Neu auf St. Pauli: Nordische Küche bei HACO

Wo früher das Backboard war, ist jetzt ein neues Restaurant eingezogen: das HACO. Statt Holzvertäfelung finden sich hier nun kühle Wände, cleane Holztische und unverkleidete Glühbirnen. Die Einrichtung schreit ganz klar: Skandinavien! Und auch die Karte orientiert sich an nordischen Geschmackswelten. Denn auf die (natürlich auch sehr schönen) Teller des HACO kommt nichts, was südlicher als aus dem Alten Land kommt.

© Franzi Simon
© Franzi Simon

Nach Stops in London, der Schweiz und zuletzt Bratislava beschloss Küchenchef und Inhaber Björn, endlich seine eigene Idee in die Tat umzusetzen. Geworden ist daraus ein Restaurant in der Clemens-Schultz-Straße, das hervorragend in die Szene der Nachbarschaft passt: cool, neue Geschmäcker und viel Wert auf Regionalität.

Das HACO will die nordische Küche auffrischen: da gibt es natürlich viel Fisch, saisonale Gemüse- und Obstsorten und regionale Spezialitäten von Hamburg bis nach Island. Viele der Gerichte sind vegetarisch, die Karte wechselt jeden Monat, je nachdem was gerade verfügbar ist.

Krabben in Marokko gepult? Nein, danke.

Ist etwas gerade nicht zu bekommen, dann wird die Karte dementsprechend angepasst: "Wenn ich eigentlich mit Dorsch arbeiten wollte aber gerade nur richtig frischer Rotbarsch zu bekommen ist, dann schmeiß ich die Gerichte nochmal über den Haufen. Tiefgefrorenes kommt bei uns nicht in die Küche", sagt Björn. Auch was die Nachhaltigkeit angeht ist das HACO fortschrittlich: weggeschmissen wird so wenig wie möglich, Gemüseschalen werden noch zu Brühe verkocht und wenn es Fleisch gibt, dann wird das "Head to Tail"-Prinzip verfolgt und es gibt eben auch mal Schweineohren.

© Franzi Simon

So simpel, so gut

Was schon bei der Vorspeise auffällt: 08/15 gibt es hier nicht. Auch keine riesigen Portionen, kein Schnitzel, kein Burger und keine Pommes. Sondern Gerichte, die überraschen und die Geschmacksknospen explodieren lassen.

Und das kann mit etwas so einfachem passieren, wie geröstetem Blumenkohl auf Blumenkohlpürree. So schlicht – und so wirkungsvoll. Wer seit der Kindheit eine Blumenkohl-Phobie hat, der wird sie mit diesem Gericht therapieren. Knackiges, angeröstetes Gemüse auf einer würzigen Creme. Dazu ein wenig scharfe Kresse – der absolute Wahnsinn, wirklich!

© Franzi Simon
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Im Hauptgang kann zwischen Fisch und Fleisch gewählt werden und die Gerichte, die serviert werden, sind schon vom Anblick her kleine Kunstwerke. Der Hering mit jungem Spinat ist weit entfernt von Oma's schneller Küche: der Fisch zart mit krosser, salziger Haut und der Spinat noch mit Wurzel leicht angeröstet und frisch im Geschmack.

Wer doch lieber Fleisch möchte, der wird mit einem Stück saftigem Schweinebauch mit knackiger Kruste und einer Variation der Zwiebel beglückt. Variation der Zwiebel? Ja, das geht wirklich, nämlich mit Sorten von der roten bis zur Frühlingszwiebel, alle unterschiedlich angemacht. Lecker!

© Franzi Simon
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Lasst Platz für den Nachtisch!

Wer jetzt noch Platz hat (und die Portionen erlauben das glücklicherweise), der bekommt als Dessert wieder etwas Überraschendes serviert. Auf dem Teller arrangiert sich ein Spiel mit den Konsistenzen: getrockneter Rhabarber zu fluffigem Schokoladenmousse, kaltem Rhabarbarsorbet und knackigen Milchschokoladen-Kügelchen.

Das HACO ist definitiv kein Ort für's schnelle Sattwerden, hier geht hin, wer ein schönes Date hat, seine Eltern beeindrucken will oder einen wichtigen Business-Lunch hat. Denn die Preise sind etwas gehoben, für die Auswahl an regionalen und frischen Produkten sowie den klasse Geschmack und das schöne Design aber absolut fair: Hauptgerichte am Abend kosten etwas über 20 Euro, am Mittag ist man bei zehn bis 15 Euro dabei. Nachtisch und Vorspeise gehen auch mal unter einem Zehner. Die Investition lohnt sich allemal, denn das HACO verlässt man nicht nur satt – sondern um eine Geschmacks-Erfahrung reicher.

Unbedingt probieren: Gerösteter Blumenkohl auf Püree mit Kresse und brauner Butter – ein vegetarisches Gedicht!

Veggie & Vegan: Immer eine vegetarische Option, vegane Varianten möglich.

Money: Etwas gehoben. Am Abend liegt das Hauptgericht bei maximal 28 Eruo, mittags bei zehn bis 15 Euro.

Beste Zeit: Wenn es am Abend trubelig auf der Clemens-Schultz-Straße wird, ist das HACO ein lässiger, ruhiger Platz für ein tolles Dinner.

Restaurant HACO | Clemens-Schultz-Straße 18 | Dienstag - Freitag: 12:00-15:00 Uhr und 18:00-00:00 Uhr, Samstag: 18:00-00:00 Uhr | mehr Info

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