Hinter den Kulissen der Elphi– Mein Tagespraktikum beim NDR Elbphilharmonie Orchester

© Talika Öztürk

Benedikt Burkards ist Orchesterinspizient in der Elbphilharmonie. Er ist jetzt schon seit ein paar Jahren beim NDR Elbphilharmonie Orchester mit dabei und das ist für ihn mehr als nur ein Job. Heute darf ich Benedict einen Tag lang begleiten und ihn als Tagespraktikantin ein bisschen unterstützen.

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Als ich von Anna und Franzi die Adresse gesagt bekomme, zu der ich am Dienstagmorgen für mein ersten Tagespraktikum kommen soll, habe ich schon eine leise Vermutung. Dass ich meinen Tag an der Seite eines Orchesterinspizienten verbringen werde, weiß ich zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht.

Benedikt holt mich um kurz nach sieben Uhr am Künstlereingang der Elbphilharmonie ab und wir fahren in den elften Stock. Auf dem Weg zu in sein Büro begegnen wir schon dem ersten Musiker – dem ersten Solo-Cellisten. "Einige der Solisten kommen gern etwas früher und spielen sich dann in Ruhe alleine ein oder bereiten sich auf die Probe vor", erklärt mir Benedict.

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Was genau macht ein Orchesterinspizient?

Als wir an seinem Büro ankommen, lese ich an der Tür: NDR Orchesterinspizient. Ich muss zugeben, dass ich keine Vorstellung davon habe, wie der berufliche Alltag eines Orchesterinspizienten aussieht. "Gemeinsam mit meiner Crew bin ich dafür verantwortlich, dass die Musiker, Dirigenten und Solisten tolle Proben und Konzerte stattfinden lassen können". Okay, das machen wir dann also auch heute!

Mittlerweile ist es kurz nach acht und wir machen uns auf den Weg in den Saal. Als ich das erste Mal auf der Bühne mitten in der Elbphilharmonie stehe, bin ich beeindruckt und irgendwie ehrfürchtig. Benedikts Crew ist schon seit sieben Uhr dabei die Bühne richtig zu bestuhlen, die richtigen Notenständer zu verteilen und einige Instrumente bereitzustellen. Dabei wird versucht auf alle Sonderwünsche und speziellen Anforderungen der Musiker*innen zu achten. Sei es ein etwas niedrigerer Stuhl oder ein Glas Wasser am richtigen Platz. Wir unterstützen sie jetzt noch beim Verteilen der Noten, dann wird die Bühne hochgefahren und alles ist für die Probe vorbereitet.

Das NDR Elbphilharmonie Orchester on tour

Jetzt sind auch alle Musiker*innen vor Ort. Benedikt wartet noch den erfolgreichen Beginn der Probe ab und dann zieht er sich zurück in sein Büro: "Während die Probe läuft, ziehe ich mich zurück. Ich versuche dann die kommenden Projekte zu planen und vorzubereiten. Gerade, wenn wir unbekannte Bühnen haben, dann muss ich mir zum Beispiel Bühnenpläne holen oder erstellen. " Neben den Auftritten in der Elbphilharmonie ist das NDR Elbphilharmonie Orchester nämlich auch regelmäßig in Deutschland und sogar international auf Tour. Im November geht es zum Beispiel noch nach San Sebastian, Barcelona und München.

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Ich habe Glück, denn während Benedikt in seinem Büro die nächsten Auftritte des Orchesters plant, darf ich bei der Probe von Bruckner zuhören. Für einen Laien wie mich hört sich diese Probe aber gar nicht wie eine Probe an, sondern wie ein wunderbares Konzert. Allein dadurch, dass zwischendurch einige Parts nochmal wiederholt werden, merkt man, dass hier alles noch in der Mache ist.

Für einen Laien wie mich hört sich diese Probe aber gar nicht wie eine Probe an, sondern wie ein wunderbares Konzert.

Nach dem ersten Teil der Probe, holt mich Benedict um halb zwölf wieder an der Bühne ab und ich darf noch mehr Backstage-Luft schnuppern. Erstmal darf ich dorthin, wo die Musiker*innen nach ihrem Auftritt anstoßen und wo zum Beispiel auch gemeinsam nach dem Silvesterkonzert das Feuerwerk angeschaut wird: In den GreenRoom. Ein ziemlich unauffälliger und gar nicht grüner Raum kann ich euch sagen. Aber trotzdem kann man sich gut vorstellen, dass hier schon mal der ein oder andere Drink verhaftet wird.

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Durch die Führung im Haus, schaffe ich es nicht mehr zum zweiten Teil der Probe aber dafür fahren wir hinunter in den vierten Stock der Elbphilharmonie, dem Lager. Die Transportboxen stapeln sich hier nur so auf- und nebeneinander. Genau diese Kisten fliegen oder fahren übrigens auch mit zu den auswärtigen Konzerten: "Nach Japan fliegen zum Beispiel bis zu 60 Kisten mit", sagt Benedikt. Verloren gegangen ist aber zum Glück noch nie eine.

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Mein Tag in der Elbphilharmonie neigt sich dem Ende zu und ich muss sagen, ich hatte einen ziemlich ereignisreichen Tag. Mein erster Besuch und ich durfte direkt auf der Bühne herumspazieren, bei einer Probe zuhören, in alle Backstagebereiche schauen und ein paar Musiker*innen kennenlernen. Jetzt freue ich mich umso mehr auf meinen ersten, richtigen Konzertbesuch in der Elbphilharmonie, der hoffentlich bald ansteht!

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