5 Barbiere in Hamburg, bei denen Ihr Euch aufhübschen lassen könnt

Ein Wort, dass sich aus „Bar“ und „Bier“ zusammen setzt, kann ja schon mal nix Schlechtes sein, oder!? Also ab zum Barbier! Seit dem der Trend seit ein paar Jahren zum Lumberjack-Look geht und jeder Hipster von hier bis Heidelberg so aussehen will, als könne er seine Gesichtsbehaarung locker einer Kleintierfamilie zum Überwintern anbieten, gibt es auch bei uns immer mehr Salons für Männer, die sich auf das Ölen, Trimmen, Zupfen und natürlich auch Shaven der Gesichtsbehaarung spezialisiert haben. Man will ja nicht aussehen wie Vetter Itt von der Adams' Family, oder? Es geht in den Pflegetempeln für das haarige Geschlecht aber nicht nur um Stoppeln und Wolle: Ihr denkt bei dem Wort „Maske“ erstmal an Henry, ein Rollenspiel mit Eurer/m Liebsten oder zumindest die Schlüsselszene aus „Eyes Wide Shut“? Tja, falsch. Es geht um den Feuchtigkeitshaushalt Eurer Gesichtshaut! Wir haben uns mal durch ein paar Barber Shops in Hamburg probiert.

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© Patrick Art by Lexip Production Rasur und Zeitreise in einem: Das Barberhouse

Ihr wollt ein bisschen mehr? Dann ist das Barberhouse Eure Adresse. Ein Besuch in dem Pracht-Store ist wie eine Zeitreise: Im Kassenbereich steht eine herrliche Original-Apotheken-Einrichtung von 1910, drinnen hängen stylishe Theaterlampen aus den 1950er Jahren und Inhaber Dirk hat eigens alte russische Grubenlampen umgestaltet, es läuft Swing im Hintergrund. Pflegetechnisch bleiben keine Männerhaut trocken und kein Wunsch offen: Es gibt neben den Klassikern Haarschnitt inkl. Waschen, Kopfmassage und Styling (45 Euro) und umfangreicher Nassrasur mit Pre-Shave, Kompressen und Massage (30 Euro) auch Maniküre und Pediküre – oder gleich Treatment-Komplettpakete wie „The Dude“, „Kojak“ oder „Hemingway“. Du legst lieber selbst an oder willst jemand anders an die Gurgel? Jeden dritten Dienstag im Monat gibt es ein Nassrasur-Seminar! Des weiteren sind auch Junggesellen-Abschiede möglich oder schenkt Eurem Dad ein Treatment für Vater & Sohn.

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© Eric Barbier Wellness in the City bei Eric: Barbier

Der Männersalon, der von Masterbarbier Anthony geführt wird, ist im besten Sinne solide. Man riecht herbes Aftershave, die Einrichtung ist eher schlicht, im Hintergrund läuft klassische Musik – auch hier konzentriert man sich auf das Wesentliche. Der Laden hat die beste Lage, wenn Ihr in der Innenstadt arbeitet oder grad auf Shoppingtour wart. Anthony ist ein sehr entspannter Typ, dessen Gesichtsmassage einen sofort in Trance versetzt. Es gibt hier neben dem klassischen Haarschnitt (38 Euro) und Nassrasur (30 Euro) ein Riesensortiment an Treatments und Wellness-Behandlungen: Rückenmassage, Gesichtsreinigung, Haarentfernung, Maniküre, medizinische Fußpflege, you name it!

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© Herrengut Rasur vom Feinsten auf dem Kiez im Herrengut

Das junge (und übrigens sehr internationale) Team von Inhaber Thorsten ist entspannt, nett und zugewandt, egal, ob man seinen XL-Bart färben lassen will oder bloß den Nacken ausrasiert haben möchte. Das Schöne: Wer immer leichte Berührungsängste hat und denkt, Barbierkultur ist nur etwas für Connaisseure, wird hier eines besseren belehrt, obwohl der Laden auf den ersten Blick erstmal wie ein Rockabilly-Schuppen wirkt. „Nee, hier kommt jeder her, egal ob Student oder Kiez-Kerl“, sagt Thorsten. Obwohl es „Herrengut“ erst seit letzten Sommer gibt, hat sich der Laden längst in St. Pauli etabliert und passt zum Kiez wie Arsch auf Eimer – bzw. Klinge an Rasiermesser! Nach der ausführlichen 7-Schritt-Rasur (45 Euro) mit nass und trocken, wenn das Gesicht in heiße Kompressen gehüllt ist, will man eigentlich nie wieder aufstehen und verfällt sofort in dieses wohlige „Ich bin ein Kater vorm Kamin und schnurre gleich“-Gefühl. Back & Sides gibt es hier für 25 Euro, einen Kurzhaarschnitt für 45 Euro.

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© B & A Barbershop Klassische Barbierskunst zu knaller Preisen im B&A Barbershop

Bei Barbier Hasan Musa weiß man, was man kriegt: Erstmal einen richtig guten türkischen Mokka. Und dann bestes Frisierhandwerk für wenig Kohle. Im Gegensatz zu den durchgestylten neuen Läden geht es Herr Musa, der in Bulgarien den Barbierberuf erlernte und mit dem Barber Shop amerikanische und britische Rasierkultur vereinen will, um das Wesentliche. Und einen Trockenhaarschnitt gibt es bereits für unschlagbare 12 Euro (Bart schneiden: 5 Euro, Bart modellieren: 12 Euro, Gesichtsmassage mit Dampfmassage: 10 Euro). Der Barbershop ist stilvoll mit antiken Friseurmöbeln eingerichtet, aber nicht aufdringlich stylisch. Es kommen Männer aller Alterklassen. Fazit: Ein Shop für Typen, die es gern gemütlich und verlässlich haben, aber nicht unbedingt Ästheten sind. Hübsch: Draußen hängen zwei typische Barber Poles, die rotweiß gestreiften Symbole, die traditionell in den USA schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts einen Barbier symbolisierten (eigentlich aber aufs Mittelalter zurückgehen!)

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© Roland Rödermund Rasieren lassen im Salon Harry

Bei Franz und Ute Stenzel kriegt man im urigen Salon so viel mehr als eine neue Frisur: Ein Besuch hier ist der reinste Kiez-Nostalgietrip! Die zwei, die seit über 35 Jahren den 1906 (!) gegründeten „Salon Harry“ in der Davidstraße betreiben, erzählen mit leuchtenden Augen über ihre Kundschaft aus Kiezgrößen, Schauspielern, Hausmeistern, HH-Promis und St-Pauli-Spielern spielen. Die Beatles ließen sich übrigens genau hier ihre Pilzköpfe für ein Fotoshooting schneiden! „Ja, die erzählen uns alle auch ihre Storys“, erzählt Ute, „aber wir halten natürlich dicht!“ Wer herkommt, fragt Franz und Ute aber am besten nach dem Gästebuch und einem kurzen Besuch im Keller: Dort ist ein wie früher erhaltener kleiner Salon, der heute eher als kleines Museum dient – man kann sogar auf dem Stuhl Platz nehmen, auf dem Ringo & Co. ihre Ponys gestutzt bekamen. Was hier geht? Klassischer Haarschnitt mit Haarwasser (21 Euro), Nassrasur (21 Euro), Vollbart in Form bringen (25 Euro), Massagen sind inklusive.

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