Artvergnügen #22 – 11 Kunsttipps, die ihr im Mai nicht verpassen solltet

Der Mai lockt mit einer tollen Mischung aus unterschiedlichen Ausstellungen: Moderne Fotografie, abstrakte Bildgestaltung und Renaissance-Malerei. Für jeden von euch sollte etwas passendes dabei sein, um den Sonntag lieber mal in einem Museum zu verbringen als auf dem Sofa. Wir versprechen euch, ihr werdet mit neuen Eindrücken, Ideen und Bock aufs Kreativsein aus dem Tag gehen.

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Foto: Hans Hansen, o. T. für Gruner + Jahr/Redaktion Stern (Ausschnitt), 1978, C-Print, 107 x 141 cm, © Hans Hansen Hans Hansen – Fotografie neu ordnen: Dinge

Diesmal zeigt Hans Hansen in der Reihe "Fotografie neu ordnen" seine Werke zum Thema "Dinge". In 80 Exponaten kann man erleben, was der Künstler über die Jahre an unterschiedlichen Gegenständen fotografiert hat: vom Lebensmittel bis zum High-Class-Auto. Immer mit einem ausgeprägten Minimalismus, der das Produkt in den Vordergrund hebt. Seine reduzierte Ordnung hebt ihn davon ab, was man ursprünglich als Produktfotografie versteht.

  • Museum für Kunst und Gewerbe
  • Steintorplatz 1, 20099 Hamburg
  • Dienstag - Sonntag: 10:00-18:00 Uhr, Donnerstag: 10:00-21:00 Uhr, Donnerstag an oder vor Feiertagen: 10:00-18:00 Uhr
  • 12 Euro, ermäßigt 8 Euro, Do ab 17 Uhr 8 Euro, bis 17 Jahre frei
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© VG Bild-Kunst, Bonn 2018 Karl Schmidt-Rottluff (1884-1976): Brücke mit Eisbrechern, 1934, Brücke-Museum Berlin Karl Schmidt-Rottluff: expressiv, magisch, fremd

Karl Schmidt-Rottluff (1884 bis 1976) gilt als wichtigster Vertreter des Expressionismus. In der Ausstellung im Bucerius Kunst Forum werden 80 Arbeiten des Künstlers aus über 50 Jahren kreativen Schaffens ausgestellt. Darunter werden nicht nur Gemälde sondern auch Skulpturen, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken gezeigt. Um einen internationalen, außereuropäischen Dialog zu kreieren, werden demgegenüber afrikanische und ozeanische Objekte aus der Sammlung von Schmidt-Rottluff, die er schon als junger Künstler angelegt hatte, gesetzt. Die Ausstellung präsentiert neue wissenschaftliche Erkenntnisse über den Nachlass des Künstlers und veranschaulicht, wie Schmidt-Rottluff stilistische und inhaltliche Anregungen umsetzte und darüber hinaus Motive direkt in seine Bilder übernahm.  Ab 1936 bekam Schmidt-Rottluff Ausstellungsverbot unter dem NS-Regime. In dieser Zeit fanden mehr außereuropäische Objekte Einzug in seine Werke. Erst nach dem zweiten Weltkrieg arbeitet der Künstler wieder mit leuchtend, kräftigen Farben, wobei man gut beobachten kann, dass der Künstler eine neue kreative Schaffensphase erlangt. Wer also Bock auf ein bisschen deutsche Kunstgeschichte hat und dabei die bunte Bilderpracht des Künstlers bestaunen möchte, sollte sich diese Ausstellung nicht entgehen lassen.

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© Suganth via Unsplash, CC0 World Press Photo 2018

Jedes Jahr werden die besten Pressefotos der Welt prämiert. Die Bilder sind schockierend, beeindruckend und berührend – wer die Ausstellung verlässt, der behält oft ein mulmiges Gefühl. Die Fotografen sind in allen Winkeln der Welt unterwegs, setzen ihr Leben auf Spiel und riskieren Festnahmen – alles, um der restlichen Bevölkerung zu zeigen, was in Krisengebieten geschieht.

  • Gruner + Jahr Presse- und Verlagshaus
  • 11, 20459 Hamburg
  • 4. Mai bis 3. Juni 2018, Montag - Dienstag: 10:00-18:00 Uhr, Mittwoch: 10:00-20:00 Uhr, Donnerstag - Sonntag: 10:00-18:00 Uhr
  • Tickets 5 Euro, ermäßigt 3 Euro
  • Mehr Info
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© MKG Pressefoto The Polaroid Project

Der Name Polaroid ist als Marke längst zum Mythos geworden. In der Ausstellung „The Polaroid Projekt“ könnt ihr euch jetzt das Phänomen in seiner gesamten Bandbreite anschauen. Durch rund 220 ausgestellte Fotografien von über 100 Künstlern, geschossen durch 90 verschiedene Kameramodelle und ausgestellte Prototypen können alle innovativen Techniken und visuelle Revolutionen gründlich von allen Facetten beleuchtet werden. Polaroid hat erstmals den Weg ins Labor überflüssig gemacht und beeinflusst unsere Beziehung zu Bildern bis heute.

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© Robert Longo Proof: FRANCISCO GOYA, SERGEI EISENSTEIN, ROBERT LONGO

In der Ausstellung „Proof“ in den Deichtorhallen werden die Werke von den drei wesensverwandten Künstlern Francisco Goya (1746–1828), Sergei Eisenstein (1898–1948) und Robert Longo (1953) gegenübergestellt, die die sozialen, kulturellen und politischen Komplexitäten ihrer jeweiligen Zeit in bildgewaltige Werke überführen. Robert Longo zählt zu den wichtigsten und bekanntesten zeitgenössischen Künstlern dieser Zeit. Allein die Inszenierung seiner großflächigen Zeichnungen ist ein Besuch der Ausstellung wert. Die imposanten Kohlezeichnungen wirken auf den Betrachte wie überdimensional vergrößerte Fotografien, erst beim näheren Hinsehen, wird deutlich, dass es Zeichnung sind. Politische Umbrüche, Krieg und Turbulenzen einer Jahrhundertwende werden von allen drei Künstlern zum thematischen Fokus verarbeitet. Dabei werden unterschiedliche Techniken angewendet. Goya wählte im 18./19. Jahrhundert das Medium Druckgrafik für seine gesellschaftskritischen Werkzyklen und eindringlichen Kriegsbilder. Eisenstein thematisiert seit den 1920er Jahren die russische Geschichte in Filmklassikern wie »Panzerkreuzer Potemkin« (1925) oder »Iwan der Schreckliche« (1945). Der New Yorker Künstler Robert Longo setzt sich in seinen bis zu 7,5 Meter breiten Kohlezeichnungen mit brennenden Themen der Gegenwart wie Terrorismus, Flüchtlingsbewegungen und moderne Kriegsführung wie auch den Symbolen der Macht auseinander. Aufklärung, Moderne und Postmoderne treffen in dieser Ausstellung zusammen.

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© Staatsarchiv Hamburg Revolution!?

In Hamburg gab es eine Revolution? So ist es! Die Revolution von 1918/19 markiert eines der wichtigsten Ereignisse in der Geschichte Hamburgs. Sie steht nicht nur am Anfang der modernen demokratischen Ordnung des Stadtstaates, sondern ist zugleich einer der frühen historischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts in Hamburg.
Das Museum für Hamburgische Geschichte widmet der Revolution und dem Themenjahr eine Ausstellung, in der vor allem das Alltagsleben, die politischen Unruhen und natürlich die historischen Ereignisse und dessen Resultate für die Hamburgische Gesellschaft thematisiert werden. Exemplarisch lässt sich dadurch beleuchten, welche Prozesse und Machtstrukturen in gesellschaftlichen und politischen Umbrüchen eine entscheidende Rolle spielen. Gleichzeitig wird jedoch deutlich, dass das alltägliche Leben in seinen Facetten unter fast allen Umständen angepasst weiterlaufen kann.

  • Museum für Hamburgische Geschichte
  • Holstenwall 24
  • Montag: 10:00-17:00 Uhr, Mittwoch bis Freitag: 10:00-17:00 Uhr, Samstag und Sonntag: 10:00-18:00 Uhr
  • Eintritt: 9,50 Euro, Ermäßigt: 6 Euro
  • Mehr Info
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© Jens Johnsson via Unsplash, CC0 Zwei Millionen Jahre Migration

Der Mensch war schon immer Migrant – das zeigt die Ausstellung im Archäologischen Museum. In der menschlichen Geschichte wanderte er von Land zu Land – weshalb Migration kein neuzeitiges Phänomen ist, sondern ein selbstverständlicher Teil des Menschseins. In der Ausstellung geht es zu den Wurzeln der Menschheit in Afrika über Asien bis nach Europa. Es werden Fragen untersucht wie "Welche Ursachen brachten die Menschen zum Reisen?", "Was für Auswirkungen hat die Migration auf die Menschheit?" oder "Welche Ressourcen wurden auf Reisen genutzt?".

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© Altonaer Museum Zuhause in Altona

Heimat ist das Thema der neuen Sonderausstellung im Altonaer Museum. Kinder aus 70 verschiedenen Ländern erzählen in über 200 Bildern Geschichten aus ihrem Geburtsland sowie dem Alltag aus der neuen Heimat in Deutschland. Seit 2014 arbeitet Patricia Thoma, Kinderbuchillustratorin mit Kindern aus Willkommensklassen, ihre Erlebnisse und Gedanken in Zeichnungen zu verarbeiten. Das Thema Zuhause und Heimat verbindet den Alltag der Kinder im hier und jetzt mit der Vergangenheit. Der Alltag hier in Altona unterscheidet sich gar nicht so sehr von dem zuvor. Es wird Fußball gespielt, Eis gegessen und zur Schule gegangen. Die partizipative Ausstellung zeigt die subjektive Wahrnehmung der Kinder auf das Thema Zuhause und Alltag und zeigt Gleichzeitig die ortsunabhängigen Gemeinsamkeiten auf.

  • Altonaer Museum
  • Museumstraße 23, 22765 Hamburg
  • 21.Mai bis 23.Juli | Montag: 10:00-17:00 Uhr, Mittwoch-Freitag: 10:00-17:00 Uhr, Samstag-Sonntag: 10:00-18:00 Uhr
  • Eintritt: 8,50 Euro, Ermäßigt: 5 Euro
  • Mehr Info
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© Laura Giesdorf Full Coverage Makeup Tutorial – Concealing Myself with Flawless Monotony, www.guteaussichten.org GUTE AUSSICHTEN 2017/2018

Na? Wer hat es letzten Monat in die Ausstellungseröffnung der „Guten Aussichten Deluxe“ geschafft? Die Schlange reichte gefühlt bis zum Hauptbahnhof und wer einer der Glücklichen war, kann sich fühlen, als hätte er drei richtige im Lotto getippt. Damit haben sich die Deichtorhallen direkt mal eine Auszeichnung verdient und könnten mit dem Titel härteste „Ausstellungstür“ in Hamburg glänzen. Wer es bisher noch nicht geschafft hat, sollte das tun. Allen Grund dazu gibt es, denn nun gibt es nicht nur die deluxe Version, sondern die Ausstellung „Gute Aussichten – junge Deutsche Fotografie“ lädt erneut das Kunst und Fotografie interessierte Publikum ein, um die diesjährigen Preisträger begutachten zu können. Auch hier wäre wieder zu empfehlen, nicht unbedingt den Eröffnungstag zu wählen.
Insgesamt acht Preisträger werden gekürt. Alle miteinander verbindet die Imagination. Die Arbeiten bewegen sich also fern ab von Realität und öffnen dem Betrachter sowie dem Fotografen die weite, fiktive Welt. Dadurch sind wunderbare Arbeiten entstanden, die zum Mitdenken und Reflektieren anstiften.

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© VG Bild-Kunst, Bonn 2018 BRUCE NAUMAN (*1941) Wall/Floor Positions, 1968, Filmstill HONEY, I REARRANGED THE COLLECTION
: #3 Bouncing in the Corner. Die Vermessung des Raums

“Honey, I rearranged the collection” mit dem Motto des amerikanischen Künstlers Allen Ruppersberg rückt die Hamburger Kunsthalle ihre Sammlung der internationalen Gegenwartskunst in ein neues Licht. Die Sammlung umfasst Werke der 1960er Jahre bis zur Gegenwart.
Mit der Neupräsentation der Sammlung entsteht eine neue Leseart, die Werke zu betrachten. In diesem Jahr steht die dritte und letzte Neubetrachtung im Mittelpunkt. Das Motto ist der  Erfahrungs- und Erlebnisbereich des Menschen und der ihn umgebende Raum. Wie nehmen wir Raum wahr? Welche Rolle spielen dabei unsere Handlungen, Erfahrungen, Erinnerungen und Vorstellungen? Wie verorten wir uns, welchen Platz nehmen wir ein? Wie manifestieren sich gesellschaftspolitische (Macht-) Strukturen im Raum? Dies sind zentrale Fragen des dritten und letzten Teils der Reihe.

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© Pressematerial via Hamburger Kunsthalle Die moderne Landschaft

Der Engländer Thomas Gainsborough (1727-1788) gilt als Wegbereiter der modernen Landschaftsmalerei um 1800. In seinen Werken werden Widersprüche und Umbrüche fassbar, sie veränderten England grundlegend. Gainsborough experimentierte mit Farben, Techniken und malte auf Glas und Naturmaterialen, so etablierte er England mit seinen zeitlosen Werken als Zentrum europäischer Landschaftsmalerei.

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