Artvergnügen #21 – 11 Kunsttipps, die ihr im April nicht verpassen solltet

April, April, du machst was du willst! Aber nicht nur das Wetter im Hamburger April ist abwechslungsreich, auch die Kunst- und Kulturszene fährt langsam wieder zu Hochtouren auf. Die Lange Nacht der Museen in Hamburg bietet geballte Kunst- und Kulturpower an einem Abend mit hoffentlich lauen Temperaturen. Mit dem Motto wird vor allem den wissbegierigen unter euch ein schönes und abwechslungsreiches Programm geboten. Wer die Ostertage in Hamburg bleibt, kann sich auch so einiges vornehmen - die Hamburger Museen sind gut aufgestellt und da das Wetter vielversprechen hamburgisch sein wird, kann man wohl die ein oder andere Ausstellung mitnehmen. 

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© Stefan-Marx Fedex Künstlerbücher

Das Künstlerbuch als Kunstwerk. Die Kunsthalle präsentiert mit der kommenden Ausstellung „Künstlerbücher. Die Sammlung“ erstmals eine Auswahl der bekanntesten Publikationen aus ihrer Sammlung. Sie sind auf die Werke der Minimal Art und Konzeptkunst zurückzuführen, in denen Künstler wie Sol LeWitt, Ed Ruscha und Lawrence Weiner in den 1960er und 1970er Jahren ihre seriellen und konzeptuellen Ideen in das Medium Buch umsetzten. In ganz unterschiedlichster Weise und unter Einbezug anderer Medien sind über das Buchformat hinaus ganz individuelle und kreative Formen entstanden. Verschiedenste Techniken wurden angewandt, um dem Werk seine Gestalt zu geben. Zugleich wird die Kunst für jedermann erschwinglich und verliert damit ein Stück weit seine hierarchisierende Wirkung. Wie kaum ein anderes künstlerisches Medium steht das Künstlerbuch daher auch für die Demokratisierung von Kunst. In der Ausstellung werden ergänzend zu den Publikationen Kunstwerke aus der Galerie der Gegenwart und dem Kupferstichkabinett gezeigt, die in einem direkten Zusammenhang mit den Veröffentlichungen stehen.

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© Museum für Kunst und Gewerbe Kunst erleben bei der Langen Nacht der Museen 2018

Die Lange Nacht der Museen 2018 bietet euch wieder die Gelegenheit über die normalen Besucherzeiten hinaus am Samstag dem 21. April von 18:00 bis 02:00 Uhr die Hamburger Museumslandschaft zu entdecken. Unter dem diesjährigen Motto „ Forsch Dich durch die Nacht“ steht, wie der Titel schon beschreibt, die Forschung im Mittelpunkt. Museen sind nicht nur Institutionen, die eine Sonderausstellung nach der anderen veranstalten, die Hauptaufgabe liegt ebenfalls im Forschen. 59 Häuser in Hamburg gehen mit einem vielfältigen Rahmenprogramm an den Start. Lasst euch von dem bunten Programm treiben und entdeckt doch vielleicht auch mal die unbekannteren Museen. Ein Shuttle bringt euch von A nach B, aber besser noch, wenn ihr das Rad nehmt. Ein Highlight ist mit Sicherheit auch die Barkassenfahrt rüber zum Hafenmuseum. Die Touren starten ab 17:30 vom Sandtorhöft in der HafenCity. Nebenbei gibt es immer musikalische und theatralische Inszenierungen und kulinarisch wird auch einiges geboten. Eine gelungene Nacht mit viel Wissen, Musik und guter Laune.

  • Hamburg (komplett)
  • Hamburg
  • 18:00 - 02:00 Uhr
  • Eintritt: 17 Euro, ermäßigt: 12 Euro
  • Mehr Info
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© VG Bild-Kunst, Bonn 2018 Karl Schmidt-Rottluff (1884-1976): Brücke mit Eisbrechern, 1934, Brücke-Museum Berlin Karl Schmidt-Rottluff: expressiv, magisch, fremd

Karl Schmidt-Rottluff (1884 bis 1976) gilt als wichtigster Vertreter des Expressionismus. In der Ausstellung im Bucerius Kunst Forum werden 80 Arbeiten des Künstlers aus über 50 Jahren kreativen Schaffens ausgestellt. Darunter werden nicht nur Gemälde sondern auch Skulpturen, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken gezeigt. Um einen internationalen, außereuropäischen Dialog zu kreieren, werden demgegenüber afrikanische und ozeanische Objekte aus der Sammlung von Schmidt-Rottluff, die er schon als junger Künstler angelegt hatte, gesetzt. Die Ausstellung präsentiert neue wissenschaftliche Erkenntnisse über den Nachlass des Künstlers und veranschaulicht, wie Schmidt-Rottluff stilistische und inhaltliche Anregungen umsetzte und darüber hinaus Motive direkt in seine Bilder übernahm.  Ab 1936 bekam Schmidt-Rottluff Ausstellungsverbot unter dem NS-Regime. In dieser Zeit fanden mehr außereuropäische Objekte Einzug in seine Werke. Erst nach dem zweiten Weltkrieg arbeitet der Künstler wieder mit leuchtend, kräftigen Farben, wobei man gut beobachten kann, dass der Künstler eine neue kreative Schaffensphase erlangt. Wer also Bock auf ein bisschen deutsche Kunstgeschichte hat und dabei die bunte Bilderpracht des Künstlers bestaunen möchte, sollte sich diese Ausstellung nicht entgehen lassen.

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© Staatsarchiv Hamburg Revolution!?

In Hamburg gab es eine Revolution? So ist es! Die Revolution von 1918/19 markiert eines der wichtigsten Ereignisse in der Geschichte Hamburgs. Sie steht nicht nur am Anfang der modernen demokratischen Ordnung des Stadtstaates, sondern ist zugleich einer der frühen historischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts in Hamburg.
Das Museum für Hamburgische Geschichte widmet der Revolution und dem Themenjahr eine Ausstellung, in der vor allem das Alltagsleben, die politischen Unruhen und natürlich die historischen Ereignisse und dessen Resultate für die Hamburgische Gesellschaft thematisiert werden. Exemplarisch lässt sich dadurch beleuchten, welche Prozesse und Machtstrukturen in gesellschaftlichen und politischen Umbrüchen eine entscheidende Rolle spielen. Gleichzeitig wird jedoch deutlich, dass das alltägliche Leben in seinen Facetten unter fast allen Umständen angepasst weiterlaufen kann.

  • Museum für Hamburgische Geschichte
  • Holstenwall 24
  • Montag: 10:00-17:00 Uhr, Mittwoch bis Freitag: 10:00-17:00 Uhr, Samstag und Sonntag: 10:00-18:00 Uhr
  • Eintritt: 9,50 Euro, Ermäßigt: 6 Euro
  • Mehr Info
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© MKG Pressefoto The Polaroid Project

Der Name Polaroid ist als Marke längst zum Mythos geworden. In der Ausstellung „The Polaroid Projekt“ könnt ihr euch jetzt das Phänomen in seiner gesamten Bandbreite anschauen. Durch rund 220 ausgestellte Fotografien von über 100 Künstlern, geschossen durch 90 verschiedene Kameramodelle und ausgestellte Prototypen können alle innovativen Techniken und visuelle Revolutionen gründlich von allen Facetten beleuchtet werden. Polaroid hat erstmals den Weg ins Labor überflüssig gemacht und beeinflusst unsere Beziehung zu Bildern bis heute.

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© Westwerk In Space, In Time. Warum haben wir Menschen aufgehört, zu den Sternen zu schauen?

Die erste Gruppenausstellung mit den HfbK-Absolventen Daniela Milosevic, Katharina Trudzinski und Christoph Wüstenhagen und den HAW-Absolventen Holger Pohl mit dem Künstlerhaus Westwerk ist der Ausgangspunkt für einen kosmischen Spaziergang. In der Ausstellung „In Space, In Time“ wird Malerei und Installation dialogisch umgesetzt. Der Umgang mit physikalischen Gesetzmäßigkeiten ist ebenso Teil der Arbeiten, wie die Verbindung von Logik und Widerspruch und das Spiel mit den Ebenen. Sie laden das Auge zum Wandern und Fragen stellen ein. Wie macht man Zeit sichtbar? Welche Formen definieren den Raum, den wir sehen? Und vor allen Dingen, warum haben wir Menschen aufgehört, zu den Sternen zu schauen? Eine Ausstellung um ein recht abstraktes Thema, versucht durch Visualisierung diese zu entzerren und den Besucher zum Hinterfragen zu animieren.

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© Laura Giesdorf Full Coverage Makeup Tutorial – Concealing Myself with Flawless Monotony, www.guteaussichten.org GUTE AUSSICHTEN 2017/2018

Na? Wer hat es letzten Monat in die Ausstellungseröffnung der „Guten Aussichten Deluxe“ geschafft? Die Schlange reichte gefühlt bis zum Hauptbahnhof und wer einer der Glücklichen war, kann sich fühlen, als hätte er drei richtige im Lotto getippt. Damit haben sich die Deichtorhallen direkt mal eine Auszeichnung verdient und könnten mit dem Titel härteste „Ausstellungstür“ in Hamburg glänzen. Wer es bisher noch nicht geschafft hat, sollte das tun. Allen Grund dazu gibt es, denn nun gibt es nicht nur die deluxe Version, sondern die Ausstellung „Gute Aussichten – junge Deutsche Fotografie“ lädt erneut das Kunst und Fotografie interessierte Publikum ein, um die diesjährigen Preisträger begutachten zu können. Auch hier wäre wieder zu empfehlen, nicht unbedingt den Eröffnungstag zu wählen.
Insgesamt acht Preisträger werden gekürt. Alle miteinander verbindet die Imagination. Die Arbeiten bewegen sich also fern ab von Realität und öffnen dem Betrachter sowie dem Fotografen die weite, fiktive Welt. Dadurch sind wunderbare Arbeiten entstanden, die zum Mitdenken und Reflektieren anstiften.

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© Robert Longo Proof: FRANCISCO GOYA, SERGEI EISENSTEIN, ROBERT LONGO

In der Ausstellung „Proof“ in den Deichtorhallen werden die Werke von den drei wesensverwandten Künstlern Francisco Goya (1746–1828), Sergei Eisenstein (1898–1948) und Robert Longo (1953) gegenübergestellt, die die sozialen, kulturellen und politischen Komplexitäten ihrer jeweiligen Zeit in bildgewaltige Werke überführen. Robert Longo zählt zu den wichtigsten und bekanntesten zeitgenössischen Künstlern dieser Zeit. Allein die Inszenierung seiner großflächigen Zeichnungen ist ein Besuch der Ausstellung wert. Die imposanten Kohlezeichnungen wirken auf den Betrachte wie überdimensional vergrößerte Fotografien, erst beim näheren Hinsehen, wird deutlich, dass es Zeichnung sind. Politische Umbrüche, Krieg und Turbulenzen einer Jahrhundertwende werden von allen drei Künstlern zum thematischen Fokus verarbeitet. Dabei werden unterschiedliche Techniken angewendet. Goya wählte im 18./19. Jahrhundert das Medium Druckgrafik für seine gesellschaftskritischen Werkzyklen und eindringlichen Kriegsbilder. Eisenstein thematisiert seit den 1920er Jahren die russische Geschichte in Filmklassikern wie »Panzerkreuzer Potemkin« (1925) oder »Iwan der Schreckliche« (1945). Der New Yorker Künstler Robert Longo setzt sich in seinen bis zu 7,5 Meter breiten Kohlezeichnungen mit brennenden Themen der Gegenwart wie Terrorismus, Flüchtlingsbewegungen und moderne Kriegsführung wie auch den Symbolen der Macht auseinander. Aufklärung, Moderne und Postmoderne treffen in dieser Ausstellung zusammen.

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© Pressematerial via Hamburger Kunsthalle Die moderne Landschaft

Der Engländer Thomas Gainsborough (1727-1788) gilt als Wegbereiter der modernen Landschaftsmalerei um 1800. In seinen Werken werden Widersprüche und Umbrüche fassbar, sie veränderten England grundlegend. Gainsborough experimentierte mit Farben, Techniken und malte auf Glas und Naturmaterialen, so etablierte er England mit seinen zeitlosen Werken als Zentrum europäischer Landschaftsmalerei.

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© Ina Schoenenburg Ina Schoenenburg. Schmale Pfade | Blickwechsel

Die Freelens Galerie ist umgezogen und öffnet seine Türen ab sofort am Großneumarkt. Schön schlicht und minimalistisch sind die Räumlichkeiten geworden. Mit Ina Schoenenburg präsentiert sich die Freelens Galerie nun zum zweiten Mal im neuen Schein. Die Werkschau stellt Fotografien der Absolventin der Ostkreuzschule aus.

Im Fokus der ersten Arbeit „Schmale Pfade“ die wilde Natur Brandenburgs und die Menschen, die dort leben. Immer wieder taucht die Fotografin tief in diesen Landstrich ein und bringt von ihren Ausflügen bildgewaltige Szenen mit, die voller Brüche sind und gleichzeitig faszinieren und irritieren. Wirken die Landschaften ungezähmt, so sind die Menschen, denen sie begegnet, eigenartig traumverloren.

Die zweite Arbeit „Blickwechsel“ zeigt Porträts der Familie der Fotografin und sich selbst. Sie untersucht die Beziehung zu ihren Eltern und das Aufwachsen ihrer Tochter. Intimität und Vertrauen im Umgang miteinander sind ebenso sichtbar wie Verstimmung und Erschöpfung. Ina Schoenenburg zeigt ihre Familie seit sieben Jahren, so wie sie diese sieht. Ein liebevoller Blick, der auch die Schwächen einschließt.

Arbeiten von Schoenenburg sind in zahlreichen namenhaften Magazinen erschienen und für das Familienporträt wurde sie mit dem Otto-Steinert-Preis ausgezeichnet. Die Arbeit „Schmale Pfade“ wird in der Freelens Galerie zum ersten Mal ausgestellt.

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© Altonaer Museum Zuhause in Altona

Heimat ist das Thema der neuen Sonderausstellung im Altonaer Museum. Kinder aus 70 verschiedenen Ländern erzählen in über 200 Bildern Geschichten aus ihrem Geburtsland sowie dem Alltag aus der neuen Heimat in Deutschland. Seit 2014 arbeitet Patricia Thoma, Kinderbuchillustratorin mit Kindern aus Willkommensklassen, ihre Erlebnisse und Gedanken in Zeichnungen zu verarbeiten. Das Thema Zuhause und Heimat verbindet den Alltag der Kinder im hier und jetzt mit der Vergangenheit. Der Alltag hier in Altona unterscheidet sich gar nicht so sehr von dem zuvor. Es wird Fußball gespielt, Eis gegessen und zur Schule gegangen. Die partizipative Ausstellung zeigt die subjektive Wahrnehmung der Kinder auf das Thema Zuhause und Alltag und zeigt Gleichzeitig die ortsunabhängigen Gemeinsamkeiten auf.

  • Altonaer Museum
  • Museumstraße 23, 22765 Hamburg
  • 21.Mai bis 23.Juli | Montag: 10:00-17:00 Uhr, Mittwoch-Freitag: 10:00-17:00 Uhr, Samstag-Sonntag: 10:00-18:00 Uhr
  • Eintritt: 8,50 Euro, Ermäßigt: 5 Euro
  • Mehr Info
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