Personal Training in der Schanze: Warum ich Fitness doch ganz geil finde

© Maria Kotylevskaja

Ich habe mich ja immer gewehrt gegen Fitnessstudios. Zum Einen habe ich nie verstanden, warum man sich zum Radfahren und Laufen in einen geschlossenen Raum begibt und dafür noch Geld bezahlt, zum Anderen macht mir das Drücken, Ziehen und Heben an irgendwelchen Geräten absolut keinen Spaß. Dazu kommt noch eine gewisse innere Verweigerungshaltung gegen diesen Selbstoptimierungswahn, der zusammen mit Schweißgeruch und billiger Charts-Musik durch diese Studios weht.

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Fitness-Studio ohne Pumper und Flo Rida

Eine gänzliche andere Erfahrung war mein Besuch bei „Athletik Docks“ in der Sternstraße. Dort hat Inhaber Nima zusammen mit seinem Bruder aus einem vollgemüllten, dunklen und abgeranzten Ladenlokal ein extrem schickes und mit viel Understatement und Stil eingerichtetes Studio geschaffen, in das man am liebsten direkt einziehen würde. Kein Wunder, denn er hat ein Architekturstudium absolviert, bevor er dann auf die Deutsche Sporthochschule in Köln gegangen ist, um sich jetzt nach Jahren als Fitnesstrainer bei diversen Studioketten mit „Athletik Docks“ seinen Traum zu erfüllen, im eigenen Studio als Personal Trainer zu arbeiten.

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Der Moment der Wahrheit

Und da ist auch schon der wichtigste Unterschied zu der 50 Euro im Monat-Butze bei dir um die Ecke, denn hier trainiert man nicht anonym und einsam an irgendwelchen langweiligen Geräten, sondern zusammen mit Nima – entweder allein oder in kleinen Gruppen.

Doch bevor mein Probetraining losgeht, erklärt der sympathische Hamburger mir in seinem Büro einige Basics zu Körper, Muskeln, Trainingszielen und Ernährung, um mich dann – au weia! – zur Hautfaltenmessung zur Bestimmung meines Körperfettanteils zubitten. Die genauen Ergebnisse behalte ich mal für mich, aber das Ergebnis liegt zumindest gerade noch im „normalen“ Bereich. Gut, sonst müsste ich ja auch gar nicht hier sein.

© Maria Kotylevskaja
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Eigentlich wollen wir doch alle nur eins: Nackt geil aussehen.
Nima

Das folgende halbstündige Training macht überraschend viel Spaß, was zum großen Teil an Nima und seinem Hart, aber herzlich-Coaching liegt, zum anderen stelle ich mich anscheinend zum Glück nicht wie ein kompletter Lauch an. Danach bin ich unglaublich erledigt, aber fühle mich irgendwie gut. Nima packt mir noch eine Packung Magnesium und eine Tüte Algenpulver ein, und wir plaudern noch ein bisschen darüber, warum und mit welchen Zielen seine Kund*innen zu ihm kommen. Ein „bisschen weniger Fett“ und „ein bisschen mehr Muskeln“ sagen die meisten, aber eigentlich, so Nima wollen wir doch alle nur eins: Nackt geil aussehen.

Da hat er absolut recht, und so werde ich jetzt wohl öfter bei ihm vorbeischauen.

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