11 Möglichkeiten jetzt politisch aktiv zu werden

Nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland und Europa findet Rechtspopulismus immer mehr Zustimmung. Angesichts dessen fürchten sich viele Menschen um die Zukunft der Gesellschaft. Mit diesen elf Schritten kannst du selbst politisch aktiv werden und so dazu beizutragen, dass die Welt nicht den Bach heruntergeht.

1. Geld spenden

Du hasst Demonstrationen oder kannst nicht an diesen teilnehmen, weil du zu viel arbeitest oder körperlich dazu nicht in der Lage bist? Kein Problem, du kannst trotzdem aktiv werden.

Es gibt zahlreiche bestehende Initiativen, die sich zivilgesellschaftlich engagieren und auf Spendengelder angewiesen sind. In Hamburg kämpft "Lampedusa in Hamburg" immer noch für das Bleiberecht von seinen Mitgliedern und braucht dafür finanzielle Unterstützung.

Die Autonomen Frauenhäuser bieten Frauen und Kindern in Notsituationen einen Raum und finanzieren sich über Zuwendungen.

Auch eine neue Mitgliedschaft bei Pro Asyl anzulegnen dauert nur drei Klicks und kostet als Vollmitglied lediglich 3,33 Euro im Monat.

2. Nicht wegschauen!

Du regst dich nach Begegnungen mit Eltern, Arbeitskolleg*innen oder Fremden in deren Abwesenheit darüber auf, dass diese sich diskriminierend äußerten? Werde aktiv und sprich mit ihnen. Auch wenn es schwerfällt, Paroli zu bieten, kannst du in bereits bestehenden Beziehungen besonders gut aktiv werden und Aufklärungsarbeit leisten. Auch in Bus oder U-Bahn sollte es dir ein Anliegen sein, Menschen aktiv anzusprechen, wenn sich diese abfällig über Marginalisierte äußern.

Hilfreich ist dazu zum Beispiel dieser Argumentationsguide.

3. Freies WG-Zimmer, freie Wohnung oder einen Job zu vergeben

Wird bei dir ein WG-Zimmer oder eine Wohnung frei? Oder in deinem Unternehmen wird eine Stelle ausgeschrieben? Fast 70 Prozent aller Menschen, die eine Migrationsbiografie haben oder so gesehen werden, geben an, auf dem Wohnungsmarkt diskriminiert zu werden. Auf dem Arbeitsmarkt sieht es ähnlich aus.

Wenn du für deine Wohnung oder deinen Job aktiv nach Personen suchst, die Diskriminierung ausgesetzt sind, kannst du sie an gesellschaftlicher Teilhabe unterstützen.

In Hamburg kümmert sich beispielsweise die Lawaetz-GmbH um die Vermittlung von Wohnrau.

4. An Demonstrationen teilnehmen

Dies ist natürlich auch fast immer eine Möglichkeit: gehe zu Demonstrationen, die sich für Belange, die du wichtig findest, einsetzen und trage deine Unterstützung auf die Straße.

5. Lesen!

Sich in verschiedenen Quellen über Diskriminierung zu informieren kann dazu beitragen, diese besser zu verstehen und unterstützend zu handeln. Tolle feministische Arbeit macht das Missy Magazine. Auch die englischsprachige Plattform Everyday Feminism erklärt vielfältige Diskriminierungsmechanismen auf eine verständliche Art und Weise.

© Glen Noble

6. Unternehmen von marginalisierten Gruppen unterstützen

Wir sind darauf angewiesen, alltägliche Gebrauchs- und Konsumgüter käuflich zu erwerben. Bei Unternehmen von Migrant*innen, Menschen, die als solche gelesen werden und/oder Frauen einzukaufen, zu essen oder Dienstleistungen zu beauftragen, trägt zur finanziellen Sicherung deren Lebens bei.

7. Sich fortbilden

Möchtest du besser verstehen, wie Diskriminierung funktioniert? Dann gibt es die Möglichkeit, Weiterbildungen zu besuchen. Rassismuskritische Workshops bietet beispielsweise der Verein Glokal an.

8. Ein Firmenabo der Hinz und Kunzt abschließen

Ja, das geht: das Hamburger Straßenmagazin kann innerhalb des Stadtgebietes abonniert werden. Einfach die Arbeitskolleg*innen fragen, wer die einmal im Monat erscheinende Zeitschrift haben möchte, bei der Hinz und Kunzt anrufen und am jeweiligen Monatsanfang bringt ein Verkäufer die neue Ausgabe vorbei.

9. Im Hintergrund arbeiten

Du bist LKW Fahrer*in? Biete an, Kleidung von A nach B zu transportieren. Aktiv sein heißt nicht immer, im sichtbaren Vordergrund zu sein. Bei Hanseatic Help werden beispielsweise Leute gesucht, die ihre Zeit und oder ihr Know-How spenden.

10. Sich organisieren

Politische Arbeit beginnt im Kleinen: tritt in Kontakt zu Menschen, die sich auch engagieren wollen. Frag die nette Nachbarin, die mit Mieterhöhungen zu kämpfen hat, ob du sie dabei unterstützen kannst. Werde Teil einer bestehenden Gruppe oder Partei. Sei kreativ!

11. Lokale Abgeordnete kontaktieren

Auch eine Möglichkeit: Kontakt zu denjenigen aufnehmen, die demokratisch gewählt wurden und die Interessen der Bevölkerung vertreten sollen. Wie du Kontakt aufnehmen kannst, erklärt unter anderem Netzpolitik.