11 schöne Wanderungen in und um Hamburg

Grauenhafte Erinnerungen an langweilige Wanderurlaube mit den Eltern kennen viele von uns. Was an stundenlangem anstrengendem Spazieren durch verschiedene Landschaften Urlaub sein soll, hat so recht niemand verstanden — bis jetzt. Vielleicht ist es ja das Alter. Oder der Trubel der Großstadt, dem wir entfliehen wollen. Wandern ist jetzt wieder cool. Freiwillig schnüren wir uns an freien Tagen in unsere bequemsten Wanderschuhe, packen deftige Lunchpakete und laufen los.

Wer aber denkt, Wandern geht nur mit weiter Anreise nach Süddeutschland, Österreich oder in die Schweiz, irrt sich. Hamburg hat vielleicht nicht so viele Berge und Höhenmeter, dafür aber wunderbar abwechslungsreiche Landschaften, spektakuläre Moore und viele Routen am Wasser zu bieten. Wir zeigen euch 11 schöne Wanderwege.

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© Hans Robert Wolters , wikipedia | CC BY 3.0 Wandern durch das Hochmoor Wittmoor

Das letzte verbleibende Hochmoor im Norden Hamburgs ist ein echtes Naturspektakel: Es dokumentiert die Wald- und Vegetationsgeschichte seit der letzten Eiszeit und beheimatet verschiedenste Libellenarten, Bergeidechsen und Ringelnattern. Durch das Naturschutzgebiet Wittmoor führen zwei Wege: Die kürzere Strecke mit etwa dreieinhalb Kilometer wandert man in etwa einer Stunde. Für die längere Strecke braucht man ungefähr doppelt so lange. Starten kann man zum Beispiel im Süden des Moors, auf dem Parkplatz Am Wittmoor. Der Weg führt am westlichen Rand des Moors vorbei an der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Wittmoor. Etwas weiter gibt es die Möglichkeit, rechts abzubiegen und mitten durch das das Gebiet zu wandern — den schönsten Moor-Ausblick inklusive.

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© Pixabay Auf dem Vier-Dörfer-Weg von Buxtehude nach Ovelgönne wandern

Die etwa 15 Kilometer lange Route startet in Buxtehude im Alten Land an der Moisburger Straße und verläuft stadtauswärts in Richtung Eilendorf. Nach Überquerung der B73 startet links die Markierung W7, der man nun knapp 4 Stunden lang folgt. Die Route führt durch Eilendorf, Immenbeck, Ovelgönne — und wieder zurück nach Buxtehude. Auf dem Vier-Dörfer-Weg wandert man durch Wälder, über die Geest, vorbei an der historischen Wassermühle von 1674, steigt auf den 52 Meter hohen Viertberg — den höchsten Punkt von Buxtehude — und wieder ab nach Ovelgönne.

Dauer: 3:45 h

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Durch die Tierwelt des Duvenstedter Brooks

Der Duvenstedter Brook besticht nicht nur mit wunderschöner, unberührter Natur, sondern auch mit der Chance, die verschiedensten Wildtiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten: Vom Hirsch bis zum Kranich lassen sich unzählige Tierarten finden. Deshalb sind auch einige Wege wegen der Brut- und Brunftzeit von März bis Juli und von September bis Oktober gesperrt. In den anderen Monaten lohnt es sich dafür umso mehr! Der am einfachsten zu erreichende Start ist die U1-Station Ohlstedt. Von dort wandert man etwa zwei Kilometer durch den ebenfalls sehr schönen Wohldorfer Wald, bevor man den Duvenstedter Brook erreicht. Von dort gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Naturschutzgebiet zu erkunden. Die längste Route ist etwa sieben Kilometer lang.

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Heidschnuckenweg - Etappe 1: Fischbek bis Buchholz

Ein Klassiker, wenn es ums Wandern in Hamburg und Niedersachsen geht: Der Heidschnuckenweg zählt zu den beliebtesten Routen und das zu recht: Die Heidelandschaft, die man dort zu sehen bekommt, ist einzigartig. Insgesamt verläuft der Heidschnuckenweg von Fischbek bis nach Celle und ist in 13 Etappen unterteilt. Von Hamburg aus bietet es sich natürlich an, die erste Etappe zu wandern. Die Anreise ist ganz entspannt: Mit der S3 bis Hamburg Fischbek, in der Scharlbarg Straße startet die Tour. Immer wieder leicht an- und absteigend, durch Wälder und vorbei am Segelflugplatz führt diese Etappe des Heidschnuckenwegs auch durch das Heidedorf Langenrehm bis in die Lüneburger Heide. Auf keinen Fall die Kamera vergessen!

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Auf Hamburgs höchsten Punkt wandern

Obwohl der Hasselbrack mit 116 Metern über NN der höchste Punkt Hamburgs ist, wird wenig Wirbel um den Berg in den Schwarzen Bergen gemacht. Auch Ausschilderungen gibt es dort nicht. Wer sich in Hamburg trotzdem gerne Mal über allem erhaben fühlen möchte (und dafür nicht nach Blankenese ziehen möchte), sollte mit einer guten Wanderkarte oder GPS ausgestattet sein. Mit letzterem lässt sich dort auch wunderbar geocachen. Auf dem dicht bewachsenen Hasselbrack hat man zwar keine weite Sicht, dafür bietet er ein Zuhause für Vogelarten und Wildtieren aller Art. Starten kann man zum Beispiel in Alvesen, von dort sind es etwa zwei Stunden bis zum Gipfel und zurück.

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Strand- und Meeres-Feeling in den Boberger Dünen

Zwar ist Westerland nur eine vierstündige Zugfahrt von Hamburg Altona entfernt — Echtes Sylt-Feeling geht hier in Hamburg aber sogar noch schneller: Die Boberger Dünen sind die letzten verbleibenden Wanderdünen in Hamburg und eignen sich wunderbar für einen kleinen, sandigen Wanderausflug. Für die sieben Kilometer durch die Dünenlandschaft braucht man etwa eineinhalb Stunden. Die Route führt vorbei am Segelflugplatz und an einem Badesee, an dem sich im Sommer ein Stop mit Abkühlung im Wasser unbedingt lohnt. Mit dem Auto ist man vom Hauptbahnhof an den Boberger Dünen innerhalb 20 Minuten, mit der U2 bis zur Endstation Mümmelmannsberg und dem Bus ist man ungefähr 40 Minuten unterwegs.

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© Hans Robert Wolters , wikipedia | CC BY 3.0 Tiere füttern im Naherholungsgebiet Klövensteen

Altona kann nicht nur rough und laut, sondern auch ganz behutsam und ruhig: Der Forst Klövensteen in Rissen ist das größte Waldgebiet in Altona und eignet sich perfekt für Tageswanderungen in Hamburgs Westen. Nach 13 Kilometern, für die man etwa zweieinhalb bis drei Stunden benötigt, kann man ganz gut verstehen, warum das Leben im Wald eigentlich auch eine Option sein könnte. Von der S-Bahn-Station Rissen durch den Schöns Park ist man in kurzer Zeit im Klövensteener Forst angekommen. Die Route führt am Schnaakenmooor, der Waldschule und dem kostenlosen Wildgehege vorbei, wo man Tiere füttern kann — für eine Familienwanderung mit Kindern perfekt!

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Wandern auf dem Elbwanderweg von Wedel zu den Landungsbrücken

Auch wenn es auf dieser Route keine expliziten Ausschilderungen oder Markierungen gibt, lässt er sich nicht verfehlen: stadteinwärts einfach immer der Elbe entlang. Direkt zu Beginn kommt man dabei an der Schiffsbegrüßungsanlage Willkomm Höft vorbei — ein kleines Erlebnis für jeden, der so eine Schiffsbegrüßung noch nicht erlebt hat. Weiter führt der Elbwanderweg über einige Treppenabschnitte auf den Elbhöhenweg in Richtung Leuchtturm, entlang am Falckensteiner Ufer bis nach Blankenese. Noch nicht genug Treppen und Höhenmeter? Ein kurzer Abstecher ins Treppenviertel lohnt sich sowieso immer. Für alle anderen geht es weiter entlang der Elbe vorbei an Teufelsbrück, dem Museumshafen Ovelgönne und endet an den Landungsbrücken: bestenfalls mit Fischbrötchen.

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Wandern durch das Ahrensburger Tunneltal

Wer von euch wusste bis jetzt, was eine glaziale Rinne ist? Keine Sorge, wir auch nicht. Und wie schön diese sein kann? Erst recht nicht. Das Ahrensburger Tunneltal ist so eine glaziale Rinne. Entstanden ist sie am Ende der letzten Eiszeit durch das Schmelzwasser eines Gletschers, dass sich so den Weg im Osten Hamburgs gebahnt hat. Für Archäologen wie Alfred Rust hielt das Gebiet außerdem bedeutende Funde für die Ahrensburger Geschichte bereit. Bis zur U-Bahn-Station Ahrensburg West kommt man ganz einfach mit der U1, von dort aus liegt das Tunneltal quasi nur eine Fußgängerbrücke entfernt. Verschiedene Rundwege führen durch das Naturschutzgebiet, zwischen fünf und acht Kilometer lang kann man hier mehrere Stunden entdecken und erkunden.

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Am Wasser entlang auf dem nördlichen Alsterwanderweg (1/2)

Natürlich darf eine Route in unserer Liste nicht fehlen: Der Alsterwanderweg. Er ist Teil der Via Baltica, des Norddeutschen Jakobswegs. Mit insgesamt 37 Kilometer vom schleswig-holsteinischen Kayhude bis zur Elbe hat man einiges vor sich — Rom wurde aber ja schließlich auch nicht an einem Tag erbaut. Die erste, nördliche Etappe führt von Kayhude nach Poppenbüttel. Die Alster, deren Quelle etwa 10 Kilometer von hier entfernt liegt, ist hier gerade mal zwei bis drei Meter breit. Etwa 15 Kilometer und knapp vier Stunden wandert man auf dieser Etappe bis man sein Ziel an der S-Bahn-Station Poppenbüttel (S1, S11) erreicht hat. Ausgeschildert ist die Route gut sichtbar mit gelben Symbolen, durch wunderbar grüne Abschnitte — immer am Wasser entlang.

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© Eylin Heisler Am Wasser entlang auf dem südlichen Alsterwanderweg (2/2)

Wer den Alsterwanderweg städtischer, aber nicht weniger schön erleben möchte, der startet an der S-Bahn-Station Poppenbüttel (S1, S11) und wandert bis zum Baumwall. Der südliche Abschnitt ist mit 22 Kilometern etwas länger als der nördliche — dafür spart man sich auf jeden Fall Zeit bei der Anreise. Statt durch grüne Waldabschnitte läuft man hier im Alstertal, immer entlang der gelben Pfeile, hauptsächlich durch Parks, Villenviertel, vorbei an der Außen- und Binnenalster bis zur U-Bahn-Station Baumwall (U3), wo die Alster in die Elbe fließt — und der Elbuferwanderweg startet. Falls eure Beine noch können.

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