Artvergnügen: 11 aktuelle Ausstellungen in Hamburg, die ihr nicht verpassen solltet
1 KATZEN!
Hier steht eines der beliebtesten Tiere der Welt im Mittelpunkt: die Katze. Die Ausstellung zeigt, wie Katzen seit Jahrhunderten in unterschiedlichen Kulturen gesehen werden – als göttlich verehrt, geheimnisvoll, widersprüchlich und heute als Stars der Popkultur. Mit Objekten aus aller Welt, Kunstwerken und überraschenden Fundstücken wirft KATZEN! einen humorvollen und zugleich kulturgeschichtlichen Blick auf unsere Beziehung zu den Samtpfoten.
2 Ulla von Brandenburg – Schüttelt Schattendramen aus dem Ärmel
Im Ernst Barlach Haus wird Kunst zur Bühne: Ulla von Brandenburg verbindet Film, Installation, Textil und Performance zu atmosphärischen Räumen, die irgendwo zwischen Theater, Traum und Realität schweben. Farben, Stoffe und Bewegungen spielen dabei eine zentrale Rolle – genauso wie das Gefühl, Teil der Szene zu sein. Ihre Arbeiten wirken ruhig, aber nie distanziert. Sie erzählen von Gemeinschaft, Ritualen und Rollenbildern und laden dazu ein, sich auf eine andere Art des Sehens einzulassen. Eine Ausstellung zum Eintauchen, Treibenlassen und Nachspüren – perfekt für alle, die Kunst gern als Erfahrung mitnehmen.
3 Kinder, Kinder! Zwischen Repräsentation und Wirklichkeit
Wie werden Kinder in der Kunst dargestellt – von der Renaissance bis heute: Die Ausstellung zeigt in verschiedenen Kapiteln Gemälde, Fotografien, Skulpturen und Medienkunst, die den Blick auf Kindheit und Kindsein immer neu hinterfragen. Die Werke erzählen davon, wie sich Rollenbilder, Werte und gesellschaftliche Vorstellungen über Jahrhunderte verändert haben: von herrschaftlichen Porträts über intime Alltagsmomente bis hin zu zeitgenössischen Positionen, die uns vertraute Bilder infrage stellen.
4 Daniel Spoerri – I Like Contradictions
Die Deichtorhallen Hamburg zeigen in der Sammlung Falckenberg eine große Ausstellung des Künstlers Daniel Spoerri. Der Mitbegründer der Fluxus-Bewegung ist bekannt für seine sogenannten „Fallenbilder“, in denen er Essensreste, Teller und Alltagsgegenstände auf Tischen fixiert – Momentaufnahmen des Lebens. Zu sehen sind rund 200 Werke aus über 60 Jahren, von frühen Objekten bis zu großen Installationen. Die Ausstellung zeigt, wie humorvoll und zugleich nachdenklich Spoerri mit Themen wie Vergänglichkeit und Zufall umgeht.
5 SEIN & SACHEN – Johannes Philipp Speder
In der Affenfaust Galerie geht Johannes-Philipp Speder den großen Fragen ziemlich leise nach. Seine Malereien und Zeichnungen sind reduziert, ruhig und lassen viel Raum zum Denken. Motive tauchen auf, bleiben bewusst vage und fordern dazu auf, genauer hinzuschauen statt direkt weiterzugehen. "SEIN & SACHEN" ist keine Ausstellung zum Durchrennen, sondern zum Abtauchen. Wer Lust auf subtile Kunst, offene Bedeutungen und einen kurzen Reset vom Dauer-Scrollen hat, ist hier genau richtig.
6 Hello Image – Die Inszenierung der Dinge
Hello Image! geht der Frage nach, welche Rolle Bilder heute in unserem Alltag spielen. In einer Welt voller Screens, Feeds und permanenter Bildproduktion zeigt die Ausstellung, wie Bilder entstehen, verbreitet werden und unsere Wahrnehmung von Realität beeinflussen. Zwischen Fotografie, Grafikdesign, Werbung, digitalen Medien und Social Media wird deutlich, dass Bilder längst nicht mehr nur abbilden, sondern Meinungen formen, Emotionen steuern und Identitäten mitprägen. Historische Positionen treffen auf zeitgenössische Arbeiten und machen sichtbar, wie sich der Umgang mit Bildern verändert hat – und wie bewusst oder unbewusst wir ihnen täglich begegnen.
7 RESPEKT. Eine Ausstellung übers gemeinsam Verschiedensein
Wie gehen wir eigentlich mit unseren Unterschieden um? Und was bedeutet Respekt im Alltag wirklich? Genau darum dreht sich die neue Ausstellung „RESPEKT. Eine Ausstellung übers gemeinsam Verschiedensein“ im Museum der Arbeit: Hier kann auf spielerische und nachdenkliche Weise entdeckt werden, wie Identität, Diskriminierung und Gleichberechtigung unser Zusammenleben prägen. Statt langer Tafeln und trockener Texte erwartet gibt es interaktive Erlebnisräume: kurze Clips, spannende Grafiken, Mitmach-Stationen und Spiele, die zum Nachdenken und Diskutieren einladen. Besonders schön: Die Ausstellung richtet sich vor allem an Jugendliche ab 14 Jahren, ist aber genauso spannend für Erwachsene, die Lust auf Austausch haben.
8 Ho Tzu Nyen: Time & the Tiger
In der Hamburger Kunsthalle zeigt der Künstler und Filmemacher Ho Tzu Nyen multimediale Arbeiten, die sich mit Geschichte, Identität und Macht auseinandersetzen. Seine Filme und Installationen verbinden Archivmaterial, Animation, Sound und Erzählung zu dichten Bildwelten, in denen Vergangenheit und Gegenwart ineinandergreifen. Ho Tzu Nyen hinterfragt, wie Geschichte entsteht, wer sie erzählt und wie Bilder unser Verständnis von Realität prägen. Die Ausstellung fordert Aufmerksamkeit und Neugier – und belohnt mit einer intensiven, immersiven Erfahrung.
9 Huguette Caland – A Life In A Few Lines
In den Deichtorhallen Hamburg wird das Werk von Huguette Caland neu entdeckt: sinnlich, selbstbewusst und überraschend zeitlos. Die Künstlerin bewegt sich zwischen Malerei, Zeichnung, Mode und Textil und nutzt die Linie als zentrales Ausdrucksmittel – spielerisch, politisch und zutiefst persönlich. Die Ausstellung zeigt eine Künstlerin, die sich früh gesellschaftlichen Erwartungen widersetzte und ihre eigene Bildsprache entwickelte. Ein starkes, inspirierendes Statement über Selbstbestimmung, Kreativität und künstlerische Freiheit – und ein echtes Highlight der Hamburger Ausstellungsszene.
10 CARE! Wenn aus Liebe Arbeit wird
Die Ausstellung CARE macht sichtbar, was oft im Hintergrund bleibt: Fürsorgearbeit. Pflege, Kindererziehung, Unterstützung im Alltag oder emotionale Arbeit sind unverzichtbar für unsere Gesellschaft – werden aber selten als Arbeit wahrgenommen oder anerkannt. Mit persönlichen Geschichten, historischen Einblicken, Objekten und künstlerischen Beiträgen zeigt die Ausstellung, wie vielfältig Care-Arbeit ist und wer sie leistet. Eine eindringliche Ausstellung, die ein hochaktuelles Thema nahbar und verständlich vermittelt!
11 Immersive Kunst im Port des Lumières
Seit April 2025 begeistert das neue digitale Kunstzentrum Port des Lumières im Überseequartier Hamburg mit einem völlig neuartigen Ausstellungserlebnis: Auf 1.700 Quadratmetern werden Werke von Gustav Klimt, Friedensreich Hundertwasser und weiteren Künstler*innen durch 80 Beamer und 50 Audiopunkte zu immersiven Licht- und Klangräumen. Hier verschmelzen Kunst, Technik und Emotion zu einem eindrucksvollen Erlebnis für alle Sinne. Ein besonderes Highlight steht ab dem 3. Juli 2025 auf dem Programm: „Kosmos“ – eine visuelle Reise ins All, die das Weltall in spektakulären Bildern und Sounds erlebbar macht.
Lisa Greis