Tierische Murals – 11 Fantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Wie wär’s mit einem Zoobesuch samt Kunstausstellung und Stadtspaziergang? Natürlich alles auf einmal und kostenlos. Geht klar. Liebste vergnügte Clique, bitte folgen und nicht bummeln. Macht Euch gefasst auf Riesenspinnen, Seeungeheuer, XXL-Katzen und alles, was an den Hamburger Fassaden sonst noch kreucht und fleucht. Bereit für unsere tierischste Foto-Safari? Wir zeigen Euch 11 fantastische Tierwesen – und an welchen Wänden sie zu finden sind.

1

© Alexandra Brucker In Eile: die Katze in der Gaußstraße

In der Gaußstraße hat sich 2016 eine überdimensionale Katze niedergelassen. Etwas versteckt in einem Hinterhof, mit Blick auf einen kleinen Parkplatz und den an der Seite vorbeifahrenden Zügen, schielt sie seit drei Jahren sorgenvoll auf die Uhr. „NeedMoreTime“ heißt auch das ganze Mural, das die Künstler Zipper & the Double B zu Anlass des Stamp Festivals an die Ottenser Hausfassade gemalt haben. Einen Youtube-Clip zur Entstehung des Wandgemäldes seht Ihr hier.

Künstler: Zipper die Rakete, Double B (Bastian Böhm)

Ort: Gaußstr. 158, 22765 Hamburg

2

© Alexandra Brucker Mauerblümchen: der Vogel in der Chemnitzstraße

Tiere sind sein Ding. DZIA aus Antwerpen hat sich durch seine Tier-Murals im dynamischen Linien-Stil einen internationalen Namen in der Urban Art Szene gemacht. Seine Füchse, Vögel und vielen weiteren Tier-Freunde tummeln sich mittlerweile auf dem ganzen Globus. Bei so viel Tierliebe überrascht der Slogan des belgischen Künstlers kaum: “Paint like a lion, fight like a tiger, think like a fox.” In der Chemnitzstraße heißt es allerdings eher „fly like a bird“. Dort hat DZIA diesen gefiederten Freund auf einer Mauer verewigt.

Künstler: DZIA

Ort: Chemnitzstr. 82, 22767 Hamburg

3

© Alexandra Brucker Nichts für Arachnophobiker: die Spinne in der Speckstraße

Ausgekochte Rehschädel, separierte Eingeweide. Der österreichische Künstler Nychos hatte bereits als Kind die Anatomie von toten Tieren direkt vor Augen, denn er kommt aus einer Jäger-Familie. „Nychos“ kommt von der lateinischen Bezeichnung der Sauriergattung „Deinonychus“ – der mit der schrecklichen Klaue. Mit dieser Künstler-Klaue geht der österreichische Künstler seinen tierischen Modellen unter die Haut. In Wien betreibt Nychos mit dem „Rabbit Eye Movement“ eine Galerie, doch die Anatomiestudien des Farb-Chirurgen findet Ihr nicht nur in Österreich, sondern weltweit, zum Beispiel in New York, San Francisco, Singapur, São Paulo. Und in Hamburg. Klar, die Rede ist von der überdimensionalen, halbierten Spinne, die Nychos zum Knotenpunkt Festival 2014 über die Wand in der Speckstraße krabbeln ließ.

Künstler: Nychos

Ort: Gängeviertel, Speckstraße 85, 20355 Hamburg

4

© Alexandra Brucker Besuch aus Tel Aviv: die Möwen der Rindermarkthalle

Die Arbeiten von DEDE könnt Ihr in den Straßen von Tel Aviv, New York oder Berlin bestaunen. Der israelische Graffiti-Künstler ist weltweit nicht nur für seine gemalten Pflaster-Kunstwerke bekannt, sondern auch für seine Animal Art. DEDE erweckt an den Stadtfassaden Tiere zum Leben, die sich auf den zweiten Blick oft aus vielen Einzelteilen zusammensetzen. Die Parkrampe an der Rindermarkthalle bemalte der Künstler während eines Besuches in Hamburg mit Möwen, deren Federn aus lauter gesprühten Holzteilen bestehen.

Künstler: DEDE

Ort: Rindermarkthalle, Neuer Kamp 31, 20359 Hamburg

5

© Alexandra Brucker Freigeister: Vogel, Tiger, Affen und Reiher in der Fährstraße

In nur zwei Wochen gestalteten Kai Teschner und Hanna Lena Hase sowie Schüler/innen der Stadtteilschule Wilhelmsburg im Jahr 2014 das Wandbild am Ernst-August-Deich. Sie betitelten das Mural mit der Frage „Was guckst du?“ Das Projektergebnis ist eine Hommage an alle Freigeister. An der Fassade des 17 Meter hohen Mietshauses prangt nämlich der Kopf eines Menschen, dessen Haarsträhnen sich in einen surrealen Dschungel verwandeln. Darin finden Vogel, Tiger, Affen und Reiher Platz – ganz nach dem Motto „Die Gedanken sind frei!“ Der Reiher ist selbstverständlich nicht zufällig auf der Wand gelandet, befinden wir uns doch mitten im Reiherstiegviertel in Wilhelmsburg. Ziemlich clever haben die Künstler/innen die an die Fassade geschraubten Werbetafeln in das Mural integriert. Sie verwandeln die Plakatwände nämlich kurzerhand in ein Brillengestell und bringen somit nebenbei eine clevere Konsumkritik unter.

Künstler/innen: Hanna Lena Hase, Kai Teschner, Schüler/innen der Stadtteilschule Wilhelmsburg 

Ort: Fährstraße 115, 21107 Hamburg

6

© Alexandra Brucker Verflucht: das Seeungeheuer am Marktweg

Nicht nur die Alster und die Elbe bergen Hamburgs Wasserwelten und die dazugehörenden Tiere. Manchmal lauern auch an den Wänden der Stadt wilde und maritime Kreaturen. Im Karoviertel erwartet Euch zum Beispiel die Hanse-Version vom Fluch der Karibik. Die Künstler Sarek und Pokar haben dort 2014 einen Kraken an die Gebäudewand gebannt. Die Grusel-Szene samt Geisterschiff, Fischen, Quallen und einer mächtigen Portion Farb-Wasser schwappt sogar um die Gebäudeecke.

Künstler: Sarek und Pokar

Ort: Ecke Öhlmühle / Marktweg, 20357 Hamburg

7

© Alexandra Brucker Hamburg fest im Griff: der Krake in der Budapester Straße

Wo wir schon einmal bei Kraken sind: Ein zahmeres Unterwasser-Exemplar mit Matrosenhut hat sich an der Mauer der Budapester Straße 38 niedergelassen. Fest im Griff hat es nicht nur Rathausturm und Michel. Tatsächlich umarmt es gleich liebevoll die ganze Stadt. Der hanseatisch-verliebte Oktopode ist zum Teil das Werk von Elmar Lause, dessen „supasupa“-Helden wir Euch bereits in einem vergangenen Mural-Guide vorgestellt haben. 

Künstler: Elmar Lause, Flying Fortress, Bohne

Ort: Budapester Str. 38, 20359 Hamburg

8

© Alexandra Brucker Urgesteine: die Grindelkatzen in der Oberstraße

Bei einer Rotphase an der Ampel könnt Ihr sie bewundern: Zwei riesige Katzen haben es sich an einem XXL-Fenster mit Alsterblick bequem gemacht. Die eine blickt auf Passant/innen und Autofahrer/innen herab, die andere verschläft das Alltags-Spektakel an der Hoheluftbrücke. Die zwei Stubentiger vom Grindelberg haben schon über dreißig Jahre auf dem Katzenbuckel. 1982 hat Georges-Louis Puech das haushohe Bild in der Oberstraße Nummer 2 gemalt. Auch das Anbringen einer Wärmedämmung im Jahr 1993 konnte den trägen Grindelkatzen nichts anhaben. Das Gemälde wurde damals umfassend erneuert und wieder angebracht.

Künstler: Georges-Louis Puech

Ort: Oberstraße 2, 20144 Hamburg

9

© Alexandra Brucker Hood-Safari: der Tiger in der Talstraße

Tiger, Papagei, Möwe… Wer die Talstraße entlangspaziert, begibt sich schnurstracks in die Hood-Safari von Künstler Ray de la Cruz und seiner Nachwuchs-Crew. Ray arbeitete früher tagsüber als Flugzeuglackierer bei Airbus, nachts sprayte er seine Graffiti. Seit fast zehn Jahren arbeitet der Künstler nun auf Auftrag und verziert öffentliche Flächen mit seinem bunten Farb-Universum. Wichtig ist ihm dabei die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Seit Anfang 2014 teilt Ray seine Spray-Leidenschaft mit Flüchtlingskindern in Erstaufnahmeeinrichtungen. Außerdem betreut er ein festes „Junior Team DLC“, das die Straßen auf St. Pauli, vor allem die Gebäude in der Talstraße, mit Erlaubnis der Hauseigentümer, bunter macht. Nicht nur der Tiger an Haus Nummer 68 beweist es: Dieser Künstler hat definitiv ein Händchen für farbexplosive Tier-Motive. 

Künstler: Ray de la Cruz und das Junior Team DLC

Ort: Ecke Talstraße / Clemens-Schultz-Straße, 20359 Hamburg

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© Alexandra Brucker Es waren einmal in Wilhelmsburg: die Ratten in der Fährstraße

Wenn die freischaffende Künstlerin Hanna Lena Hase nach den Farben greift, treffen auf ihren Ölgemälden meist Realität und Märchen aufeinander. Auch in der Umsetzung ihrer Wildwände möchte sie „den Betrachter zum Träumen einladen“. Auf dieser Hauswand in Wilhelmsburg hat sie eine Zauberin heraufbeschworen, die „aus dem Meer der Träume taucht, in dem alles möglich ist“. Was suchen allerdings die Ratten an der Wand? Die Nagetiere erinnern an die Plage, die vor einigen Jahren im Viertel herrschte. Im Treppenhaus des Gebäudes setzt sich die farbenfrohe Collage mit einem Baum inklusive tierischer Bewohner, einer Schlange und Vögel, übrigens fort.

Künstlerin: Hanna Lena Hase (wildwände)

Ort: Fährstraße 107, 21107 Hamburg

11

© Alexandra Brucker Fearless paloma: die Möwe am Spielbudenplatz

Der Bauzaun vor dem Areal der ehemaligen Esso-Hochhäuser am Spielbudenplatz ist so bunt, dass wir Euch einfach nur empfehlen: herumschlendern, stöbern, entdecken! Zum Beispiel die „fearless paloma“, die aus der Kooperation zwischen Baltic Art und Viktor Schneider entstanden ist. Wie die furchtlose Taube und die kalligrafischen Schriftzüge im Mai 2019 entstanden sind, könnt Ihr Euch auf folgendem Youtube-Clip hier anschauen.

Künstler: Baltic Art, Viktor Schneider (viktor_dstatoo)

Ort: Bauzaun am Spielbudenplatz, 20359 Hamburg

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