Artvergnügen #14 - 11 Kunsttipps, die ihr im September nicht verpassen solltet

Neuer Monat, neues Artvergnügen! Auch der September hält viele tolle kulturelle Veranstaltungen und Ausstellungen für hanseatische Kunstköppe bereit. Die Wilhelmsburger Zinnwerken werden den ganzen Monat zum Schau.Spiel.Platz und lockt mit einer mobilen Gerüstinstallation und diversem Drumherum, die Deichtorhallen haben die Ausstellung des Videokünstlers Bill Biola noch bis zum 24. September verlängert und in Mikiko Satos Gallerie am Klosterwall könnt ihr zeitgenössische Kunst aus Japan bestaunen. Los geht's!

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© Bill Viola Presse via Deichtorhallen Bill Viola

Seit mehr als vier Jahrzehnten hat der „Rembrandt“ des digitalen Zeitalters, wie er mal genannt wurde, Installationen, Einkanalwerke, Klanginstallationen, Videoarbeiten auf Flachbildschirmen sowie Arbeiten für Konzerte, Opern und kirchliche Kontexte geschaffen. Mit zahlreichen Projekten und Ausstellungen beispielsweise im Grand Palais in Paris, im Museum of Modern Art in New York, als Vertreter der USA auf der 46. Biennale in Venedig sowie in der St. Pauls Cathedral in London und aktuell im Palazzo Strozzi in Florenz zählt er zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstlern weltweit. Bewundert seine Werke jetzt noch in den Deichtorhallen.

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© Alicja Kwade Tresspassing

Das Ausloten von Grenzen ist das Thema der Gruppenausstellung „Trespassing“, dem sich 13 internationale Künstler und Künstlerinnen auf unterschiedliche Art widmen. Mit Malerei, Skulptur, Performance und Poesie werden dabei nicht nur formale und materiale Grenzen überschritten, sondern auch inhaltlich Grenzen zur Diskussion gestellt: Fragen nach emotionaler Abgrenzung und zwischenmenschlichen Differenzen spielen dabei ebenso eine Rolle, wie das Austesten von Schönheitsidealen und das Abgleiten in die Absurdität.

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© Museum für Kunst & Gewerbe Keith Haring Posters

Die Ausstellung im MKG  präsentiert über 100 Plakate des New Yorker Grafitti-Künstlers Keith Haring aus eigener Sammlung, die in ihrer Vollständigkeit weltweit einzigartig ist. Zusätzlich sind zahlreiche kleinere Objekte und Marketing-Produkte zu sehen, die Haring in seinem New Yorker Pop Shop verkaufte.

Seine Plakate brechen nicht vollkommen mit dem Stil seines übrigen Werks, haben jedoch einige Besonderheiten. Die Schrift fällt stark ins Auge, sie findet sich in dieser Form nur auf seinen Plakaten. Die Motive sind einfacher gehalten als in seinen Zeichnungen und Gemälden und bestechen durch ihre Direktheit. Meist geht Haring direkt auf das Thema ein.

  • Museum für Kunst und Gewerbe
  • Steintorplatz 1, 20099 Hamburg
  • 31. Mai - 5. November 2017, Dienstag - Sonntag: 10:00 - 18:00 Uhr, Donnerstags: 10:00 - 21:00 Uhr
  • Eintritt: 12,00€, ermäßigt: 8,00€, Donnerstags ab 17:00 Uhr: 8,00€
  • Mehr Info
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© Wilhelmsburger Zinnwerke Schau.Spiel.Platz

Die Wilhelmsburger Zinnwerke kennen Hamburger von den vielen dort stattfindenden Flohmärkten. Ab September wird die Fläche zu einem großen Kulturmarkt mit allem, was das Kulturherz begehrt und nennt sich Schau.Spiel.Platz.. Mit einer Gerüst-Installation verwandelt sich der Freiraum einen Monat in einen spannenden Spielraum um. Egal ob Kunst, Musik, Diskussionen, Lesungen, Workshops, Genuss, Sport und vieles mehr – ab morgen tobt sich Hamburgs Kulturszene in den Wilhelmsburger Zinnwerken aus.

Ausgediente Gerüste, die zuvor auf einer Werft im Harburger Binnenhafen standen, werden zur Bühne, Tribüne, Entspannungszone oder Kocharena – je nach Veranstaltung. Entstanden sind so drei mobile Installationen, die draußen und drinnen einsetzbar sind und so den Raum füllen.

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© Peter Bialobrzeski via Deichtorhallen Hamburg Peter Bialobreszki: Die zweite Heimat

Peter Bialobrzeski ist einer der bekanntesten und international erfolgreichsten deutschen Fotografen der Gegenwart. Seine neue Werkserie „Die zweite Heimat“ wird vom 8. September im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg als Auftakt der neuen Ausstellungsreihe „Hamburger Helden“ gezeigt.

Die Werkserie „Die zweite Heimat“ ist die Fortsetzung seines Projektes „Heimat“, das erstmals 2005 publiziert wurde. Zwischen 2011 und 2016 reiste Peter Bialobrzeski dafür durch Deutschland und kam mit 30.000 Belichtungen von Orten und von Unorten zurück. Er war unterwegs in Andernach, Berlin, Bottrop, Eisenhüttenstadt, Hamburg, Hagen, Haßloch, Meißen, Frankfurt, Offenbach, Wolfsburg, vor allem aber im weiten Dazwischen, im Fremdvertrauten eben, wo sich Garagentore, Laternen und Tankstellen aneinanderreihen.

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© Rivane Neuenschwander Art and Alphabet

Im Fokus dieser Ausstellung steht das vielschichtige Wechselverhältnis von Schrift und Bild in der gegenwärtigen Kunst. Schrift und Buchstaben dominieren ganz unbewusst unseren Alltag. Dabei nehmen wir nicht einmal wahr, welch künstlerischer Mehrwert in Form und Art von Buchstaben und Schrift stecken kann. Zugleich wohnt der Schrift als visuelle Sprache immer auch eine große kultur- und identitätsstiftende Kraft inne. Künstler/innen nehmen den Variationsreichtum verschiedener Alphabete zum Ausgangspunkt, um das Kommunikationsmedium Sprache in die Welt der Bilder zu überführen, um es zu ergründen, zu erweitern und spielerisch zu verwandeln.

Das Alphabet mit all seinen künstlerischen Formen, Silhouetten und Abstraktionen bekommt, in der groß angelegten Ausstellung, die volle Aufmerksamkeit. Präsentiert werden Werke verschiedenster Medien von rund 20 internationalen Künstler/innen, die unterschiedlichste Sprachen und Schriftsysteme mit ihren Bestandteilen erforschen, als visuelle Zeichen verstehen, erweitern und künstlerisch transformieren. Die Ausstellung umfasst künstlerische Positionen der letzten zehn Jahre, mit teilweise eigens für die Präsentation geschaffenen Werkgruppen.

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© Jan Hendrikse Jan Henderikse: Zwischen Zero und Pop Art

Jan Henderikse ist einer der wichtigsten Repräsentanten der niederländischen Gegenwartskunst. Zusammen mit Kees van Bohemen, Henk Peeters, Armando und Jan Schoonhoven gründete er 1959 die Gruppe Nul - eine parallele Künstlerbewegung zur deutschen Gruppe ZERO. Seine aus alltäglichen Materialien entstandenen Assemblagen, Montagen und seriellen Reihungen zeigen in der Tradition des Readymade Anklänge an Nouveau Réalisme und Pop Art. Seine Arbeiten wurden u.a. in den großen ZERO-Retrospektiven in New York oder Berlin gezeigt. Die Publikation gruppiert Arbeiten von 1967 bis 2017 und eröffnet einen umfassenden Einblick in das Schaffen des Künstlers.

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© Hamburger Galerie Pop und Street Art

Die Hamburger Galerie hat sich auf amerikanische und internationale Pop-Art, Street Art und Fotorealismus spezialisiert. Zum ständigen Repertoire der Galerie gehören die wichtigsten Vertreter dieser Stilrichtungen, unter anderen Roy Lichtenstein, David Buckingham und Axel Crieger. Zusätzlich werden Events mit jungen Künstlern veranstaltet. Zuletzt machte die Galerie mit der erfolgreichen Vernissage von Noah Becker „Bake all day“ Schlagzeilen. Der Sohn Boris Becker ist nämlich nicht nur erfolgreicher Musiker in der Band Bakery, sondern auch Künstler. Schaut mal vorbei!

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©Altonaer Museum

©Altonaer Museum Ernst Eitner. Monet des Nordens

Das Jenisch Haus präsentiert eine Werkschau des sogenannten „Monet des Nordens“. Der Maler Ernst Eitner zählt zu den Gründungsmitgliedern des Hamburgischen Künstlerclubs von 1897. Sein Stil wird auch heute noch als experimentierfreudig wahrgenommen. Damals wurde sein künstlerisches Geschick mehr missachtet und erst später wurde sein kreatives Genie entdeckt. Die Ausstellung zeigt in großen Umfang mitunter von Gemälden aus Privatbesitz und eigenem Bestand die Vielfalt Eitners Arbeit.
Mit Hilfe von Tagebüchern und privaten Aufzeichnungen Eitners wird die Ausstellung ergänzt und der Besucher bekommt einen Eindruck von dem facettenreichen Hamburger Kunst- und Kulturgeschehen an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert.

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© Nobuyuki Osaki Nobuyuki Osaki: Multiple Lightning

Mit neuen Bildern von Nobuyuki Osaki startet die Mikiko Sato Gallery am 8. September in die neue Saison. Erstmals werden dabei auch seine Arbeiten mit Spiegeln ausgestellt. Wahrnehmungen, Erinnerungen und Gedächtnis haben in Nobuyuki Osakis Werken schon immer die entscheidenden Rollen gespielt. In seiner Kunst hinterfragt er nicht nur die Fiktionalität der Bilder, sondern ebenso den Wahrheitsgehalt des Dargestellten. Mit ihr thematisiert er das Verschwimmen der Zeit, die sich nicht mehr an konkreten Fakten festmachen lässt und im Raum der Andeutungen und Möglichkeiten regelrecht zerfliesst.

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© Museum für Hamburgische Geschichte Alt-Hamburg – Ecke Neustadt. Ansichten einer Stadt um 1900

Die Sonderausstellung „Alt-Hamburg - Ecke Neustadt. Ansichten einer Stadt um 1900“ widmet sich bisher selten gezeigten Zeichnungen, Aquarellen, Pastellen und Künstlerdrucken, deren vielfältige Motive dem Betrachter eine Vorstellung vom Erscheinungsbild Hamburgs in der Zeit zwischen 1850 und 1913 vermitteln. In diesen Jahren veränderte sich das Aussehen der Stadt tiefgreifend. Denn aus der von Wallanlagen eingefassten Stadt mit engen Gässchen und winkligen Fachwerkhäusern entwickelte sich ein Hamburg, das sich immer mehr über die alten Stadtgrenzen hinaus ausbreitete - mit großen Straßen, eindrucksvollen Geschäftshäusern und einer modernen Infrastruktur.

Viele Künstler der Zeit waren fasziniert von der Stadt an der Elbe und hielten sie in oft romantisierenden, gelegentlich humorvollen Darstellungen fest. Diese künstlerisch und historisch interessanten Stadtansichten sind in der Ausstellung zu neun Spaziergängen geordnet, bei denen sich der Besucher einen detailreichen Eindruck der Altstadt Hamburgs um 1900 verschaffen kann.

  • Museum für Hamburgische Geschichte
  • Holstenwall 24
  • 7. Juni - 5. November 2017, Dienstag - Samstag: 10:00 - 17:00 Uhr, Sonntags: 10:00 - 18:00 Uhr
  • Eintritt 9,50 Euro, ermäßigt: 6,00 Euro
  • Mehr Info
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