Glaube, Liebe, Hamburg: 11 Dinge, die du bei Tinder nicht machen solltest

Tinder kann so schön sein. Unverbindlicher Sex, ganz praktisch über's Smartphone organisiert. Moderner wird's nicht. Menschen kennenlernen war noch nie so einfach. Und doch machen es sich manche Menschen bei dieser App so unendlich schwer. Ich verstehe das nicht, es macht mich auch sehr traurig. So gern ich alle Männer da draußen nach rechts wischen und matchen würde, bei manchen Dingen wird es dann doch #leiderlinks.

Aus verlässlichen Quellen weiß ich, dass diese Dinge nicht nur mich nerven, sondern sehr viele Menschen unterschiedlichster Geschlechter. Wenn deine Matches sich also langsam aber sicher in den negativen Bereich bewegen und du einfach nicht verstehst, wieso, dann pass' mal auf. Hier kommen 11 Dinge, von denen du bei Tinder dringend absehen solltest.


1. Sonnenbrillen: Ich kann nicht genug betonen, wie unfassbar nervig ich diesen Punkt finde. Ja, das Prinzip von Tinder funktioniert hauptsächlich nach oberflächlichen Kriterien und dazu gehört das Aussehen. Und zum Aussehen gehört vor allem was? Richtig, das Gesicht. Also warum, warum in aller Welt gibt es da draußen Menschen, die auf jedem einzelnen ihrer Profilfotos Sonnenbrille tragen? Warum? Die Frage, die ich mir bei so etwas unweigerlich stelle, ist: Was hat diese Person zu verstecken? Zeig' dein Gesicht doch wenigstens einmal, okay? So schlimm kann es doch gar nicht sein!

2. Gruppenfotos: Du hast Freunde? Prima! Die haben aber auf deinen Tinder-Profilfotos nichts zu suchen. Tinder ist kein "3 für 1"-Angebot, so weit ich weiß. Du legst ein Profil für dich an, also wäre es doch sinnvoll, dass man auch erkennen kann, wer du eigentlich bist, oder? Ein Gruppenfoto hier und da ist okay, aber sobald ich anfangen muss, auf deinem Profil "Where's Waldo?" zu spielen, wird es #leiderlinks.

3. Das unvermeidliche "Hey!": Schätzchen. Ich weiß, wie anstrengend es ist, sich bei jedem deiner bestimmt zahlreichen Matches einen neuen, cleveren Anmachspruch auszudenken. Ich verstehe das. Wirklich. Aber ein "Hey"? Wirklich? Komm schon, du hast mindestens ein Foto und vielleicht sogar eine kurze Beschreibung dieser Person, kannst du wirklich nicht irgendetwas anderes zu sagen finden, außer "Hey"? Komm schon, ich glaube an dich. Du kannst das.

Zieh' dich bitte an, geh' nach draußen und mach' ein halbwegs sozialverträgliches Selfie wie alle anderen!

4. Bett-Fotos: Dass viele Tinder-Interaktionen irgendwann dort landen, heißt nicht, dass du dauernd Bilder dort machen musst. Es befremdet mich jedes Mal, wenn mir irgendein Möchtegern-Romeo aus seinen Kissen entgegen schmachtet. Dieser Effekt wird noch verstärkt, wenn besagter Romeo oben ohne ist. Zieh' dich bitte an, geh' nach draußen und mach' ein halbwegs sozialverträgliches Selfie wie alle anderen! Wenn ich wissen möchte, wie du in deinem Bett aussiehst, werde ich das schon herausfinden. Glaub mir.

5. Unnötiges Muskel-Gepose: Muckis sind harte Arbeit. Jeder, der schon einmal in einem Fitnessstudio war oder versucht hat, zu joggen, weiß das. Und es ist absolut verständlich, dass du den Menschen da draußen zeigen willst, wie hart du für deinen Beachbody gearbeitet hast. Aber hey, verlässt du das Fitnessstudio auch irgendwann mal? Besteht dein kompletter Kleiderschrank aus Sportklamotten? Und läufst du eigentlich mit permanent angespanntem Bizeps durch die Gegend, um so unendlich viele Bilder davon zu machen? Bitte, geh' doch mit deinen Workout-Fotos zu einer Fitness-Community. Dort sind sie definitv besser aufgehoben.

6. Zu close and personal: Es fängt bei romanartigen Beschreibungstexten an und hört bei Begrüßungen wie "Hey Sweetheart!" auf. Du kennst die Menschen auf Tinder nicht. Das ist der Sinn und Zweck dieser App. Wenn du also schon in der Beschreibung deine umfassende Lebensgeschichte erzählst und Menschen dann so anschreibst, als wären sie deine engsten Vertrauten, dann hast du offensichtlich ein ganz elementares Element von Tinder nicht verstanden. Lern' die Leute kennen und lass sie das bei dir auch tun.

Tinder ist nicht National Geographic

7. Reise-Exzesse: Ein Sonnenuntergang, das Meer und der Grand Canyon. Irgendwo, winzig und quasi nicht zu erkennen bist auch du auf diesen Bildern. Wenn so deine Profilbilder aussehen, wische ich #leiderlinks. Reisebilder können super sein, um der Tinder-Welt zu zeigen, was du für ein Globetrotter bist, aber Tinder ist nicht National Geographic. Wenn man dich zwischen all den Landschaften und Ausblicken gar nicht mehr erkennen kann, darfst du dich gern zu den Menschen von Punkt eins gesellen und dir ihre Sonnenbrille leihen. Matches bekommst du so leider aber nicht.

8. Club-Bilder: Okay, ja. Wir haben es alle verstanden. Du hast ein großartiges Sozialleben und feierst das auch jedes Wochenende gebührend mit ausreichend/zu viel Alkohol. Aber wirklich: Dir ist bewusst, dass man dich auf den meisten Club-Bildern quasi nicht erkennt und die Fotos meistens aussehen, als hätte man sie mit einem Toaster aufgenommen? Und wenn nicht: Niemand will das gestellte Clubfotografen-Bild von der schlechten Party letzte Woche sehen. Niemand.

9. Carpe Diem-Deepness: Tiefsinnige Sprüche in deiner Beschreibung sind das ästhetische Äquivalent zu "Carpe Diem"-Wandtattoos. Und die waren 2011 schon wieder out. Also bitte, bitte nimm doch Worthülsen wie "Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum" oder ähnliche Perlen aus der Beschreibung und verrate anderen da stattdessen tatsächlich etwas über dich!

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10. Tierbilder: Es gibt da diese Momente, wenn ich nichtsahnend durch Tinder scrolle, und auf einmal "Aaaaw, süß!" rufe. Nicht, weil ich den Mann meiner Träume gefunden hätte, oh nein. Es scheint eine unaufhaltsame Epidemie zu sein, die eigenen Profilfotos mit niedlichen Tieren aufzupeppen. Aber lass mich dir ein Geheimnis verraten: Das süße Tier macht dich nicht süßer. Also lass Mamis Katze wieder laufen und gib Omi ihren Wellensittich zurück. Und wenn du von Punkt 7 kommst: Nein, auch keine Fotos, wie du todesmutig ein Tiger-/Löwen-/Tyrannosaurus Rex-Baby in Afrika streichelst. Wenn du nicht auf der Suche nach Zoophilen bist, dann lass die Tiere einfach in Ruhe.

11. Snapchat-Momente: Ja, natürlich laden die "Momente" bei Tinder dazu ein, mit Snapchat verwechselt zu werden. Sieht ähnlich aus, funktioniert ähnlich, sollte aber bitte, bitte nicht so benutzt werden. Niemand will 10 mal am Tag in belangloser Bildform darüber aufgeklärt werden, was du gerade machst/isst/was auch immer. Und wenn doch, dann gibt es dafür Snapchat. So einfach ist das.

Natürlich gilt für all diese Punkte: Alles in Maßen. Wir sind wohl alle schon in den ein oder anderen der hier beschriebenen Tinder-Fettnäpfe getappt. Mich eingeschlossen. Aber vielleicht können wir ja versuchen, diese Fauxpas zu minimieren. Wenn du nicht mehr auf jedem Foto eine Sonnenbrille trägst oder einen Elefanten reitest, ist das schon mal ein guter Anfang! Und falls dir ein absolutes No-Go in dieser Liste gefehlt hat, schreib' uns doch einen Kommentar, was für dich #leiderlinks auslöst!
Also: Fröhliches Matchen!

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Titelbild: Denis Bocquet Flickr

Eichhörnchen: Maria Anna Thiele

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