Artvergnügen – 11 Kunsttipps, die ihr im Dezember nicht verpassen solltet

Das norddeutsche Understatement scheint sich mit dem hanseatischen Kunstkosmos verbrüdert zu haben: Beide zeigen sich völlig unbeeindruckt von dem Weihnachtstrubel. Lichterketten-Girlanden-Explosion in der Innenstadt? Besinnliches über den Weihnachtsmarkt schieben und teuren Glühwein verschütten? Das gibts hier nicht. Dafür aber richtig gute Kunst! Subkultur meets Hochkultur, Pop Surrealism meets Tattookunst, 18. Jahrhundert meets Gegenwart.

1. Happy Birthday: Drei Jahre Bunkerhill

© Irena Paskali

Ein 270 qm großer Bunkerraum will bespielt werden! Was eignet sich dafür besser als der dreijährige Geburtstag der dort ansässigen BUNKERHALL Galerie im 5. Stock an der Feldstraße? Gefeiert wird mit 20 Teilnehmer*innen aus dem Galerieprogramm und Studierenden der Kunsthochschule. Fotografien von Unterwasserfußball und Videoarbeiten stehen neben Installationen, die vom Besucher selbst bedient werden sollen. Die Ausstellung und die künstlerische Postionen der BUNERHILL Galerie versprechen spannende Arbeiten und großen Spaß beim Kunstschauen.

BUNKERHILL Galerie, 5. Stock im Bunker, Feldstraße 66, 20359 Hamburg08. bis 19. Dezember 2019 Mittwoch–Sonntag 17–20 Uhr; Vernissage am Samstag, 07. Dezember 2019 um 18 Uhr (pünktlicher Beginn) Eintritt frei Mehr Info 

2. Don’t Wake Daddy XIV

Amandine Urruty, The Neverending Story (Part 2), Graphite auf Papier, 70x100 cm 2019, © Amandine Urruty Feinkunst Krüger

Don´t Wake Daddy ist ein jährliches Ausstellungsformat in der Galerie Feinkunst Krüger, die Low Brow Art, oder auch Pop Surrealism genannt, zelebriert. Diese Kunstrichtung spiegelt den Spirit der amerikanischen Subkulturen der 50er Jahre gleichermaßen wie die Ästhetik der Science Fiction Serien, Animes, Monsterfilmen und psychedelischer Rockmusik. In der Neustadt werden im Dezember sage und schreibe 33 internationale Künstlerinnen und Künstler ihre Arbeiten präsentieren.

Feinkunst Krüger, Kohlhöfen 8, 20355 Hamburg01. bis 21. Dezember 2019 Donnerstag–Freitag 12–19 Uhr, Samstag: 12–18 Uhr oder nach Vereinbarung unter 040-31792158 Eintritt frei Mehr Info 

 

3. Wie man sich bettet

© Stefanie Bubert, Bett, 2017, Acryl auf Papier, 100 x 70 cm

Der Schlaf füllt ein Drittel unsere Lebenszeit aus und liefert die Basis für große Geschichten und bekannte Mythen. Zwischen soziologischer Fragestellung und märchenhafter Darstellung setzen die künstlerischen Arbeiten genau hier an. Stefanie Bubert, Miriam Hosner, Rohulla Kazimi und Horst Wäßle, sowie Julia Maiquez Esterlich, Franziska Opel, Robin Hinsch, S. Abdellatif und Stefan Marx bieten uns dank Fotografien, Malereien und Installationen großen Stoff zum Träumen an.

GALERIE DER SCHLUMPER, Marktstraße 131, 20357 Hamburg bis 26. Januar 2020 Mittwoch–Freitag 16–19 Uhr; Samstag 11–17 Uhr; Sonntag 14—17 Uhr; Am 25.& 26. Dezember 2019 und am 01. Januar 2020 bleibt die Galerie geschlossen! Eintritt frei Mehr Info

4. Nominees im Kunsthaus Hamburg

© Kunsthaus Hamburg

Der Name ist Programm! Das Kunsthaus Hamburg präsentiert die Nominierten, die noch im Rennen sind und Chancen auf eins der 10 Arbeitsstipendium für bildende Kunst der Freien und Hansestadt Hamburg 2020 haben. Für Liebhaber der Gegenwartskunst bietet Nominees die spannende Möglichkeit, einen Status quo der aktuellen Kunst in Hamburg zu erfahren und nebenbei ganz neue Künstler zu entdecken.

Kunsthaus Hamburg, Klosterwall 15, 20095 Hamburg 03. Dezember 2019 – 12. Januar 2020 Dienstag–Sonntag 11–18 Uhr; Vernissage Montag, 02. Dezember 2019, 19 Uhr Eintritt regulär 5 Euro; ermäßigt 3 Euro; Schüler 1,50 Euro Mehr Info

5. Dara Friedman: Temple Door

© Dara Friedman

Der Kunstverein Harburger Bahnhof präsentiert zum ersten Mal in Deutschland die Arbeiten von Dara Friedman. Nach Einzelausstellungen in den USA, wie etwa im MoMA in New York präsentiert die Videokünstlerin hier ihre Arbeit Temple Door. Innerhalb ihres Werkes stellt Friedmann Fragen nach menschliche Kommunikation, Sprache und Körper. So auch im Kunstverein: Mit Hilfe ihrer Videoarbeit untersucht sie Strukturen von Streit, Konfrontation, Beschuldigung und die Suche nach Lösungen.

Kunstverein Harburger Bahnhof, Im Fernbahnhof über Gleis 3 & 4 Hannoversche Straße 85 21079 Hamburg bis 09. Februar 2020 Mittwoch–Sonntag 14–18 Uhr Eintritt frei Mehr Info

6. Installationen aus 25 Jahren Sammlung Falckenberg

© Jon Kessler; Jon Kessler, The Palace at 4 a.m., 2005/2006, Multimedia-Installation in der Sammlung Falckenberg, Foto: Henning Rogge / Deichtorhallen Hamburg

Ob Robert Rauschenberg, Jon Kessler, Mike Kelley, General Idea oder Erwin Wurm - Affenskulpturen, TV-Monitore, Punk oder Anarchie, eins ist klar: Das 25-jährige Jubiläum der Sammlung Falckenberg hat es in sich! In Harburg werden Installationen, Ensembles und Skulpturen präsentiert, die den Spirit der Sammlung einfangen. Anlässlich dieses runden Geburtstags werden in den alten Phoenix Werken auch viele Arbeiten präsentiert, die schon lange nicht mehr zu sehen waren.

Sammlung Falckenberg, Deichtorhallen Hamburg, Wilstorfer Straße 71, Tor 2
21073 Hamburg-Harburg
bis 24. Mai 2020Im Rahmen von öffentlichen Führungen: Donnerstags und freitags um 18 Uhr sowie samstags, sonntags und feiertags um 12 und 15 Uhr. Buchung im Ticketshop erforderlich. Sowie jeden 1. Sonntag im Monat 12–17 Uhr Eintritt regulär: 15 Euro; ermäßigt: 12 Euro Mehr Info

7. Raus aufs Land!

© Freilichtmuseum Kiekenberg

Westlich von Harburg gibt es so einiges zu entdecken! Genauer gesagt im Freilichtmuseum am Kiekeberg: Ob eine Zeitreise in das bäuerliche Leben von vor 200 Jahren anhand alter Wohnräume in reetgedeckten Häusern oder ein Besuch des Agrariums, welches die Entwicklungen der Landwirtschaft beleuchtet. Auf dem 12 Hektar großen Areal des Museums erwarten euch sowohl alte Scheunen, Speicher und historische Gebäude, als auch viele tierische Bewohner wie Gänse, Kaltblüter oder Rinder.

Stiftung Freilichtmuseum am Kiekeberg, Am Kiekeberg 1, 21224 Rosengarten-Ehestorf Dienstag–Freitag 9–17 Uhr, Sonnabend, Sonntag und an Feiertagen 10–18 Uhr, Montag geschlossen, 2. Weihnachtsfeiertag geöffnet; Am 24./25./31. Dezember und am 1. Januar geschlossen! Eintritt 9 Euro; Besucher unter 18 Jahren frei Mehr Info 

8. Goya, Fragonard, Tiepolo: Die Freiheit der Malerei

Jean-Honoré Fragonard (1732– 1806), Der Philosoph, um 1764, Öl auf Leinwand, 59 x 72,2 cm (oval) © Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford

Bevor 1789 die Französische Revolution das europäische Zentrum erschütterte, gab es bereits Positionen in der Malerei, die einem Echolot gleich, die Stimmungen von Umbruch und Neuanfang künstlerisch einfingen. So die These der Hamburger Kunsthalle, die zum ersten Mal das Werk Goyas, Fragonards sowie Giovanni Battista Tiepolos und das seines Sohnes Giovanni Domenico Tiepolo gegenüberstellt. Die Ausstellung verdeutlicht die Reflexion der Maler über das Hier und Jetzt, sowie ein Brechen der künstlerischen Konventionen mit der öffentlichen Erwartungshaltung.

Hamburger Kunsthalle, Glockengießerwall 5, 20095 Hamburg 13. Dezember 2019 bis 13. April 2020; Vernissage am Donnerstag, 12. Dezember 2019, um 19 Uhr Dienstag–Sonntag 10–18 Uhr; Montag geschlossen; Donnerstag 10–21 Uhr; Donnerstag an/vor Feiertagen 10–18 Uhr Eintritt regulär 14 Euro; ermäßigt 8 Euro Mehr Info 

9. “Streng reell! Wundervollste Muster! Giftfrei! Und unverwüstlich bis über den Tod hinaus!“

Der oben genannte Spruch, war quasi das Motto des Tattowierers Christian Warlich. Das Museum für Hamburgische Geschichte widmet ihm mit Tattoo Legenden: Christian Warlich auf St. Pauli eine umfassende Ausstellung. Präsentiert wird sein Vorlagealbum, welches all die Motive von bunte Nixen, Drachen, Geishas und Dämonen bündelte und ihm schnell zu großer Bekanntheit auf dem Kiez schenkte. Als erster „Electric Tattooing Artist“ war Warlich über 40 Jahre als Tattoo-Künstler in seiner Kneipe auf St. Pauli tätig und erlangte auch darüber hinaus internationale Berühmtheit.

Museum für Hamburgische Geschichte, Holstenwall 24, 20355 Hamburg bis 25. Mai 2020 Montag & Mittwoch–Freitag 10–17 Uhr; Samstag–Sonntag 10–18 Uhr; dienstags geschlossen; Heiligabend, 1. Weihnachtsfeiertag, Silvester und Neujahr geschlossen Eintritt regulär 9,50 Euro; ermäßigt 6 Euro; Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt Mehr Info

10. Das zweite Original. Fotografie neu ordnen: Reproduktionen

© Wilhelm Weimar (1857–1917): Aquamanile in Gestalt eines Löwen, um 1898 Glasnegativ, 18 x 23,8 cm, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

In dieser Ausstellung werdet ihr mit auf eine historische Spurensuche durch das MKG mitgenommen. Präsentiert werden Glasnegative, die um die Jahrhundertwende zur Dokumentation von Museumsobjekten angelegt wurden. Sie wurden von dem ersten Museumsmitarbeiter Wilhelm Weimar erstellt, welcher sich damals noch das Fotografieren autodidaktisch aneignete. Die ausgestellten Kunstwerke werden jetzt mit einem Bildkosmos von Dokumentationen verschiedener Bildträger begleitet und zeigen, dass das Bewahren als Tätigkeit bis Heute ein wichtiger Teil der Museumsarbeit ist.

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG), Steintorplatz, 20099 Hamburg 06. Dezember 2019 bis 02. Juni 2020, Vernissage am 05. Dezember 2019 um 19 Uhr  Dienstag–Sonntag 10–18 Uhr; Montag geschlossen; Donnerstag 10–21 Uhr Eintritt regulär 12 Euro; ermäßigt 8 Euro; Donnerstag ab 17 Uhr 8 Euro; bis 17 Jahre frei Mehr Info

11. Das Jenisch Haus

© Foto: SHMH, Sinje Hasheide

An einem kalten und sonnigen Wintertag gibt es kein schöneres Ausflugsziel als das Jenisch Haus. Umgeben von alten, großen Bäumen und einer wunderschönen Parkanlage erhascht man einen Blick auf die Elbe und könnte auch mitten in England sein. Im Jenisch Haus selbst erwartet euch neben wechselnden Sonderausstellungen auch eine Dauerpräsentation. Diese gibt über die Rekonstruktion der Räume mit alten Möbeln, knarzenden Dielenboden und Kunst die Möglichkeit einer Zeitreise in das 19. Jahrhundert, als der Hamburger Senator Martin Johan Jenisch in den von Karl Friedrich Schinkel erbauten Landsitz einzog.

Jenisch Haus, Baron-Voght-Straße 50, 22609 Hamburg Montag 11–18 Uhr, dienstags geschlossen, Mittwoch bis Sonntag 11–18 Uhr; Heiligabend, 1. Weihnachtsfeiertag, Silvester und Neujahr geschlossen. An allen anderen Feiertagen von 11–18 Uhr geöffnet Eintritt regulär 6,50 Euro; ermäßigt 4 Euro Mehr Info

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