Servus Hamburg: Der Jahresrückblick

© Franzi Simon

15 Jahre in Süddeutschland hinterlassen Spuren. Sei es in der Sprache (Oine Semmel, bidde!), im Verhalten (Nicht geschimpft ist genug gelobt) oder allein in den Essensvorlieben (Kässpatzen/Käsespätzle ftw!). In Hamburg läuft es eben ein bisschen anders als in Bayern oder Baden-Württemberg. WIE anders es hier im Gegensatz zum Süden Deutschlands ist, erzählt euch Anna in ihrer Kolumne: „Servus Hamburg!“. Diese Woche gibt es auch von mir einen Jahresrückblick über das turbulente Jahr 2018.

Ja, ist es denn schon wieder soweit? Das Jahr 2018 neigt sich dem Ende zu und in knapp zwei Wochen stoßen wir mit Sekt an, fallen uns gegenseitig in die Arme und schwanken gemeinsam ins neue Jahr 2019. Bevor das aber passiert würde ich gern das letzte Jahr Revue passieren lassen, denn für mich war es eines der ereignisreichsten Jahre in meinem Leben.

Es kommt erstens immer anders und zweitens als man denkt

Fangen wir doch von vorne an: 2018 bin ich nach Unmengen von Raclette und roter Inge (wer es nicht kennt, sollte Google anschmeißen, denn es ist das beste Dessert der Welt)  ganz unspektakulär auf unserem Balkon in der Ulmer Oststadt ins neue Jahr gerutscht. Ich habe mir viel für das neue Jahr vorgenommen, aber ein Umzug war definitiv nicht geplant. Die Wochen vergingen und wie sagt man so schön: Es kommt erstens immer anders und zweitens als man denkt. Bevor ich es wirklich realisieren konnte, brach ich meine Zelte in Ulm ab, packte mein Hab und Gut und fand mich Ende Mai in Hamburg wieder.

Da war ich nun 700 Kilometer von meinem alten Zuhause entfernt. Anders als ich ehrlicherweise erwartet hatte, empfand ich statt Wehmut viel mehr Neugier Enthusiasmus und Freude. Es war einfach Zeit für eine Veränderung, für einen Neuanfang und wo könnte man das besser als hier, in Hamburg? An unserem Umzugswochenende wurden wir von strahlendem Sonnenschein begrüßt. Kein Lüftchen wehte und fast 30 Grad Celsius knallten uns entgegen. Es war heiß und die Suppe lief uns nur so runter, aber das trübte die Stimmung nicht, denn es war einfach so wahnsinnig aufregend und spannend dieses neue Kapitel zu beginnen.

Der Jahrhundertsommer

Hätte ich denn da schon ahnen können, dass uns der Jahrhundertsommer bevorsteht? Die nächsten Monate waren nicht nur wettertechnisch ein Hoch. Ich schleckte Eis von der Eisbande, genoss hervorragenden Kaffee vom törnqvist, trank mein Pils vor der Tabakbörse und lies mir mein halbes Hähnchen vom Mini-Grill in St. Pauli schmecken. Wann immer es möglich war, nutzte ich das Fahrrad um kleine Erkundungstouren zu machen und mir alles zwischen Eimsbüttel, Eppendorf und Altona etwas genauer anzusehen. Der erste Sommer hier war einfach nur perfekt. Ich ging im Job voll auf, schloss neue Menschen in mein Herz und sprudelte nur so vor Unternehmungslust.

Nach dem perfekten Sommer folgte ein ebenso schöner Herbst. Die Alleen strahlten in den schönsten Farbtönen und ein bisschen Ruhe kehrte in den Alltag ein. Es entwickelten sich Routinen und so langsam sackten erstmal die ganzen Eindrücke. Der erste Heimaturlaub stand bevor und auf einmal merkte ich, dass ich mich ganz schön verändert habe. Mal abgesehen davon, dass ich nun anstatt Semmel Brötchen sage und mir Mett entgegen meiner eigenen Erwartung doch ganz vorzüglich schmeckt, gibt es noch ein zwei andere Dinge, die ich nun von einer anderen Perspektive betrachte.

Mit Vollgas ins neue Jahr

Und jetzt zum derzeitigen Stand: Der Winter macht sich langsam aber sicher bemerkbar. Meine Thermounterwäsche habe ich schon ausgepackt und auch dieses sogenannte Schietwetter ist mir das ein oder andere Mal begegnet. Meiner Liebe zu Hamburg hat es aber keinen Abbruch getan. Ich freue mich wahnsinnig auf das kommende Jahr und möchte noch mehr von Hamburg sehen, es noch besser kennenlernen und richtig Fuß fassen. Nächstes Jahr möchte ich auf der Alster Tretboot fahren, mit dem Fahrrad durch den Elbtunnel düsen, Äpfel aus dem Alten Land pflücken und durch die Harburger Berge streifen. Habt ihr noch Tipps für mich, was ich unbedingt in Hamburg machen sollte? Ich freue mich über eure Vorschläge! Habt ihr Vorsätze, Wünsche oder Pläne für das neue Jahr? Oder lieber ohne Vorsätze ins neue Jahr treiben lassen und es passiert, was eben passiert? So oder so, teilt es gerne mit mir und der vergnügten Bande!

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