Artvergnügen #13 - 11 Kunsttipps, die ihr im August nicht verpassen solltet

Das Artvergnügen feiert sein kleines Jubiläum. Ein Jahr versorgen wir euch nun monatlich mit Kunst- und Kulturtipps. Wir freuen uns auf ein neues, buntes Jahr mit viel Kunst und Ausstellungen.

Der August verhält sich jedoch, was die Kunst angeht, in Hamburg ähnlich wie auch die anderen Sommermonate. Das ungewisse und gefürchtete Sommerloch verschluckt nicht nur Kollegen und spektakulären, unfassbar aufregenden Büroalltag, sondern nimmt der Stadt auch ein bisschen die kulturelle Dynamik. Aber keine Panik, Kunst und Kultur ist ein Prozess, der niemals stagniert und wir haben hier wieder einige hervorragende Tipps für euch zusammengestellt. Die Festivalsaison läuft in vollem Gange und somit gibt es hier und da ein Festival mit Kulturellen Programm, welches sich speziell den Küsten widmet.

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© Benedetto Bufallino MS Artville

Auch in diesem Jahr findet am Reiherstieg in Wilhelmsburg wieder das Kunst und Kultur Festival Artville statt, welches einen gebührenden Abschluss mit dem MS Dockville findet. Eine Open-Air-Galerie, die zum Kunst gucken aber auch zum Austausch und zum künstlerischen Prozess einlädt. Die Besucher sind an den Wochenenden eingeladen zu bestaunen, was in den kreativen Schaffensprozessen der Künstler/innen entsteht und haben darüber hinaus die Gelegenheit in den direkten Austausch mit ihnen zu treten.

Mit dem diesjährigen Thema Oasen verwandelt sich das Gelände in eine temporäre Kunststadt, die räumliche und metaphysiche Oasen zu bieten hat. Wer vor der urbanen, anonymen Großstadtwüste flüchten möchte, findet im MS Artville die Erlösung und kann sich nicht nur räumlich in eine Erholung begeben, sondern wird sich ebenso mit gesellschaftlichen Oasen umgarnen können. Das Thema steht zur freien Interpretation. Die Künstler/innen werden ab Mitte Juli eine Kunststadt entstehen lassen, die bis zum Dockville Festival im vollen Glanz erstrahlen wird. Während des MS Artville gibt es über das Angebot Kunst hinaus ein buntes und kreatives kulturelles Angebot.

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© Pressefoto: DA Festival DA-Festival – Knowledge in Action

In diesem Sommer findet in Hamburg ein ganz besonderes Festival statt. Wissen und angewandte, formgebende Alltagskunst steht dabei im Mittelpunkt. Design betrifft uns alle, nicht nur im Sinne von Produktgestaltung. Design gestaltet und beeinflusst Gesellschaft. Diese Haltung liegt dem DA-Festival, das vom 23. Bis 25. August 2017 an verschiedenen Orten in Hamburg stattfindet, zugrunde. In den drei Tagen wird versucht die herrschende Distanz zwischen Nutzer/inenn und dem Designbetrieb aufzubrechen. Designthemen und –Projekte werden für Touristen, ebenso für ein Fachpublikum zugänglich gemacht. Das gelingt, in dem Wissenstransfer und das Freizeitvergnügen als Festival zusammenfließen: Knowledge in the making kann so hautnah erlebt werden, Besuchende können aktiv und im Austausch mit den Designschaffenden an der Wissensproduktion partizipieren. Während drei Tagen bietet das DA-Festival die Chance, Feldforschung in Sachen Virtueller Realität und Rapid Prototyping zu betreiben, neue Wege der Designausbildung zu erproben oder Fragen rund um zeitgemäße Formen des Publizierens zu diskutieren oder kreative Ideen gegen Bier einzutauschen. Das experimentelle Format findet an verschiedenen Orten in Hamburg statt. Mal Bühne, mal Bar oder auch was ganz Anderes. Lasst euch auf den Austausch zwischen Wissen und Design ein. Das Ganze gibt es für lau.

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© Rivane Neuenschwander Art and Alphabet

Im Fokus dieser Ausstellung steht das vielschichtige Wechselverhältnis von Schrift und Bild in der gegenwärtigen Kunst. Schrift und Buchstaben dominieren ganz unbewusst unseren Alltag. Dabei nehmen wir nicht einmal wahr, welch künstlerischer Mehrwert in Form und Art von Buchstaben und Schrift stecken kann. Zugleich wohnt der Schrift als visuelle Sprache immer auch eine große kultur- und identitätsstiftende Kraft inne. Künstler/innen nehmen den Variationsreichtum verschiedener Alphabete zum Ausgangspunkt, um das Kommunikationsmedium Sprache in die Welt der Bilder zu überführen, um es zu ergründen, zu erweitern und spielerisch zu verwandeln.

Das Alphabet mit all seinen künstlerischen Formen, Silhouetten und Abstraktionen bekommt, in der groß angelegten Ausstellung, die volle Aufmerksamkeit. Präsentiert werden Werke verschiedenster Medien von rund 20 internationalen Künstler/innen, die unterschiedlichste Sprachen und Schriftsysteme mit ihren Bestandteilen erforschen, als visuelle Zeichen verstehen, erweitern und künstlerisch transformieren. Die Ausstellung umfasst künstlerische Positionen der letzten zehn Jahre, mit teilweise eigens für die Präsentation geschaffenen Werkgruppen.

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taste-fest-der-kuenste

TASTE Fest der Künste

„TASTE“ das genreübergreifende Kunstfestival, das jungen kreativen Künstler/innen die Möglichkeit gibt sich in ungezwungener Atmosphäre zu präsentieren. Im Fokus steht der Austausch zwischen Künstler/innen und Besucher/innen. Die Distanz und Coolness der Kunst soll hier aufgebrochen werden. Das Spektrum des Kunstfestivals reicht von bildender Kunst, über Design, Mode, Musik bis hin zur Koch- und Tattookunst. 40 Künstler/innen stellen ihre Arbeiten zwei Tage lang in der Kulturwerkstatt Altona aus. Ein Raum für direkte Begegnungen, Austausch und neue Kontakte soll auf diese Weise entstehen und bringt verschiedenste Menschen zusammen. Unterstützt wird das bunte Programm durch 12 Bands mit einem vielfältigen musikalischen Programm.

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© 2017 Pechstein Hamburg / Tökendorf

© 2017 Pechstein Hamburg / Tökendorf Max Pechstein. Künstler der Moderne

Max Pechstein war ein bedeutender expressionistischer Maler und Grafiker des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung im Bucerius Kunst Forum versucht dem Besucher die unterschiedlichen Etappen und Schaffensphasen Pechsteins zu präsentieren. Der Künstler war ein Vorreiter seiner Zeit, ein analoger Nomade und arbeitete von verschiedensten Orten aus. Die örtlichen und kulturellen Eindrücke verarbeitete er in seinem gemalten Werken. Er lebte unter anderem in Paris, Berlin und Dresden, Nidden auf der Kurischen Nehrung, Monterosso in Italien, Palau in der Südsee und die ostpommerschen Orte Leba und Rowe.  Aber nicht nur Umgebung und kulturelle Vielfalt beeinflusste die Kunst Pechsteins. Die Ausstellung zeigt ebenfalls, dass der Künstler neue Techniken der Malerei verarbeitete und sich als Schaffenslinie durch seine Werke verfolgen lässt.

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© Pressefoto: Stadtlandkunst Tom Bunk – Mad und andere Lebenslagen

Tom Bunk ist Illustrator und Cartoon Zeichner und weit über die nationalen Grenzen hinaus bekannt. Er gehörte zur Underground Comic-Szene und veröffentlichte mit Carlsen, Ravensburger, Volksverlag und den Semmel-Verlach seine Zeichnungen. Bereits 1983 zieht der, in Hamburg studierte, Künstler nach New York und startet von dort aus eine internationale Karriere als Illustrations- und Comickünstler. Ab 1990 zeichnet er regelmäßig für das MAD-Magazin. StadtLandKunst zeigt Originale und signierte Drucke von Tom Bunk exklusiv in Hamburg. StadtLandKunst bietet die Gelegenheit einen internationalen Star der Comicwelt kennen zulernen, eine Chance die ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen solltet.

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© Andreas Mühe Andreas Mühe: Pathos als Distanz

Die in enger Zusammenarbeit zwischen Andreas Mühe und Ingo Taubhorn, Kurator des Hauses der Photographie, inszenierte Ausstellung »Pathos als Distanz« unternimmt den Versuch eines Deutschlandbildes aus den Augen des Künstlers. Arbeiten aus allen Werkkomplexen Andreas Mühes finden im vom Großen Festsaal« des Hamburger Rathauses inspirierten Hauptraum der Ausstellung im Zentrum des Hauses der Photographie in einer einzigartigen Inszenierung zusammen. Wie selbstverständlich werden Bezüge unter den Bildern aus bekannten Werkzyklen wie „Neue Romantik“, “Obersalzberg“ oder “A.M.“ aber auch bisher unveröffentlichte Arbeiten aus „Wald“ oder »Jagd« sichtbar. Drei gesonderte Kabinette stellen in intimeren Rahmen Arbeiten aus drei Werkkomplexen vor, die als geschlossene Serien gezeigt werden, darunter „Haltung“.

Seine Werke beschäftigen sich mit Stimmungsklischees der Deutschen, Überhöhungen, Inszenierungen und Brechungen des Machtvollen. Jenseits von Heldenposen entsteht dabei eine bildnerisch geheimnisvolle Präsenz, so etwa in den Fotografien des Arbeitszimmers von Konrad Adenauer, den Häusern der DDR-Oberen in Wandlitz, dem italienischen Botschafter in seiner Vertretung oder den akribisch choreografierten Portraits von Künstlern und Politikern.

  • Deichtorhallen
  • Deichtorstraße 1, 20095 Hamburg
  • 19. Mai − 20. August 2017, Dienstag - Sonntag: 11:00 − 18:00 Uhr, jeden 1. Donnerstag im Monat: 11:00 − 21:00 Uhr
  • Eintritt: 10€, ermäßigt: 6€, Dienstagskarte: 5€ (ab 16:00 Uhr)
  • Mehr Info
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©Altonaer Museum

©Altonaer Museum Ernst Eitner. Monet des Nordens

Das Jenisch Haus präsentiert eine Werkschau des sogenannten „Monet des Nordens“. Der Maler Ernst Eitner zählt zu den Gründungsmitgliedern des Hamburgischen Künstlerclubs von 1897. Sein Stil wird auch heute noch als experimentierfreudig wahrgenommen. Damals wurde sein künstlerisches Geschick mehr missachtet und erst später wurde sein kreatives Genie entdeckt. Die Ausstellung zeigt in großen Umfang mitunter von Gemälden aus Privatbesitz und eigenem Bestand die Vielfalt Eitners Arbeit.
Mit Hilfe von Tagebüchern und privaten Aufzeichnungen Eitners wird die Ausstellung ergänzt und der Besucher bekommt einen Eindruck von dem facettenreichen Hamburger Kunst- und Kulturgeschehen an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert.

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© Hamburger Kunsthalle

© Hamburger Kunsthalle Open Access. 13 Blicke in die Sammlung

Mit dem Ausstellungsprojekt „Open Access. 13 Blicke in die Sammlung“ wird verschiedensten Hamburgern und Hamburgerinnen die Möglichkeit gegeben Teil des Ausstellungsteams der Hamburger Kunsthalle zu werden. Eine Möglichkeit, die sich nicht so leicht ergibt. Das Projekt möchte die Ideale der Bildungs- und Vermittlungsarbeit des ersten Direktors der Hamburger Kunsthalle, Alfred Lichtwark (1852-1914), mit neuen Konzepten im 21. Jahrhundert weiterentwickeln. Die Idee ist im Austausch und in der Zusammenarbeit neue Fragestellungen an die Sammlung zu entwickeln.   12 Personen haben sich auf Einladung des neuen Direktors beworben, an diesem Projekt teilzunehmen. Sie alle kamen zu unterschiedlichsten Momenten auf verschiedensten Wegen und Weisen nach Hamburg, jedoch eint sie, dass sie mittlerweile alle zu Hamburgern geworden sind und die Hansestadt ihre Heimat ist.
Die Hamburger Kunsthalle möchte damit einen Dialog über aktuelle Themen der vielfältigen und interkulturellen Stadtgesellschaft anregen und lädt alle Bürger und Bürgerinnen ein, sich daran zu beteiligen. Die Ausstellung versteht sich als Auftakt für eine aktuelle Befragung des Museums als öffentlicher Ort und als einen Ort für die Öffentlichkeit. In Workshops haben die Teilnehmer gemeinsam mit den Kuratoren eine Ausstellung erarbeitet, die ihre Fragestellung präsentieren. Ab dem 12. Mai wird das Ergebnis in der Kunsthalle zu sehen sein. Man darf gespannt sein, welche 13 Blicke sich in die Sammlung ergeben haben und wie die kreative Umsetzung erfolgt ist.

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© Pressefoto: Internationales Sommerfestival 2017 Internationales Sommerfestival 2017

Das Festival für Performative Künste findet auch in diesem Jahr wieder für drei Wochen im August auf Kampnagel statt. Zum ersten Mal wird auch die Elbphilharmonie durch das internationale Sommerfestival bespielt und somit wird diesem gläsernen Klotz endlich kreatives Feuer unterm dem Hintern gemacht. Theater, Tanz, Musik, Film, Performance, Bildende Kunst und Theorie erwartet euch. Ihr bekommt ein exquisites und mit Bedacht auserwähltes kulturelles Programm zusammengestellt, so wie ihr es nirgends anders präsentiert bekommt. Avantgarde, anders und Gesellschaftskritik gehören zur Dramaturgie des Festivals. Lasst euch auf den Rausch der Sinne ein und feiert Performance, Tanz und Kunst in seiner buntesten Vielfalt. Euch erwartet das Anarcho-Puppen-Musical Socalled, Live-Hörspiele, exzellente Performanz- Kunst von Juan Dominguez und die Premiere vom neuen Album von Andreas Dorau. Euch wird nicht langweilig. Das gesamte Programm findet ihr online hier.

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© Museum für Kunst & Gewerbe Keith Haring Posters

Die Ausstellung im MKG  präsentiert über 100 Plakate des New Yorker Grafitti-Künstlers Keith Haring aus eigener Sammlung, die in ihrer Vollständigkeit weltweit einzigartig ist. Zusätzlich sind zahlreiche kleinere Objekte und Marketing-Produkte zu sehen, die Haring in seinem New Yorker Pop Shop verkaufte.

Seine Plakate brechen nicht vollkommen mit dem Stil seines übrigen Werks, haben jedoch einige Besonderheiten. Die Schrift fällt stark ins Auge, sie findet sich in dieser Form nur auf seinen Plakaten. Die Motive sind einfacher gehalten als in seinen Zeichnungen und Gemälden und bestechen durch ihre Direktheit. Meist geht Haring direkt auf das Thema ein.

  • Museum für Kunst und Gewerbe
  • Steintorplatz 1, 20099 Hamburg
  • 31. Mai - 5. November 2017, Dienstag - Sonntag: 10:00 - 18:00 Uhr, Donnerstags: 10:00 - 21:00 Uhr
  • Eintritt: 12,00€, ermäßigt: 8,00€, Donnerstags ab 17:00 Uhr: 8,00€
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