Eilbeks schönster Garten: Zu Tisch in der "Guten Stube"

Am wenigsten vermutet man den zauberhaftesten Garten der Stadt wohl hier: an der grauen, lauten Wandsbeker Chaussee. Seit zwei Jahren treffen sich genau dort entspannte Eilbeker und Freunde des guten Geschmacks, um sich in der Guten Stube, zwischen Fritz Kola und Tischlein Deck Dich, die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen.

Neuen Lieblingsort gesucht?

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Der Abend in Kürze

Sarina: Unsere Suche nach guten Restaurants, schnieken Locations und neuen Geschmäckern hätte wohl kaum in Eilbek begonnen, hätte Betty, unsere Fotografin, nicht von ihrem neuen Geheimtipp erzählt: der Guten Stube. Neugierig wie wir sind, setzen wir den Laden auf Nummer 1 unserer „To-Eat“-Liste. Beim Abhaken merke ich, dass ich die Gute Stube doch eher in die Kategorie „To Meet“ einordnen würde, weil man hier wundervolle Begegnungen haben kann –  mit netten Nachbarn, einem ambitionierten Team und weißen Flecken auf der Hamburg-Map, die man nun endlich bunt ausmalen kann.

Ida: In der Guten Stube herrscht eine familiäre Stimmung, wie ich sie selten erlebt habe. Alles läuft entspannt ab, dass ich nicht umhin komme, mich hier pudelwohl zu fühlen. Dazu trägt wohl auch der Plausch mit Gästen und Gastgebern, die liebevolle Gestaltung des Ladens und das gute Essen bei. Ein weiteres Plus ist für mich der Überraschungsbonus: Bisher war das immer genau die Ecke Hamburgs, die ich für Café- oder Restaurantbesuche überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. So sehr kann man sich irren!

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Das Essen

Sarina: Die Auswahl ist klein, aber fein. Das mag ich. Denn so fällt die Entscheidung leicht und wir haben Zeit, Redestoff nachzuholen (das wäre mit mangelndem Multi-Tasking-Talent und Studieren eines 20-Seiten-Romans nur eingeschränkt möglich gewesen). Lediglich neun Gerichte stehen auf der Karte, die eigentlich eine Tafel ist und jeden Tag auf's Neue mit Leckereien bestückt wird. Lena, die zauberhafte Bedienung, platziert die sperrige Tafel so, dass auch unsere Tischnachbarn mitlesen können. Mein Favorit: Risotto mit Pfifferlingen und grünem Spargel (13,50 Euro). Keine zehn Minuten später steht es vor mir und ist so, wie es sein sollte: cremig und schlotzig mit extra viel Parmesan. Pilze und Spargel schmecken frisch und sind knackig. Mein Gaumen sagt: unaufgeregt, aber solide.

Ida: Der tägliche Wechsel der Gerichte verhindert die Gefahr jeder Langeweile. Ich entscheide mich für den Flammkuchen mit Gorgonzola und Spinat (10,50 Euro) – alternativ hätte es auch Champignons gegeben. Meine Wahl stellt sich als die richtige heraus. Der Flammkuchen ist schön dünn, der Teig knusprig und der Belag üppig. Außerdem ist der Spinat frisch gedünstet und kommt nicht aus dem Tiefkühlfach. Auch der Gorgonzola schmeckt grandios würzig!

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Das reizt uns noch auf der Karte

Ida: Neben dem Flammkuchen kann mich nur die Pasta verlocken. Aber die nimmt Betty - probieren reicht mir, alles perfekt. Mein Probierhappen von Sarinas Risotto überzeugt mich aber ebenso wie sie. Wer ein wenig Ahnung vom Kochen hat, weiß, dass die richtige Risottokonsistenz gar nicht mal so leicht zu treffen ist. Hier gibt’s volle Punktzahl!

Sarina: Würde ich Fleisch essen, wäre ich für das Schnitzel mit Spiegelei gewesen. Das hat Niko vom Nebentisch gegessen und dabei gestrahlt wie ein Kind beim ersten Eis. Das sei wohl jedes Mal so, erzählt uns seine Liebste. Idas Flammkuchen hätte ich auch gerne probiert. Notiz für's nächste Mal: Ida ein Stück stibitzen!

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Die Location

Ida: Hier ist es heimelig mit Omas Wohnzimmer-Kitsch. In einigen Ecken vielleicht etwas dunkel, aber hey: Auch das entbehrt ja nicht einer gewissen Gemütlichkeit. Vor allem hat es uns der Hinterhof angetan, den Sina und ihr Team in einen märchenhaften Biergarten umfunktioniert haben. Alles ist in zartem Violett und Weiß gehalten und wirkt damit sehr stimmig (auch wenn violett nicht gerade zu meinen Farbfavoriten zählt).

Sarina: Eine intime Vorstadt-Atmosphäre macht sich hier breit. Man sitzt abseits von Großstadttrubel und Touristentrauben zwischen gemütlichen Nachbarn und entspannten Eilbekern. Ich werde an meine Kindheit in Offenbach erinnert, wo der Garten im Sommer immer an die Stelle des Wohnzimmers trat. Der Flauschigkeit wegen lege ich mir das gehäkelte Kissen auf den Schoß, als ich mich drinnen auf dem samtüberzogenen Sofa ausstrecke. Gerne hätte ich noch ein paar Kochbücher aus dem Schrank genommen und durchgeblättert, werde aber von den Etageren abgelenkt, die sich auf den Hochschränken stapeln und auf eine üppige Kuchenauswahl am Wochenende neugierig machen.

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Die Gastgeber

Sarina: In der Guten Stube geht es ziemlich vertraut zu. Die Nachbarn kennt und schätzt man. Einer davon hat sogar seine Balkonlatten in den Farben der Guten Stube angepinselt. Das Team ist untereinander eng befreundet, teilweise sogar verwandt. Das ist mal eben auf uns übergeschwappt. Vielleicht haben auch die zwei Gläser Wein geholfen, als wir irgendwann unseren kleinen Kreis für die anderen Gäste öffnen und kreuz und quer durch den Garten reden.

Ida: Sina und Lena haben in den letzten Jahren einige Arbeit in die Gute Stube gesteckt. Dass beide hier mit ordentlich Herzblut arbeiten, merkt man sofort.

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Was in Erinnerung bleibt

Sarina: Ein warmes, wohliges Gefühl, ein bisschen Nostalgie und Glückseligkeit.

Ida: Ein wunderbarer Abend in bester Gesellschaft! Und ein genau richtig gebackener Flammkuchen, der knusprig ist, ohne verbrannt zu sein.

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Immer, selten oder ständig?

Ida: Wenn ich in der Nähe bin, komme ich bestimmt wieder vorbei! Übrigens: Genau so ein Laden dürfte gerne auch Barmbek besiedeln und würde von mir als zweites Wohnzimmer herzlichst willkommen geheißen. Mitbringen kann ich in die Gute Stube jeden. Die Speisekarte bietet was für alle Geschmäcker – und gemütlich mag’s ja jeder (okay, den Hipsterkumpel lass ich vielleicht zu Hause).

Sarina: Die Gute Stube ist die perfekte Sonntagsadresse. Ich werde öfters wieder kommen, mit einem Buch oder einer Freundin im Gepäck, Sonnenstrahlen einfangen und dabei Weinschorle trinken.

Dienstag - Donnerstag: 11:30-22 Uhr, Freitag: 11:30-23 Uhr, Samstag: 10-23 Uhr, Sonntag: 10-18 Uhr | Essen zwischen 8 und 20 Euro, Getränke ab 3 Euro | mehr Infos

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