Artvergnügen #20 – 11 Kunsttipps, die ihr im März nicht verpassen solltet

Schon das dritte Artvergnügen in diesem Jahr. Der März hält für euch ein Potpourri an Kunst bereit und damit ihr auch nichts verpasst, haben wir eine vergnügte (To-Do) Liste für euch vorbereitet. Ihr dürft entscheiden zwischen coolen Polaroidbildern im Museum für Kunst und Gewerbe, reist zurück in die 70er ins Café Lehmitz oder ihr nutzt den Monat und tummelt euch im zoologischen Museum auf den Spuren unseres verschwindenden Vermächtnisses, dem Wald. Los geht's!

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© Familie Breitbart Schizophrenie und Kunst

Die  Ausstellung in der Fabrik der Künste präsentiert euch über 250 themenbezogene Werke aus dem Nachlass von Rüdiger H. Breitbart, einem an Schizophrenie erkrankten Künstler. Er wird euch mit in seine bizarre Lebenswelt nehmen, in der ihm seine Krankheit stets als Schaffensquelle diente. Der Zusammenhang zwischen Geisteskrankheiten und Genialität fasziniert den Menschen seit der Antike. Philosophen wie Platon und Demokrit hoben ihn bereits vor Christi immer wieder in ihren Arbeiten hervor. Es folgten diverse Werke, in denen versucht wird Wahnsinn als Quelle außergewöhnlicher künstlerischer Begabung zu erklären und ihn gleichzeitig als solche huldigen. Diese Kunstform gilt als die unverfälschteste, frei von allem akademischen und bürgerlichen Ballast.

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© Sammlung Falckenberg Pressematerial Transcendental homeless centralnervous

In der Sammlung Falckenberg könnt ihr auf drei Etagen Collagen der Künstlerin Astrid Klein aus den 70ern und 80ern, sowie installative Arbeiten aus den 90er Jahren bis hin zu ihrer gegenwärtigen Produktion bestaunen. Sie zählt zu den profiliertesten Künstlerinnen ihrer Generation und wurde vielfach ausgezeichnet – sie nahm 1986 an der Biennale in Venedig teil und war Professorin an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Astrid Klein gilt als Pionierin der experimentellen Fotografie und der Fotocollage.

  • Sammlung Falckenberg
  • Wilstorfer Str. 71, 21073 Hamburg
  • Donnerstag-Sonntag: nach Anmeldung, jeden ersten Sonntag im Monat: frei zugänglich von 12:00-17:00 Uhr
  • Donnerstag - Sonntag (Führungen): Eintritt: 15 Euro, Ermäßigt: 12 Euro, Kunst- und Kunstgeschichtsstudenten: 6 Euro, jeden ersten Sonntag im Monat (ohne Führung): Eintritt: 10 Euro, Ermäßigt: 6 Euro, Vernissage: Samstag, 24.03: frei
  • Mehr Info
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© Pressematerial via Hamburger Kunsthalle Die moderne Landschaft

Der Engländer Thomas Gainsborough (1727-1788) gilt als Wegbereiter der modernen Landschaftsmalerei um 1800. In seinen Werken werden Widersprüche und Umbrüche fassbar, sie veränderten England grundlegend. Gainsborough experimentierte mit Farben, Techniken und malte auf Glas und Naturmaterialen, so etablierte er England mit seinen zeitlosen Werken als Zentrum europäischer Landschaftsmalerei.

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© Affenfaust via instagram Wundern über tanawo' Festival x Affenfaust Galerie

Die Gruppenausstellung des Wundern über tanawo' Festivals kuratiert in Kooperation mit der Affenfaust Galerie, wo die inhaltlichen Stränge des Festivals an einem Ort zusammenfließen. Junge Künstler und Künstlerinnen aus Iran, Afghanistan und Europa präsentieren euch ihre Werke zu Außen- vs. Innenansicht: Gender, Indentität und Exil. Die Künstler haben versucht Antworten auf die Fragen zu finden: Welche Rolle spielt Kunst als Medium der Reflektion der Vergangenheit? Spiegelt sich dabei der Einzelne in der Sebstdarstellung einer Gesellschaft oder umgekehrt?

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© Kunstverein Hamburg Pressematerial Women Between Buildings

Mit „Women between Buildings“ zeigt der Kunstverein in Hamburg Arbeiten von Nicole Wermers aus den letzten zehn Jahren. Unter anderem könnt ihr Teile aus der Serie „Untitled Chairs“ und „Infrastruktur“ bestaunen. Ihre zumeist skulpturalen Arbeiten, verbinden die Auseinandersetzung über urbanen Raum mit Überlegungen zur Formensprache der Moderne und der Reflexion ihrer eigenen Rolle als Künstlerin in der Großstadt. Hierbei nimmt Wermers eine explizit feministische Perspektive ein.

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© Lena Müller Anders Petersen – Café Lehmitz

»Im Himmel gibt’s kein Bier, drum trinken wir es hier«, heißt es auf dem Schild im Café Lehmitz, einer legendären Stehbierhalle auf der Reeperbahn in den sechziger Jahren. Die gleichnamige berühmte Fotoserie wird zum ersten Mal seit 1970 wieder in Hamburg ausgestellt. Neben Fotos von Hafenarbeitern, Prostituierten, Transvestiten, Zuhältern, Leuten aus der Nachbarschaft  – eben allen, die damals auf St. Pauli ein Zuhause fanden, könnt ihr euch verschiedene Vintage-Prints ansehen.

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© MKG Pressefoto The Polaroid Project

Der Name Polaroid ist als Marke längst zum Mythos geworden. In der Ausstellung „The Polaroid Projekt“ könnt ihr euch jetzt das Phänomen in seiner gesamten Bandbreite anschauen. Durch rund 220 ausgestellte Fotografien von über 100 Künstlern, geschossen durch 90 verschiedene Kameramodelle und ausgestellte Prototypen können alle innovativen Techniken und visuelle Revolutionen gründlich von allen Facetten beleuchtet werden. Polaroid hat erstmals den Weg ins Labor überflüssig gemacht und beeinflusst unsere Beziehung zu Bildern bis heute.

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© gudbergnerger via instagram Urban Vibes

Wie fühlt sich die moderne Stadt an? Felix Eckardt versucht hierauf Antwort zu finden. Seine Malereien sind mehr Emotion, als Situation. Flirrende Lichter und schillernde Farben laden den Betrachter zum abtauchen in die Stadtlandschaft von New York, London, Berlin oder Hamburg ein – welche Stadt abgebildet ist, wird aber nicht verraten. Und trotzdem kann man es erraten, denn der Künstler hat die Besonderheiten jeder einzelnen Metropole herausgearbeitet und lenkt den Blick auf die kleinen Schätze, die wir oft in unserem stressigen Alltag übersehen.

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© Paul Roosen Contemporary Pressematerial Infractures

Florian Eymann präsentiert uns in seiner Ausstellung „Infractures“ seine Interpretation unseres morbiden Daseins. Durch seinen scharfen Blick und malerisches Können dringen seine Portraits zum Kern der Person vor. Die Gesichter der Portraitierten wirken verzerrt und gewaltsam deformiert – die Gesichter scheinen sich aus dem dunklen Bildhintergrund hervorzuschälen und dem Betrachter direkt in die Augen zu schauen.

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© Samy Deluxe via instagram S-trovertiert und Abgedrückt

Samy Deluxe ist einer der erfolgreichsten Rapper Deutschlands – klar! Aber wusstet ihr, dass er auch bildnerisch arbeitet? In seiner Ausstellung „S-trovertiert und Abgedrückt“ könnt ihr zum ersten Mal seine Werke sehen. Er vertritt einen zwanglosen Kunstbegriff, versteht HipHop als Subkultur und nutzt ihr vielfältiges Spektrum an künstlerischen Ausdrucksformen für sich – egal ob Sampling, Graffiti, Breakdance oder Rap. Seine Arbeiten sind mit Sprühdose und Marker entstanden, seine Bildstruktur wechselt mit jedem Blick aufs Neue zwischen Bild, Text und Zeichen. Neben Samy’s Serie werden Schwarzweissportraits und Momentaufnahmen des Fotografen und Breakdancers Janick Zebrowski in der Ausstellung präsentiert.

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© Universität Hamburg - Zoologisches Museum Pressematerial Verschwindende Vermächtnisse: Die Welt als Wald

Alfred Russel Wallace entschlüsselte vor 160 Jahren auf einer Forschungsreise durch Südamerika und Südostasien das Prinzip der Evolution. Seine Ausstellung „Verschwindende Vermächtnisse: Die Welt als Wald“ thematisiert die Zerstörung der tropischen Lebensräume im Anthropozän. Seine Werke verbinden Historie mit raumfüllenden Kunstereignissen und verwandeln das zoologische Museum in einen bedrohten Lebensraum: den (Regen-)Wald.

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