Mein Lieblingsort in Hamburg #4: Der Elbberg

© Mirjam Bittner

Fast jede*r kennt den Altonaer Balkon, weniger als einen Kilometer vom Altonaer Bahnhof entfernt. Ich habe ihn kennengelernt, als ich als vor Glück übersprudelnde Erstsemesterin nach Hamburg gezogen bin und wir uns bei den Orientierungs-Tagen dort blamieren durften, bei Spielen wie Staffellaufen oder Kleiderketten bauen. Es war großartig! Ein halbes Jahr später bin ich umgezogen, per Zufall daran vorbeigelaufen und dachte mir: Hey, an diese wunderschöne Aussicht erinnerst du dich doch.

Die Stelle auf dem Elbberg habe ich ebenso zufällig entdeckt. Am Abend des Blutmondes im Juli hatte ich ein super schönes Date. Wir haben uns Sushi geholt und saßen am Altonaer Balkon, etwas eingezwängt zwischen den vielen Menschen dort. Deshalb beschlossen wir, einen Spaziergang zu machen und in Richtung Elbstrand zu laufen. Wir waren nur über die Brücke gelaufen, kaum 200 Meter weiter, und fanden dort den noch viel schöneren Ausblick. Seitdem bin ich immer wiedergekommen und wenn mich Freunde aus der Heimat besuchen, ist das die erste ‚Sehenswürdigkeit‘, die ich ihnen zeige.

© Mirjam Bittner

Der Hafen und das Wasser haben eine unglaublich beruhigende Wirkung auf mich. Wenn ich gestresst bin oder einfach mal einen klaren Kopf kriegen möchte, mache ich einen Spaziergang und lasse das Wasser auf mich wirken. Was für Menschen im Süden häufig der Wald oder die Berge sind, ist für mich dieser Ausblick über den Hafen. Mich überkommt eine innere Ruhe, die mir in einem stressigen Alltag unglaublich guttut und die sich immer wieder einstellt, wenn ich dort bin. Gerade bei Sonnenuntergang, wenn sich die Köhlbrandbrücke vom Horizont abhebt und die Krähne leuchten und glitzern, finde ich mein ganz persönliches kleines Glück.

Im Sommer saß ich dort stundenlang mit Freunden auf einer Picknickdecke, mit einem Bier in der Hand und diesem traumhaften Ausblick vor der Nase. Wenn ich nachdenken muss, laufe ich über den Elbberg zum Elbstrand, was auch nur knapp zwei Kilometer sind. (Für weniger Laufbegeisterte fährt der Bus aber auch direkt vor der Nase). Und ein zusätzliches Plus: Wenn man über ein paar Treppen den Berg hinunterläuft, landet man direkt beim Fischmarkt und kann sich die leckersten Fischbrötchen überhaupt kaufen.

© Mirjam Bittner

Möglicherweise romantisiere ich den Blutmond-Abend im Nachhinein, aus der Geschichte ist jedenfalls nichts geworden. Aber dieses positive, warme Gefühl hat sich in meinem Kopf eingebrannt. Und es kommt immer wieder, sobald ich an meinem Lieblingsort bin.

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