11 urige Eckkneipen in Hamburg

In Hamburg eröffnen fast täglich hippe Läden, die hippe Konzepte an hippe Leute bringen. Betritt man jedoch mal eine der vielen alten Eckkneipen in Hamburg, hat man das Gefühl, die Welt steht still. Das Interieur ist oft von vor 50 Jahren, das Barpersonal nennt sich noch Wirt/in und jeder wird geduzt. Weil man sich hier so super verquatschen kann, Geschichten aus vergangenen Zeiten zu hören bekommt und es toll ist, die Zeit mal zu vergessen, kommen hier 11 urige Eckkneipen, die ihr besuchen solltet.

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Auf ein Glas ins Günther's

Das Günther's ist eine typische Nachbarschaftskneipe. Obwohl im Szeneviertel Altona gelegen, teffen sich hier eher Menschen aus der näheren Umgebung auf ein Bier vom Fass. Hier ist es immer herzhaft lustig und das Glas nie leer. Sollte man folglich mal vorbeischauen.

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© Quinn Dombrowski via flickr, CC BY-SA 2.0 Auf ein Gläschen in den Bierkrug

Den Bierkrug gibt es seit rund 30 Jahren. Vor ca. 50 Jahren war er mal eine Garage, die zu einer der alten Pöseldorfer Villen gehörte. Dann war im heutigen Bierkrug lange ein Frisör. Jetzt, ist es eine spitzen Kneipe und Matze und Tom hinter der Bar erfüllen jeden Getränkewunsch sofort. Der Laden ist relativ klein und deshalb immer sehr gut gefüllt. Bester Tag ist der Donnerstag. Es darf dann nämlich geraucht werden. Wenn ihr Glück habt, trefft ihr auch mal HP Baxxter von Scooter hier an – er ist Stammgast.

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(c) Lina Hansen Auf einen Absacker zum Crazy Horst

Die Crazy Horst Bar ist eine kleine gemütliche Kneipe mit Juke-Box und Piano. Die Barkeeper sind alle immer adrett gekleidet, nach alter Schule zuvorkommend, unaufgeregt und unterhaltsam – egal, ob Beppi Arved oder dem Barbesitzer, Crazy Horst, selbst. Er ist eine Institution auf St. Pauli und macht seiner Berufsbezeichnung laut Visitenkarte (= Freudenspender) alle Ehre. Ein Absacker bei Horst ist immer empfehlenswert. Man trifft interessante Menschen und ab und zu spielt sogar der Schauspieler Ulrich Tukur was am Klavier.

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(c) Lina Hansen Amtlich trinken im Nordlicht

Die Dekoration ist maritim, es riecht nach Hafen und St.Pauli. Die Geschichten, die im Nordlicht erzählt werden, haben viel vom Seemannsgarn und Duft der biederen und weiten Welt. Dazu gibt's einen Hamburger Kümmel und ein Bier. Den Wirt, Andreas, der auch noch Taxi fährt, kann man als schlagfertiges Hamburger Original bezeichnen, mit seinem Witz und Charme und den etwas robusten Sprüchen gegenüber den Gästen und seinem Personal. Gemeinsam mit seiner Frau führt er seit 29 Jahren die Kneipe. Wenn man gute Stimmung, Milieu- und Hafenatmosphäre, sowie preiswertes Bier haben will (Öttinger 1,00 Euro, Holsten oder Astra 1,60 Euro), sollte man sich im Nordlicht einfinden.

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© Natalya Okorokova via Shutterstock Bier trinken und tanzen in der Gaststätte Möller

Die Einrichtung in der Gaststätte Möller ist mit vielen Schiffchen und Gedöns schön verraucht. Die Musikbox gibt so Einiges her, was man sonst vielleicht nicht hören will – aber nach vier Bieren geht auch das. Zu späterer Stunde wird hier auch gerne mal getanzt. Die Wirtin ignoriert einen gern. Es ist aber anzunehmen, dass dieses volle Absicht ist: Denn wenn sie auch noch nett wäre und man schnell ans Bier käme, dann wäre diese tolle Kneipe wahrscheinlich komplett überfüllt. Die Gaststätte Möller ist der Rückzugspunkt für alle, die rauchen wollen, sitzen wollen und vielleicht sogar dabei auch noch ihr eigenes Wort verstehen wollen, ohne zu brüllen.

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© Quinn Dombrowski via flickr, CC BY-SA 2.0 Auf ein Bier und einen Schnack in Conny's Bierkiste

Conny's Bierkiste ist eine weitere gemütliche, altmodische Kneipe. Die Gäste und die Wirtin teilen gerne ihre Geschichten und Erinnerungen. Gute Gespräche zu guten Getränken in einer urigen Atmosphäre machen jeden Abend hier gelungen. Eine Fotocollage an der Wand zeigt Bilder von Gästen und vergangenen Abenden – hier ist schon so einiges passiert!

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© Isabel Rauhut Bierchen trinken im Old Sailor

Hier sollte man auf jeden Fall Halt machen, wenn man auf einer Kieztour gerade aus einer Bar oder einem Club kommt. Die Old Sailor Kneipe ist ziemlich klein, ziemlich verraucht, aber original. Mit einem charmanten Klientel, klassischen Biertulpen und einer Jukebox, kann man hier die vielleicht nötige Pause machen und ein paar spannende Geschichten erleben.

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(c) Lina Hansen Ein Herrengedeck bestellen im Tippel II

Das Tippel II ist eine weitere alte Eckkneipe, die sich jeglicher Modernisierung oder Renovierung krampfhaft widersetzt hat und das ist gut so. Man kann das alte Interieur als versifft beschreiben, was angesichts der Edding-beschmierten Wände auch nicht weit hergeholt ist. Man kann es aber auch einfach als authentisch ansehen und um es mal pragmatisch zu sehen: Um eine Fanta zu trinken geht hier keiner hin. Im Tippel II  ist es immer lustig und entspannt. Die zahlreichen ortsansässigen Stammgäste mischen sich hervorragend mit Zufallskunden, Touristen und anderen. Jeder ist herzlich willkommen. Wer in dieser Atmosphäre Fußball schauen will, sollte zu Heimspielen des FC St. Pauli hier mit einem Bier sitzen – Spaß garantiert!

  • Montag - Sonntag: 08:00-02:00 Uhr
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© Isabel Rauhut Zum Drink ein Toast Hawaii bestellen in der Klimperkiste

Die Klimperkiste an der Esplanade ist total verwinkelt, ständig und unerwartet kommen Stufen und vom Interieur eindeutig in die Jahre gekommen. Das zusammen sorgt für super Abende mit klasse Stimmung. Was richtig gut ist: Essen kann man hier bis in die Nacht. Wenn also nach dem x-ten Bier der Hunger kommt, bestellt man sich entweder ein Toast Hawaii oder das Baguette „Duffy“. Empfehlung!

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(c) Lina Hansen Wodka Ahoi trinken in der Holsten Schwemme

Auch die Holsten Schwemme überzeugt mit uriger Einrichtung, gesprächigem Barpersonal und super Gästen, mit denen es sich immer super unterhalten lässt. Neben dem Bier gibt es hier auch Wodka-Ahoi zum Tiefpreis. Sollte man getestet haben.

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(c) Lina Hansen Versacken in der namenlosen Kneipe

Die namenlose Kneipe an der Sternstraße darf natürlich nicht vergessen werden. Mit dem gelb leuchtenden Schild macht die Kneipe auf sich aufmerksam und zieht so immer wieder Neugierige in ihre vier Wände. Absacker werden hier zu einem Versacker, bevor es aus der Schanze nach Hause geht. Man kennt das.

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