aquarell auf Kartuschenpapier, 2018

In ihrer ersten Soloausstellung in Deutschland wirft Sarah Naiqvi über traditionelle Stick- und Textil-Techniken einen kritischen Blick auf die indische Geschichte. Sie thematisiert Ausbeutung und Unterdrückung gleichermaßen und hinterfragt durch das von ihr gewähltes Medium des Stickens auch die Rolle der Frau in dieser Gesellschaft. Gehörte Sticken und Nähen zu den Fertigkeiten, die eine Mädchen zu lernen hatte um eine „gute“ Hausfrau zu sein, nimmt sie diese jetzt als Werkzeug um die Fäden dieser Geschichten neu zu spinnen.

Âme Nue, Schaarsteinwegsbrücke 2, 20459 Hamburg12. Oktober bis 28. Oktober 2019Dienstag–Freitag 16–19 Uhr; Samstag 15–18 Uhr; nach Vereinbarung; Montag 28. Oktober 2019 16–19 Uhr; Finnisage am 28. Oktober 2019 um 16 UhrEintritt freiMehr Info

5. Flesh Coralino

© Clemencia Labin

Bei einem Besuch in der Galerie von Melike Bilir auf der Fleetinsel erwarten euch fließende, langgliedrige Installationen aus weichen Stoffen und Strümpfen in dunklem schwarz, leuchtendem zitronengelb oder lauten koralfarben. Die Arbeiten gehören der südamerikanischen Malerin und Performance-Künstlerin Clemencia Labin, welche Fragen nach Heimat, Herkunft und Feminismus über ihre künstlerische Arbeiten formuliert.

Galerie Melike Bilir, Admiralitätstrasse 71, 20459 Hamburgbis 13. Oktober Donnerstag 17–20 Uhr und nach VereinbarungEintritt freiMehr Info 

6. „Schiff voraus!“ im Hafenmuseum

© Ewer Herrmann im Schaudepot des Hafenmuseums Hamburg Foto SHMH Sinje Hasheider

Dieses Museum hat nicht nur ein ungewöhnliches Thema, sondern auch einen ungewöhnlichen Ort: Für alle Landratten, die maritime Luft schnuppern und das Leben der Hafenarbeiter und die Aufgaben rund um die Schiffe besser kennen lernen wollen, kommen um dieses Museum nicht herum. Gelegen ist es in einem 271 Meter langen und 48 Meter tiefen Schuppen am Hafen, welcher selber ein Teil Hafengeschichte darstellt. Schiffsmodelle, Taucherdruckkammer und Lotsenstube - euch erwarten spannende Entdeckungen.

Hafenmuseum Hamburg, Kopfbau des Schuppens 50A, Australiastraße, 22457 HamburgMontag 10–17 Uhr; Dienstag geschlossen; Mittwoch–Freitag 10–17 Uhr; Samstag–Sonntag 10–18 UhrEintritt regulär 6,50 Euro; ermäßigt 4 Euro; Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 JahrenMehr Info 

7. Amerika! Disney, Rockwell, Pollock, Warhol

Andy Warhol: Silver Liz, 1963, Sammlung Froehlich, Stuttgart, © 2019 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. / Licensed by Artists Rights Society (ARS), New York. Foto: Sammlung Froehlich, Stuttgart

Vier bekannte und großartige Vertreter der US-amerikanischen Malerei des letzten Jahrhunderts ziehen für die Wintermonate in das Bucerius Kunst Forum ein. Ob Disneys Filme, Rockwells Illustrationen, Pollocks Action Paintings oder Warhols Porträt der High Society: Diese Künstler haben nicht nur Kultur und Kunst wesentlich geprägt, sondern auch das Bild des Amerikas von Heute beeinflusst. In Hamburg könnt ihr die vier Meister zum ersten Mal in dieser Konstellation besuchen.

Bucerius Kunst Forum, Rathausmarkt 2, 20095 Hamburg19. Oktober 2019 bis 12. Januar 2020Täglich 11–19 Uhr; Donnerstag 11–21 UhrEintritt regulär 9 Euro; ermäßigt 6 Euro; montags (außer Feiertags) 6 EuroMehr Info 

8. Karl Lagerfeld in Wedel

© KARL LAGERFELD Selbstportrait, 2013

Das Erbe, welches Karl Lagerfeld hinterlässt ist groß und bezieht sich nur auf eine jahrzehntelange Arbeit für die traditionsreichen Modehäuser wie Fendi oder Chancel. Lagerfeld griff Zeit seines Lebens immer zur Kamera, um seine visuellen und kreativen Ideen fotografisch festzuhalten. Das Ernst Barlach Haus in Wedel präsentiert nun eine Auswahl, welche von dem Verleger und Freund Gerhard Steidl und Eric Pfrunder, Lagerfelds Directeur Image kuratiert wurde.

Ernst Barlach Museum Wedel, Mühlenstraße 1, 22880 Wedelbis 24. Februar 2020Täglich (auch montags) von 11–20 UhrEintritt regulär 10 Euro; ermäßigt 8 EuroMehr Info 

9. Amateurfotografie. Vom Bauhaus zu Instagram

Irene Bayer-Hecht (1898‒1991), Makkaroni, vor 1928, Silbergelatinepapier, 12,4 x 16,7 cm, Museum Folkwang, Essen, © unbekannt

Schonmal was von Amateurfotografie gehört? Nein? Dabei könnte das genau unsere Disziplin sein! Hier geht es nicht um die großen Meister und Genies der Kunstgeschichte, sondern um die Leute ohne großen Namen aber mit einer großer Begeisterung für die Fotografie. Ob analoge Kamera oder das Smartphone: Anhand von 200 Arbeiten beleuchtet die Ausstellung von den 20er Jahren bis heute Motive und Interessen hinter diesem Medium.

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG), Steintorplatz, 20099 Hamburgbis 12. Januar 2020Dienstag–Sonntag 10–18 Uhr; Montag geschlossen; Donnerstag 10–21 UhrEintritt regulär 12 Euro; ermäßigt 8 Euro; Donnerstag ab 17 Uhr 8 Euro, bis 17 Jahre freiMehr Info

10. Musikgeschichte im MKG

© Ausstellungsansicht 2, Foto: Michaela Hille

Das Museum für Kunst und Gewerbe verfügt über eine großartige und vielfältige Sammlung und die aktuelle Ausstellung Manufaktur des Klangs. 2000 Jahre Orgelbau und Orgelspiel beweist dies wunderbar. Denn tatsächlich besitzt das Museum auch eine Sammlung an Instrumenten, die anschaulich ein großes Stück Musikgeschichte repräsentieren. Diesmal steht die Orgel in ihrer ganzen Komplexität und technischen Raffinesse im Fokus. Darüber hinaus laden viele interaktive Momente innerhalb der Ausstellung ein, sich selber an diesem Instrument zu versuchen.

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG), Steintorplatz, 20099 Hamburgbis 03. November 2019Dienstag–Sonntag 10–18 Uhr; Montag geschlossen; Donnerstag 10–21 UhrEintritt regulär 12 Euro; ermäßigt 8 Euro; Donnerstag ab 17 Uhr 8 Euro; bis 17 Jahre freiMehr Info 

11. Form und Farbe und ein knackiger Titel

© Matthias Meyer

Das Ottensen ein heißbegehrtes Pflaster ist, wissen wir längst. Anfang Oktober gibt es dazu noch einen weiteren guten Grund, dieser geliebten Ecke Hamburgs einen Besuch abzustatten. Denn die Kunst ruft und Nana Kintz präsentiert acht künstlerische Positionen im FRISE Künstlerhaus Hamburg. Frei von den berüchtigten kunsthistorischen Stil-Schubladen treffen hier nicht nur unterschiedliche Materialitäten und künstlerische Techniken aufeinander, sondern auch die große Begeisterung an Farben und Formen.

FRISE Künstlerhaus Hamburg, Arnoldstr. 26-30, 22765 HamburgEröffnung 04. Oktober 2019, 19 Uhr; 05. bis 06. Oktober 2019, 14–18 UhrEintritt frei Mehr Info 

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