Kleine, geile Firma: Hafenholz

© Hafenholz

Lasse Bagdahn und Per Völkel machen Möbel und Wohnaccessoires mit Geschichte. Nachdem sie gemeinsam eine Ausbildung zum Tischlermeister absolviert haben, ist 2010 die Idee zu Hafenholz entstanden. Wir haben sie in ihrer Holzwerkstatt in Ottensen besucht, um zwischen Spänen und Schleifmaschinen über ihre hölzerne Leidenschaft zu sprechen.

Hallo Lasse! Wo ist denn deine bessere Hälfte?

Der ist gerade auf der Messe „Heim und Handwerk“ in München, deswegen musst du heute mit mir Vorlieb nehmen (lacht).

Denn erzähl doch mal, was ihr bei Hafenholz macht.

Angefangen hat alles vor acht Jahren mit Hölzern aus dem Hafen, aus denen wir Bilderrahmen gebaut haben. Aus Bilderrahmen sind dann irgendwann Tische, Bänke und Stühle geworden. Und wir bekommen immer mal wieder alte Hölzer, aus denen wir dann Sondereditionen machen können. Jetzt gerade hat uns ein Recyclinghof aus Lübeck angerufen, der das ganze alte Holz aus dem Hafen entsorgt. Das ist natürlich richtig cool! Wir verarbeiten aber mittlerweile deutlich mehr neue als alte Hölzer. Der Name ist trotzdem geblieben.

© Christina Debbelt

Was für Resthölzer habt ihr schon verarbeitet?

Wir haben beispielsweise schon echtes Mahagoniholz aus der Hauptkirche Sankt Katharinen bekommen. Das war dort nach dem Krieg als Deckenvertäfelung benutzt worden, weil es nichts Schlechteres gab. Wahnsinn, oder? Mit diesem Holz haben wir in der Gertigstraße eine ganze Bar ausgebaut. Dann gab es eine Edition mit Tischen aus alten Dielen von 1887, die beim Abriss einer alten Villa in Kiel entdeckt wurden. Sobald wir solche Fundstücke bekommen, fangen wir an zu überlegen: Was können wir daraus bauen?

Wie kommt ihr denn an die Hölzer, die ihr verarbeitet?

Das neue Holz kommt von unseren Holzhändlern. Da wir viel mit deutscher Eiche bauen, sind das in der Regel heimische Hölzer. Zumindest verarbeiten wir kein Tropenholz – mit Ausnahme der Mahagoni-Kirchenvertäfelung (lacht). Alte Hölzer zu kriegen, ist wirklich die Kunst. Denn die Leute müssen ja auf uns zukommen. Für uns lohnen sich außerdem keine einzelnen Teile. Wir brauchen große Mengen, um überhaupt etwas bauen zu können.

© Hafenholz

Wie entstehen eure Ideen für neue Möbel?

Unsere Beluga-Serie ist zum Beispiel entstanden, indem wir zusammen den Tisch entworfen haben. Als der fertig war, sind uns Schritt für Schritt Ideen für weitere Möbelstücke gekommen. Genau so entstehen unsere Möbel: Irgendjemand hat eine Idee, wir probieren es aus und schon ergeben sich neue Möglichkeiten.

Wo kann man eure Möbel bewundern?

Wir sind Anfang Februar auf der Blickfang hier in Hamburg. Messen sind für uns ohnehin immer eine super Möglichkeit, um Feedback von Leuten zu bekommen. Oft fragen Besucher nach bestimmten Möbeln oder Erweiterungen, an die wir noch gar nicht gedacht haben. Und dann geht das Rattern im Kopf wieder los!

Vielen Dank für das Gespräch, Lasse! Und dreimal auf Holz geklopft, dass ihr in Zukunft noch mehr Resthölzer mit spannender Geschichte verbauen könnt.

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