11 Gedanken, die man als Hamburgerin in Rom hat

© Nina Ponath

Ein Kurztrip nach Rom? Immer gern! Nachdem ich letzten September kurz, für ein paar Mikro-Augenblicke, in den Genuss der Stadt gekommen bin, stand das ganz oben auf meiner Reiseliste. Man muss dazu sagen: Bei letztem Mal hat mich Rom so verzaubert, dass der kurze Kaffee, für den wir vor dem Flug aus der Toskana noch in der Stadt angehalten hatten, dazu führte, dass wir den Rückflug verpassten. (Kein Scherz, ich habe deshalb abends noch meiner damaligen Chefin ein Foto meines Flugtickets per WhatsApp geschickt; man könnte ja sonst glatt denken, dass sei ein besonders schlauer Trick, um noch einen Tag länger Urlaub zu bekommen…)

Dieses Mal bin ich absichtlich länger hier und nach wie vor völlig verliebt in die Stadt - auch wenn man ab und an nicht umhin kommt, Asterix zu zitieren: „Die spinnen die Römer!“

1.Von wegen, die Italiener haben so viel Stil

Das denke ich mir, als ich in vom Hauptbahnhof („Temrmini“) in die Tram Richtung Hotel steige. Ah, Fehler meinerseits. Sind ja Deutsche, was sonst.

2. Straßennummern, bitte einigt euch!

Auf der einen Seite zählt man munter hoch, auf der anderen runter. Woher weiß man, ab wann sich die Zählrichtung ändern? Das macht doch alles gar keinen Sinn und so dauert Ewigkeiten, bis ich endlich das Hotel finde.

3. So sieht also dieser ‚Frühling‘ aus

In Hamburg kennt man ja nur zwei Jahreszeiten: diese graue Nebelmasse von Oktober bis Oktober und die paar schwülen Sonnentage mit abendlichen Dauerregen dazwischen. 1:0 Rom, by the way.

4.Wow, es gibt noch echte Cafés und nicht nur Starbucks

…und wenn man seinen Cappuccino nicht direkt an der Hauptstraße gegenüber der Hauptattraktionen trinkt, zahlt man dafür sogar nur 1,10 bis 1,50 Euro. Wo gibt’s denn so was noch? Stimmt, nicht in Hamburg.

5. Trinkgeld oder kein Trinkgeld? Das ist hier die Frage

In manchen Restaurants verlangen die Römer ‚coperto‘ und man wird für Besteck und Co zur Kasse gebeten. Soll man darauf dann noch mal was zahlen? Und wie ist es mit dem 1,50 Euro-Cappuccino? Ist da jetzt Coperto drin? Römer, bitte einigt euch!

6. Wie hoch ist eigentlich die Lebenserwartung in Rom?

Dürfte bei dem Straßenverkehr ja nicht allzu hoch sein – Autos halten grundsätzlich nicht am Zebrastreifen, die aber gefühlt hundert Mal so oft vertreten sind wie Ampeln. Die wiederum bleiben ungelogen manchmal ganze fünf Minuten rot für Fußgänger, sodass man, wenn man in diesem Leben noch auf die andere Straßenseite kommen möchte, irgendwann einfach todesmutig, ohne Rücksicht auf Verluste, rüber stratzt. Schon schwer so nicht überfahren zu werden.

7. Hier raucht man noch mit gutem Gewissen

Ja, die Römer rauchen noch und sind mit viel Spaß und voller Leidenschaft bei der Sache. Da können wir gesundheitsorientierten #clean-#healthy-#fitspo-Deutschen uns eine fette Scheibe Entspanntheit von abschneiden.

8. Menschen mit Lebensmittel- und sonstigen Unverträglichkeiten haben’s schwer

Wo wir gerade dabei wären: hier sind alle noch nicht so sehr Low Carb, Glutenfrei und Paleo. Und trotzdem schlank – Strike.

9. Komplimente-Flatrate

Ja, die Römer sind charmant. Ein „Ciao Bella“ kriegt man selbst dann zu hören, wenn man verschwitzt und ungeschminkt vom Joggen zurückkommt und eigentlich ganz genau weiß, dass man gerade alles andere als „bella“ ist.

10. Hah, noch eine Großstadt mit einem Ubahn-Problem

Weite Teile der Stadt, die keinen unmittelbaren U-Bahnzugang haben, das kennt man auch in Hamburg. Wegen des Gewässers in der Stadtmitte, sei den Planern nochmal vergeben. Immerhin hat es für vier U-Bahnen gereicht. In Rom endet der Fahrspaß unmittelbar an den Innenstadtgrenzen. Linie A und B müssen reichen. Vielleicht fahren deshalb so viele Roller durch die Straßen?

11. Sie haben uns ein Denkmal gebaut

© Nina Ponath

Krass, diese Selbstverständlichkeit, mit denen die Römer alte Bauten hinnehmen und sich lässig auf die spanischen Treppen setzen, am Colosseum picknicken und vor Kirchen chillen. Das hat Style. Hach, in meinem nächsten Leben möchte ich auch Römerin werden – und bis dahin verpasse ich einfach noch mal ein, zwei Rückflüge. Vom römisch-entspannten Dolce Vita kann man sich gar nicht genug abschauen.

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