Servus Hamburg: Aldi Nord vs. Aldi Süd

© Franzi Simon

15 Jahre in Süddeutschland hinterlassen Spuren. Sei es in der Sprache (‚Oine Semmel, bidde!), im Verhalten (Nicht geschimpft ist genug gelobt) oder allein in den Essensvorlieben (Kässpatzen/Käsespätzle ftw!). In Hamburg läuft es eben ein bisschen anders als in Bayern oder Baden-Württemberg. WIE anders es hier im Gegensatz zum Süden Deutschlands ist, erzählt euch Anna in ihrer Kolumne: „Servus Hamburg!“. Diese Woche geht es um des Deutschen Lieblingsdiscounter: Aldi.

Zum glamourösen Leben einer Redakteurin gehört es ab und an auch mal dazu einkaufen zu gehen. Und wie knapp 45 Millionen andere Deutsche verschlägt es mich immer wieder zum Discounter meiner Wahl mit dem großen blauen „A“ im Namen. Aldi heißt für mich: Gute Auswahl, angemessene Qualität, saubere Einkaufsflächen und eben einfach ein Grund solider Supermarkt. Bis jetzt.

"Mei, Aldi wird schon Aldi sein“, habe ich mir dabei gedacht. Tja, falsch gedacht.

Man lernt Dinge erst zu schätzen, wenn man sie nicht mehr hat. Stimmt, denn erst jetzt merke ich, dass es sehr wohl Unterschiede innerhalb des Aldi-Einkauferlebnisses in Deutschland gibt. Vor geraumer Zeit haben sich die Gebrüder Albrecht dazu entschieden das Familienunternehmen in Nord und Süd zu teilen. Das Grenzen setzen nicht nur Vorteile schafft, dürfte ja ohnehin bekannt sein.

Seitdem ich denken kann, gab es für mich nie etwas anderes als den Aldi Süd. Das erste Mal als ich einen Aldi Nord gesehen hab, war ich ziemlich verdutzt und musste mir die Geschichte dazu erstmal auf Wikipedia durchlesen. „Mei, Aldi wird schon Aldi sein“, habe ich mir dabei gedacht. Tja, falsch gedacht. Schon beim Betreten des Aldi Nords war ich etwas verdattert. Statt warmen einladendem Licht, flackerten mir grelle Neonröhren entgegen. Flecken waren auf dem Boden und um die Gemüse- und Obstecke lag die Frischware kreuz und quer verstreut herum. Ich möchte mein Erlebnis mal mit den Worten einer Google-Bewertung eines Aldi Nords in Hamburg formulieren: „An manchen Tagen völlig rummelig, dann Tage wieder besser. Man muss es geruhsam nehmen und tief einatmen“.

Aber Freunde, ich mag halt meinen Wocheneinkauf und es ist einfach schön diesen in einer gewohnt angenehmen Umgebung zu tätigen.

Nun sehen wir uns doch eine Google-Bewertung des Aldi Süd an, in dem meine Eltern im Süden einkaufen : „Wer sparen möchte oder muss, ist hier richtig!!! Warentester bestätigen obendrein die gute Qualität der Produkte.“ Liebe Edelgard, du hast so Recht! Klar, Meinungen sind immer subjektiv und ich bin mir sicher, dass ihr lieben Hanseaten diesen kleinen Diskurs übertrieben findet. Aber Freunde, ich mag halt meinen Wocheneinkauf und es ist einfach schön diesen in einer gewohnt angenehmen Umgebung zu tätigen.

Und als wäre das ganze Einkaufsdilemma nicht schon genug, sprang mir letztens an der U-Bahn-Station Hallerstraße eine Werbeanzeige von Aldi Nord entgegen. Diesen Werbestreich der ganz besonderen Art möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten:

@ Anna Nguyen

Damit ist das Fass dann eigentlich schon übervoll. Mein Bild des Nordbruders hat sich gefestigt und ich lerne daraus einfach die Einkäufe im Süden noch mehr zu schätzen. Na klar, werde ich auch weiterhin im Aldi Nord einkaufen gehen. So locker sitzen die Taler nun doch nicht, aber tief in meinem Herzen wird Aldi Süd niemals ersetzt werden können.

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