Artvergnügen #15 - 11 Kunsttipps, die ihr im Oktober nicht verpassen solltet

Die Herbst-Tristesse schlägt erste Wellen: manch einer möchte sich die Decke über den Kopf ziehen und einen Kamillen-Tee nach dem anderen in den deprimierten Körper kippen. Wir glauben da nicht dran. Wir glauben, dass eine gehörige Portion Kunst und Kultur euer Herz mit noch mehr Sonne füllen wird, als irgendein Heißgetränk.

Der Oktober rückt unter anderem Anita Rée und Rose Bernd und die Enten der Duckomenta ins Rampenlicht der Hamburger Kunstszene. Diese elf Events solltet ihr euch nicht entgehen lassen:

1

© Deichtorhallen Alice Neel: Painter of Modern Life

Einer der bedeutendsten Malerinnen aus Amerika des 20 Jahrhunderts ist definitiv Alice Neel. In ihren ausdrucksstarken, psychologisch tiefgründigen Bildern hat sie den Wandel dieser Zeit festgehalten. Zum Kern der Person, dringt Neel durch ihren einfühlsamen Blick vor. Sie bezeichnete ihre Werke als Menschenbilder und widmete ihr Hauptwerk der Portraitmalerei.

2

© Sandy Richter Anita Rée: Retroperspektive

Anita Rée ist eine rätselhafte Künstlerin der 1920er- Jahre und lebte ein Leben zwischen den Welten. Sie war eine protestantisch erzogene Hamburgerin mit südamerikanischen und jüdischen Wurzeln. Themen, die sie in ihren Werken behandelte, waren die Frage nach der eigenen Identität, Menschen anderer Herkunft und das Selbst als fremdes Wesen. Zu sehen sind ihre Gemälde in der Hamburger Kunsthalle.

3

© Lalo Jodlbauer Rose Bernd

Im Schauspielhaus wartet Gerhart Hauptmanns Meisterwerk „Rose Bernd“ von 1903 auf euch. Das Stück gleicht einem Krimi Noir und handelt von einer Frau, die ihre Liebesaffäre mit dem verheirateten Flamm beenden muss, da ihr Vater sie mit einem unattraktiven Mann verheiraten will. Bei ihrem letzten Treffen mit der Affäre wird sie vom schmierigen und gewalttätigen Streckmann gesehen, der Rose daraufhin körperlich erpresst.

4

© Peter Bialobrzeski via Deichtorhallen Hamburg Peter Dialobreszki: Die zweite Heimat

Peter Bialobrzeski ist einer der bekanntesten und international erfolgreichsten deutschen Fotografen der Gegenwart. Seine neue Werkserie „Die zweite Heimat“ wird vom 8. September im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg als Auftakt der neuen Ausstellungsreihe „Hamburger Helden“ gezeigt.

Die Werkserie „Die zweite Heimat“ ist die Fortsetzung seines Projektes „Heimat“, das erstmals 2005 publiziert wurde. Zwischen 2011 und 2016 reiste Peter Bialobrzeski dafür durch Deutschland und kam mit 30.000 Belichtungen von Orten und von Unorten zurück. Er war unterwegs in Andernach, Berlin, Bottrop, Eisenhüttenstadt, Hamburg, Hagen, Haßloch, Meißen, Frankfurt, Offenbach, Wolfsburg, vor allem aber im weiten Dazwischen, im Fremdvertrauten eben, wo sich Garagentore, Laternen und Tankstellen aneinanderreihen.

5

Gute Fotos - guter Zweck

Unter dem Titel „Gute Fotos – guter Zweck“ veranstaltete die FREELENS Galerie 2012/2013 eine große Benefizausstellung zugunsten der FREELENS Foundation. Mehr als 200 Fotografen und Fotografinnen spendeten damals Prints für die Aktion, die Einnahmen aus dem Verkauf von rund 100 Fotos flossen in Fotoprojekte weltweit. Noch immer sind zahlreiche Exponate der Ausstellung aus 2012/2013 zu sehen. Zusätzlich zeigt die FREELENS Galerie nun erneut eine kleine Bildauswahl folgender Fotograf/innen der verschiedensten Genre. Die Erlöse der Bilder gehen an fotografische Projekte, Ausstellungen, Symposien und Workshops hauptsächlich in den sich entwickelnden Ländern.

6
© Dennis Poser

© Dennis Poser Hallo Festspiel

Noch bis dieses Wochenende (04.09.16) läuft das Hallo Festspiele ein Festival rund um Kunst, Musik und Performance. Die Idee, die sich dahinter verbirgt ist ein Festival zum Mitmachen. Ihr dürft euch mit Ideen, Tat und Kraft einbringen, um an dem Prozess mit zu wirken. Das Spiel zwischen Raum und Kunst steht im Vordergrund. Raumöffnende Konzepte verwandeln das brachliegende Gelände in einen Festivalort.

  • Kraftwerk Bille
  • Anton-Ree-Weg 50, 20533 Hamburg
  • 29. August bis 04. September | 14- open End
  • Eintritt gegen Spende
  • Mehr Info
7

© AskHelmut Pure Gold. Upcycled! Upgraded!

Pure Gold – Upcycled! Upgraded! steht im Kontext politischer und gesellschaftskritischer Ausstellungsformate des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg. Darauffolgenden wird das Projekt in Südostasien gezeigt, mit den Tourneestationen Bangkok, Yangon, Hanoi und Manila. Die Ausstellung widmet sich dem Thema Müll und präsentiert Ansätze zur Wiederverwendung von bereits verarbeitetem Material als Rohstoff für die Erschaffung neuer und hochwertigerer Objekte.

8

© Andreas Baur Das Kapital

„Das Kapital“ von Karl Marx ist ein Klassiker der politischen Ideengeschichte und das bekannteste Wirtschaftsbuch in deutscher Sprache. Der erste Band handelt von der „Kritik der politischen Ökonomie“und erschien 1867 in Hamburg, im Verlag von Otto Meissner. Damals hat es ganze vier Jahre gedauert bis die ersten 1000 Exemplare verkauft waren. Heute allerdings ist es eines der auflagestärksten Bücher der Welt. Die Ausstellung gibt der Diskussion über den Kapitalismus breiten Raum und bindet die Meinungen und Positionen von Besuchern direkt ein.

 

9

©interDuck Duckomenta: MomEnte der Weltgeschichte

Seit 1986 wird die DUCKOMENTA, eine Kunstausstellung, bei der die abgebildeten Dinge „anatiden“ (entenähnlichen) Ursprungs sind, auf einer internationalen Tournee durch Kunsthallen und Museen präsentiert. Der Besucher erfährt in der Ausstellung von einer mysteriösen Entensippe, genannt die "interDucks", die offensichtlich parallel zur Menschheit lebten. Die Gemälde und Skulpturen sind so täuschend echten Anlitzes, dass man der Illusion erliegt, es handle sich hierbei um einen echten Nachlass aus einem virtuellen Universum. Der Zyklus der DUCKOMENTA reicht von der frühen Kulturgeschichte bis in weite Fernen des Weltalls.

10

© KHB Fiber and Liquids

Die digitale Ausstellung „Fiber and Liquids“ versammelt künstlerische Positionen, die das komplexe Verhältnis zwischen marginalisierten Räumen und strategischen Rückzugsorten, globaler Vernetzung und ihrer postkolonialen Auslassungen, Big Data und informellem Wissen, digitaler Transaktion und ihrer lokalen, physikalischen Verortung ausloten. Die Arbeiten von Graeme Arnfield, Laura Balboa, James Bridle, Louis Henderson, Till Krause, Tuomas A. Laitinen, Christian Sievers und Suzanne Treister setzen sich auf verschiedenen Ebenen mit Fragen der (Un-)Sichtbarkeit von Personen, Prozessen und Ressourcen auseinander. Sie thematisieren verborgene Zusammenhänge zwischen analogen, digitalen und spirituellen Welten, beschreiben die Topographie von Netzwerken und verdrängte ökonomische sowie historische Grundlagen der Informationsgesellschaften des Westens.

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© Anton Melbye Melbye - Maler des Meeres

Zum 200. Geburtstag des dänischen Künstlers Anton Melbye zeigt das Altonaer Museum eine Retrospektive seines vielschichtigen Repertoires aus Gemälden und virtuosen Kohle-, Kreide- und Federzeichnungen, ergänzt um kulturhistorische Objekte aus seinem Umfeld. Als Maler des Meeres erlangte Anton Melbye im 19. Jahrhundert eine außerordentliche internationale Reputation. Die Ausstellung des fast vergessen, dänischen Künstlers ist perfekt für einen herbstlichen Sonntag.

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