11 Sätze, die du an der Uni Hamburg hörst

© Teresa Grau Ros via Flickr.com

Es gibt nur zwei Sorten Studenten an der Uni Hamburg: die mit Copy-Card, die nur einen winzigen Bruchteil darstellen - und die, die damit rumnerven, dass sie zum Tausendsten mal nach deiner Copy Card lechzen. In unseren elf Sätzen, findest du alles, was sich zwischen den grauen Beton-Bauten der Uni abspielt, solltest du dort nicht studieren. Falls du dort studierst, erfährst du nicht erst jetzt vom Glory Hole in der Philo-Turmtoilette.

1. “Keine Ahnung, ich glaub ich bin da auch angemeldet.“

In deinen Wunschkurs reinzukommen ist von Semester zu Semester quasi ein Ding der Unmöglichkeit. Also nimmst du nicht die Kurse, die dich interessieren, du nimmst sie einfach alle, um irgendwie deine ECT zu bekommen! Deshalb sieht dein Stundenplan bei Stine mehr aus, wie ein Schachbrett, als wie eine übersichtliche Liste der Kurse, die dich im Leben weiterbringen. Gut gemanagt.

2. “Ich kann den Mensa-Fraß nicht mehr sehen: lass‘ mal lieber Kumpir essen.“

Kartoffel-Pizza gab es im Sommer 2013 in der Schweine-Mensa - kein Witz: ein Auflauf aus zu dick geschnittenen, halbrohen Kartoffelscheiben, garniert mit Salamistücken, die fast so groß wie das Tier an sich waren und irgendein Grünzeug, das vielleicht nichtmal organisch gewachsen ist. Jedes "4:30 Uhr - besoffen kochen" ist im Vergleich zur Kartoffel-Pizza Kategorie Sterneküche.

3. “Vorlesung um 8:15 Uhr?” - “Hahahahaha...“

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4. “Ich geh doch nicht im Philo-Keller aufs Klo, bist du bekloppt?!“

In der Zwischenwand der Kabinentoiletten im Keller des Philosophenturms befindet sich ein gar nicht mal so schmales Loch - das ganze versehen mit einschlägigen Notizen und Handynummern. Die Faktenlage ist klar: Das Loch dient mit hoher Sicherheit nicht dazu, seinem Nebenmann eine Rolle Toilettenpapier zu reichen.

5. “Ich kann nicht in die Bib. Ich hab da noch Schulden“

Die finster dreinschauenden Menschen hinterm Bib-Infopoint Mustern dich von oben bis unten, wenn du die Bib betrittst. Weil du seit bereits vier Tagen nicht geduscht hast (schließlich bist du ja Student) oder weil deine Schulden astronomische Züge angenommen haben? Eher letzteres. Vielleicht hättest du doch letztes Semester in Mathe Vier nicht fehlen sollen, dann könntest du diese gigantische Summe auch berechnen.

6. “Später, wenn ich einen Job habe…”

In den ersten Semestern, da ist die Zukunftssicht noch klar und deutlich: Gut bezahlter Job, schicke Wohnung und Urlaube ohne Ende - wenn das Studium dann irgendwann vorbei ist. Spätestens während der dritten Master-Arbeit wird die Panik von Stunde zu Stunde größer, denn wenn es nicht klappt, und doch kein Job in Aussicht kommt, müsste man ja wieder bei Mama und Papa einziehen. Davor dann doch lieber in Puerto Rico ein Hostel aufmachen.

7. “Hat jemand ein Iphone-Ladekabel dabei?“

Es gibt zwei Kategorien an Studenten. 1. Die Verplanten, die Grundsätzlich alles vergessen, was man überhaupt gebrauchen könnte. Und 2. diejenigen, die einen mit ALLEM versorgen können: Kleingeld, Powerbank, Textmarker in 100 Farben, Schmerztabletten nach der letzten WG-Party und auch mal ne Stulle für den kleinen Hunger.

8. “Warum heißt die Schweine-Mensa eigentlich Schweine-Mensa?

Ein Satz, den jede*r Ersti während seiner Orientierungs-Einheit mindestens einmal sagt. Viele Fragen bleiben nach wie vor offen: warum ist hier eigentlich immer Platz, wohingegen die anderen Mensen berstend voll sind? Wer hatte die glorreiche Idee für die Kartoffel-Pizza? Was muss passiert sein, dass die Mensa im Studierendenhaus Schweine-Mensa heißt?

9. “Boah, mein Semester wird richtig hart, habe fünf Veranstaltungen pro Woche.”

Du bist völlig überlastet. Fünf Kurse. Wie sollst du das denn bitte schaffen? Du bist hier nicht angetreten um der neue Marc Zuckerberg zu werden, sondern vielmehr um ein reines Gewissen gegenüber deinen Eltern zu haben. Aber wie sollst du diesen elitären Druck irgendwie bewerkstelligen? Fünf Kurse. Wenn du so weitermachst, hast du mit 25 einen Bandscheibenvorfall, also gehe lieber nur in drei Kurse pro Woche.

10. “Ich will gerade nichts festes, echt jetzt.”

Deswegen wird auch in jeder freien Sekunde getindert bis die Fingerkuppen blutig sind und auf Semester-Parties die gute Hose aus dem Schrank geholt. Weil man sich verdammt nochmal nicht binden möchte – außer es kommt natürlich doch zufällig der Traummensch in Persona vorbei - bei jedem neuen Date. Und nach dem ersten Mal übernachten stellst du deine Zahnbürste in’s Bad. Aber alles ganz locker. Ehrlich.

11. “Die Aufgaben werden sich auf den Stoff des kompletten Semesters beziehen – und die Begleitliteratur, die ich zu Anfang des Semesters online gestellt habe.”

Jeder, wirklich jeder, kennt diese Professoren und Dozenten, die betont harmlos genau diesen Spruch vor Prüfung bringen. Woraufhin es in der Vorlesung zu Ohnmachtsanfällen, Wutausbrüchen und spontanem “Ist mir alles egal, ich schmeiß hin”-Rufen kommt.

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