Kleine, geile Firma: Josea Surfwear

© Maria Kotylevskaja

Man muss nicht immer bis nach Australien, Hawaii oder Portugal fliegen, um geil surfen und kitesurfen zu können - vor Hamburgs Türen, in St. Peter Ording oder auch auf Fehmarn geht das fast genauso hervorragend. Damit das auch ordentlich Spaß macht und man nicht immer wieder seinen Bikini zurechtrücken muss, hat die 31-jährige Jocy ihr Label Josea Surfwear gegründet und produziert nachhaltige Surfwear, die auch in großen Tubes optimalen Halt gibt.

Hi Jocy! Erzähl doch etwas über dein Label. Wie kamst du auf die Idee, Surfwear zu designen?

Ich bin leidenschaftliche Kitesurferin und saß während einer Kitsession in Brasilien am Strand, weil ich meinen Bikini zum 10. mal verloren habe und ich dachte mir: das kann doch nicht wahr sein. Ich habe eigentlich keine komplizierte Figur, einen ganz normalen Umfang - es muss einen Bikini geben, der mir passt und der sitzt und hält.

Den perfekten Bikini zu finden ist echt schwer. Jeder hat ja nun eine andere Figur und daher ist das ein Prozess, der schon gerne mal lange dauern kann. Ich hab online und offline gesucht und wurde nicht fündig - daher bin ich dann  immer mit Sport BHs kiten gegangen - das sah aber nicht so spitze aus. Ich fragte mich daraufhin, warum ich meine Bikinis nicht selbst herstelle. Diese Idee entstand 2014 und die Umsetzung folgte dann 2015.

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Hattest du Erfahrungen im Bereich der Textilherstellung?

Ich habe Mode- und Textilmanagement studiert und bin tatsächlich ganz, ganz schlecht im Nähen. Bei zwei großen Modeunternehmen habe ich Erfahrungen im Brandmanagement gesammelt, aber an der Nähmaschine bin ich nicht so sehr begabt. Aus diesem Grund habe ich damals zusammen mit meiner ehemaligen Dozentin angefangen Josea Surfwear groß zu machen. Sie hatte das Nähen übernommen.

Das Label ist immer weiter gewachsen und ich kam mit der Produktion nicht mehr hinterher. Dann habe ich mit vielen Freiberuflichen zusammengearbeitet. Über Weihnachten 2016 brach ein riesen Chaos aus und wir saßen hier und haben alle, ich inklusive - und das heißt dann schon was - genäht, um die Bestellungen fertig zu kriegen.

Durch ein Zufall bin ich auf Esther gestoßen und sie hat im Januar 2017 zusammen mit Jelena, bei mir angefangen. Nicole ist seit Kurzem dabei. Somit sind wir mittlerweile vier Mädels, die schöne Bikinis zaubern.

Was bietet ihr alles an?

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Wir bieten Surfbikinis, die sitzen wie Sport BHs, Surfsuits, Yoga- und Surf-Leggings und bald auch Badeanzüge an. Die Surfwear ist aus recycelten Fischernetzen und Abfällen aus der Teppichindustrie, welche zu einem Granulat hergestellt wird. Aus diesem Granulat wird dann ein Faden gesponnen  und daraus entsteht das Material für die Bikinis. Unsere Produkte sind aus wiederverwertbaren Abfällen.

Wir fertigen alles mit Handarbeit in unserem Studio in Hamburg und produzieren immer erst auf Bestellung. Man sucht sich online einen Produkt aus und erst dann fangen wir an zu nähen. Es gibt keinen Lagerbestand.

Unsere Preise sind den Leistungen angepasst und daher kostet ein Bikini schon 90 Euro. Da ich weiß, wie es bei großen Modefirmen abgeht, will ich eine Gegenbewegung hin zu Fairness und Nachhaltigkeit schaffen und die Kundin kauft mit einem Josea Bikini auch eine Bewegung.

Für Herren findet sich nichts im Sortiment, oder?

Richtig, noch nicht. Die Nachfrage ist aber auf jeden Fall da. Wir haben uns erstmal gesagt, dass wir uns auf das konzentrieren, was wir aktuell machen und wollen darin die Besten sein.

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Die Teile der Kollektion tragen Namen wie "Mavericks" oder "OneEye" - Haben die eine größere Bedeutung?

Ja! Unsere Oberteile sind alle nach Wellen und die Unterteile nach Winden benannt. Wir sprechen ja sowohl Surfer als auch Kitesurfer an und Wellen, beziehungsweise Wasser und Wind sind da die zwei wichtigsten Komponenten - das brauchen wir.

„Mavericks“ zum Bespiel ist eine echt, echt krasse Welle, daher schützt dieses Oberteil auch massiv. Neben „Mavericks“ haben wir dann noch die Modelle „Supertube “, „Cloudbreak“ und „OneEye“.

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Seit wann surfst du?

Ich bin seit fünf Jahren auf dem Wasser und habe somit relativ spät angefangen - viele machen das schon seit ihrer Jugend. Mein Exfreund ist Kitesurfer und ich dachte, ich kann das ja grundsätzlich auch mal probieren - eine gemeinsame Leidenschaft schadet ja nicht. Ich war dann schnell angefixt von dem Sport und wurde durch meinen starken Ehrgeiz auch recht schnell recht gut.

Wo sind deine Lieblings-Surfspots?

Es gibt so viele tolle Orte zum Surfen auf der Welt. Im Endeffekt geht es aber ja hauptsächlich darum, einen tollen Moment zu erleben. Dieser Moment kann in der Nordsee sein, auf Sylt oder in Australien.

Ich erinnere mich gerne an Surfurlaube in Australien zurück. Die Menschen da sind so cool, jeder ist freundlich und nett und sie erinnern sich nächsten Tag auch noch an dich. Und, klar, Brasilien ist natürlich das Kitesurf-Mekka. Da hast du dann nur Kitesurfer und Surfer um dich rum. Außerdem kann man auch super Wellenreiten in Portugal und Südafrika. Ach, und Dänemark ist für Kiter auch nicht zu vergessen.

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Was wünschst du dir für Josea Surfwear für das nächste Jahr?

Mittlerweile gehen unsere Pakete überall hin - letzte Woche stand Guadalup auf dem Adress-Schild. Holland, Schweden und Deutschland sind unsere größten Märkte, aber unsere Kunden sitzen auch in den USA, der Schweiz, Australien, Portugal und Italien. Ich wünsche mir, dass wir weiterhin so wachsen, wie wir wachsen und dass wir ganz viele Mädels mitreißen können mit dem, was wir machen.

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