Samstag, 22.11. Absinth trinken – Absinthbar

La fée verte – klingt nach gutem Gras, meint aber Absinth, das Teufelszeug mit bis zu 85 Prozent Alkohol. Wenn die Zahl, die den Alkoholgehalt eines Getränkes beziffert, einige Zehnerstellen höher liegt als das eigene Gewicht, sollte man wohl die Finger davon lassen. Aber hey, wo, wenn nicht in Hamburg mit all seinen Schiffen, kann man die Vernunft sehr gut über Bord werfen?

Also: Werft und wandert dann in die Absinth Bar in der Schanze. Hier herrscht auch an Wochenendabenden kein Trubel und Gedränge wie in den anderen Schanzenbars. Es ist schummerig, es läuft Django Reinhardt, es ist ein klein wenig gruselig. Die beiden Bedienungen wirken wie aus der Zeit gefallen und haben die Ruhe weg. Man könnte sie als drömmelig bezeichnen, aber das gehört wohl zum Stil des Ladens. Wir sind bei den hunderten Absintharten – sortiert nach Ländern – ziemlich überfordert und bestellen zur Hälfte nach gut klingenden Namen und lassen uns zur anderen Hälfte beraten. Dabei tauchen noch andere Absinths abseits der umfangreichen Karte auf – sich hier durch alles durchzuprobieren, ist eine echte Herausforderung.

Wir bekommen nach geraumer Zeit Runde eins serviert. Absinth zu trinken, ist kein Ex-oder-Arschloch-trinken, sondern wird zelebriert. Der Absinth wird in einem kleinen Glas serviert, darüber liegt ein spezieller Absinthlöffel mit einem in Absinth getränkten Zuckerstückchen, das angezündet wird und sich langsam in dem Glas auflöst. Zu dem Alkohol bekommt man Wasser und füllt das Glas damit auf.

Gemeinsam haben die Sorten den typischen Geschmack nach Anis, Fenchel und Wermut, dazu kommen diverse Kräuter. Ich finde ja, das klingt schon fast gesund und coole Typen wie Vincent van Gogh, Marylin Manson und Edgar Allen Poe haben das Zeug schließlich auch getrunken. Dass die alle etwas durchgeknallt sind, kann auch an einer schwierigen Kindheit gelegen haben und muss nun wirklich nicht dem Absinth in die Schuhe geschoben werden.

Wir grooven uns langsam ein, bestellen noch einige Runden und stellen am Ende fest: „Am Anfang ist es verstörend. Nach drei Absinth macht es Sinn.“

Wichtig: Geht nüchtern hin und zieht dann weiter. Nicht umgekehrt!

 Absinthbar | Schanzenstraße 99 | Öffnungszeiten: Di-Do 20.00 – 1.00 h, Fr-Sa 20.00 - 4.00 h |Internet: Gibt’s nicht

 

 

Absinthbar

Schanzenstraße 99, 20357 Hamburg

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