21 Dinge, die du in Hamburg am Wochenende nicht tun solltest

© Mark Strobl via flickr.com (CC-BY-2.0)

Erst ein Abstecher zum Shoppen in die Schanze, dann auf einen Kaffee in Eimsbüttel und abends romantisch ins Goldfischglas - als ob. Hamburg ist die schönste Stadt der Welt, aber manche Wochenendaktivitäten machen hier nur aggressiv. Möchtest du entspannt durch Freitag, Samstag und Sonntag kommen, dann vermeide folgende 21 Dinge, die auch uns in der Redaktion regelmäßig passieren:

1. In St. Pauli “gemütlich ein Bierchen trinken” wollen

Gemütlich, St-Pauli und Wochenende - drei Dinge, die sich gegenseitig KOMPLETT ausschließen. Es sei denn, du mietest dir eine Strip-Lounge für die ganze Nacht und nippst nur ein bisschen am 500 Euro-Champus und empfindest es als gemütlich, wenn dir während des Gesprächs mit deinen Freunden ein nackter Arsch und ein Paar Brüste vor der Linse rumwackeln.

2. Als Frau auf der Reeperbahn Daunenjacke und Moonboots tragen

Ja, es wird langsam wirklich bitterkalt. Und ja, an einem Samstagabend nochmal loszugehen, ist erst dann wirklich verlockend, wenn man dick eingepackt ist. Nein, du solltest deine Helly Hansen-Jacke und die Moonboots nicht aus dem Schrank holen. Wenn du als Frau in dem Outfit auf der Reeperbahn unterwegs bist, kannst du einige unangenehme Begegnungen und Missverständnisse erleben - zumindest, wenn du einfach nur zum Feiern da bist.

3. Sich als Mann von der netten Frau in Daunenjacke und Moonboots anquatschen lassen

Die Frau ist ja ganz hübsch und dann quatscht die mich auch noch an? Okay, als erfahrener Hamburg-Besucher wirst du wissen, dass es sich hierbei nicht um eine zufällige Begegnung mit vielversprechendem Flirt, sondern vielmehr um eine Geschäftsanbahnung im horizontalen Gewerbe handelt. Aber for god’s sake, lass dich bitte nicht anlabern und denke “Da mach ich mir jetzt einen Spaß draus”. Die Damen und ihre Chefs finden das nämlich absolut nicht lustig.

4. Versuchen, mit Laptop in einem Eimsbütteler Café zu arbeiten

So romantisch die Vorstellung auch sein mag: Lass es bleiben. Die Eimsbütteler Cafés sind am Wochenende überlaufener als ein Waffenflohmarkt in Afghanistan am Tag vor der amerikanischen Invasion. Zwischen deinen Beinen rennen Hunde und Kinder rum, dein Kaffee kommt nach ner halben Stunde an den Platz und der WLAN-Router ist schon morgens um 10 Uhr durchgeschmort. Arbeitsatmosphäre sieht anders aus.

5. Das ungewöhnlich günstige Fischbrötchen essen

Wenn das Feiervergnügen ein wenig länger gedauert hat und trotzdem nicht ohne abschließenden Besuch des Fischmarkts enden soll, gibt es die Chance auf viele vergünstigte Lebensmittel, Blumen oder andere Späße. Ist auch alles super und ein Netz Zitronen zum Preis von fast gar nichts ist auch eine tolle Sache. Aber verkneife dir bitte den Impuls, den einsetzenden Kater mit einem Fischbrötchen zu bekämpfen, das unfassbar günstig ist und irgendwie so komisch riecht.

6. Am Hauptbahnhof umsteigen

Der Hamburger Hauptbahnhof liegt praktisch, ist unter der Woche ganz überschaubar und bietet gute Verbindungen in den Rest der Stadt. Somit kann er schon mal mehr als das Berliner Pendant. Er hat nur einen Nachteil: er ist zu klein. Um an einem Samstagmittag oder Samstagmorgen von einer Seite zur anderen zu kommen, musst du schon Rugby-Skills mitbringen - ansonsten bekommt das Lebensmotto “Kleine Schritte gehen” eine ganz neue Bedeutung in deinem Wortschatz.

7. Mal schnell mit einem Technikproblem den Apple Store betreten

Tu es nicht. Lass es bleiben - es sei denn, du willst den ultimativen Nervenzusammenbruch erleiden. Die Explosionsgefahr deiner Birne entwickelt sich in drei Stufen:
Stufe 1: Du steigst am Jungfernstieg aus - bis du es an die Oberfläche geschafft hast, kleben auf deinem Mantel fünf Kilo Essen, eine schwäbische Großfamilie und zwei durchgeschwitzte Unterhemden.

Stufe 2: Du erreichst den Apple Store, gehst rein und kannst dich nicht mehr bewegen - der Laden ist voll. Immer. Garantiert.

Stufe 3: Keiner der blau gekleideten Mitarbeiter kann dir auch nur mit irgendwas helfen. Aus lauter Frust kaufst du dir einfach gleich ein neues iPad, das große natürlich und einer Versicherung, von der deine Enkel noch was haben werden.

8. “Zum Entspannen” in die Bartholomäustherme fahren

Die Wochenendeinkäufe hast du erledigt und die Putzrunde macht dieses Wochenende der Mitbewohner. Alles klar, jetzt erstmal gemütlich in die Therme! Als du ankommst, wirst du zunächst von der langen Schlange abgeschreckt, aber wird sich ja ganz gut verteilen, drinnen. Falsch gedacht. Hier reiben sich Körper an Körper, das Dampfbad riecht plötzlich so nach Mensch und spätestens, wenn du im großen Becken aus Versehen Arsch an Arsch mit Susi schwimmst, wird dir klar, dass du das nie wieder machst. Nie wieder. Profitipp: Oropax mitnehmen - dort herrscht nämlich Bahnhofsvorhallenlautstärke.

9. Auf eine Wohnungsbesichtigung gehen

“St. Pauli, ruhige Nebenstraße, 2 Zimmer, Parkett, 600 Euro” - diese Wohnungsanzeige schreit quasi deinen Namen. Die Schlange, die schon 20 Minuten vor dem Termin an allen Nachbarhäusern vorbeigeht, vermag deinen Mut immer noch nicht zu trüben. Als du dich jedoch in die Wohnung gekämpft hast, zusammen mit hunderten Menschen, die ganz sicher netto das Doppelte deines Bruttoeinkommens verdienen, arrangierst du dich plötzlich mit der Idee, nach Norderstedt zu ziehen. Auf der U-Bahn-Fahrt nach Hause weinst du leise.

10. Bei der Haspa am Schulterblatt Geld abheben

Ihr trefft euch schon in 25 Minuten beim Obststand der S-Bahn Sternschanze, aber du kommst gerade erst aus der Dusche und müsstest noch schnell Geld abheben. Kein Problem, die Haspa am Schulterblatt hat ja ein paar Automaten. Herzlichen Glückwunsch, du teilst diesen Gedanken mit aktuell 7.363 Menschen, die sich auch gerade in der Schanze befinden. Guten Mutes stellst du dich an, müsste ja schnell vorangehen. 10 Minuten später - deine Freunde bringen dir Bier vorbei. 30 Minuten später - du hast dich mit den Mädels hinter dir angefreundet und weißt, wessen Exfreund wen wo betrogen hat. 3 Stunden später - Geld, Getränke und Abende mit Freunden sind dir mittlerweile egal und du verkriechst dich wieder ins Bett.

11. Ein romantisches Date im Goldfischglas haben

Der sweete Typ von Tinder (einer von den drei Stefans) hat endlich geantwortet - und war dabei auch noch so unfassbar charmant. Ihr seid füreinander bestimmt, ganz klar. Das musst du ihm jetzt am besten bei einem romantischen Abend in trauter Zweisamkeit beweisen und du hast mal gehört, dass das Goldfischglas uuunfassbar angesagt sein soll. Die gute Seite zuerst: Körperkontakt wird hier zur Leichtigkeit. Die schlechte Seite: Der Körperkontakt spielt sich eher zwischen Stefan und den fünf anderen Girls an der Bar ab, als mit dir. Fütter lieber ein paar Goldfische und finde dich damit ab, das das die schlechteste Idee seit der Sache mit den alten Fischbrötchen war.

12. Durch die Schanze flanieren

Die Schanze am Wochenende ist ein Rummelplatz, vor dem es, einmal angekommen, kein Entrinnen mehr gibt. Jeder Shop, jedes Café, jeder verdammte Dönerladen ist so vollgestopft mit Kleinstadt-Hipstern und Schanzenmuttis, dass dir der fünf Euro Filterkaffee wieder hoch kommt.

13. Im Karoviertel shoppen gehen

Also fluchend rüber in’s Karoviertel, denn du weißt, dass es dort eher weniger Touris zum Anfassen gibt. Falsch gedacht, denn das weiß die ganze große Hansestadt Hamburg auch. Wenigstens musst du dir dort keine Sätze wie “René, gugg emmol, die henn do diese Fällräfen-Rucksäckle von dene d’ Tanja imma am schwärme isch” anhören.

14. Einen Sonntagsspaziergang um die Alster machen

Sonntagnachmittag, die Mitbewohner sind aus ihren Zimmern in die Küche gekrochen, die Pizzareste von gestern Abend schmecken auch kalt ganz okay. Jetzt aber husch, raus in die Sonne, der Weg um die Außenalster ist doch ganz idyllisch! Diesen originellen Gedanken hatte zum Glück niemand anders in Hamburg - mit Verstand. Denn nun teilt ihr euch den Weg mit überambitionierten und genervten Joggern, unfassbar langsamen Kindern auf Laufrädern, kläffenden Hunden und allem anderen, was sich aufgemacht hat, einen “gemütlichen Sonntagsspaziergang” mit einem Kaffee to go vom Elbgold am Mühlenkamp zu machen “um mal wieder ganz ausführlich zu quatschen”. Danach brauchst du einen dunklen, leeren, ruhigen Raum, um wieder runterzukommen. Öffne doch mal wieder die Meditationsapp auf deinem Handy.

15. In der Kleinen Konditorei Kuchen holen

“Mohn-, Apfel- oder Kirschkuchen? Und noch zwei Franzbrötchen dazu?” - wieviele Menschen am Sonntag von ihrer besseren Hälfte zum Kuchen holen in die Kleine Konditorei geschickt werden, geht auf keine Kuhhaut. Klar müssen die Eimsbütteler Pärchen auch irgendwie ihren Zuckerschock bekommen und in der Kleinen Konditorei geht das auf jeden Fall sehr viel schmackhafter als bei McCafé. Das erkennen wir an. Aber wir empfehlen einen anderen Zeitpunkt.

16. Dinge mit dem Auto erledigen

“Boar,draußen ist so ein Schietwetter, lass mal das Auto nehmen!” Auf diese Frage muss deine Antwort ein laut und energisch ausgerufenes “NO NO NO NEVER EVER NO NO NO” sein. Denn wenn du auch nur auf die Idee kommst, dein Auto wieder irgendwo ABSTELLEN zu wollen, bist du erledigt.

17. Wertsachen auf den Kiez mitnehmen

Du ziehst mit deinen Leuten am Freitagabend los, um irgendwo am Kiez mordsmäßig einen zu trinken? Geil! Aber lass alles, was dir auch nur irgendwas bedeutet, auf deinem Nachttisch liegen. Es reicht, wenn dir am nächsten Morgen die Erinnerungen fehlen.

18. Auf dem Weg zwischen Hafen und Kiez Abkürzungen nehmen

Und wenn du schon irgendwo zwischen Hafen und Kiez auf die Kacke haust, bleib dort, wo Lampen, Lichter und Leute sind. Eine Abkürzung kann schnell auch die unfreiwillige Kürzung deines Party-Budgets bedeuten. Glaubst du nicht? Dann lies das hier.

19. Bei gutem Wetter mit der Fähre an den Elbstrand fahren

Die erste Hürde besteht darin, vom S-Bahn-Gleis zu den Landungsbrücken zu gelangen. Darauf folgt der verzweifelte Versuch, unten nicht von den Massen ins Hafenbecken geschubst zu werden (oder - was noch schlimmer wäre - dein Handy!). Denkst du dann, du könntest dir den Gang zum Fahrkartenautomaten sparen, wirst du garantiert kontrolliert - falls du es auf die Fähre schaffst. Zwischen Helga und Helmut stehst du an Deck, atmest 10 Minuten lang das Kölnisch Wasser ein, musst 17 Erinnerungsbilder schießen und dir immer wieder anhören, wie windig es ist. In Övelgönne angekommen, geht das Spektakel weiter, nur eben an Land.

20. Ohne Windbreaker in der HafenCity spazierengehen

“I would catch a grenade for ya, but I’ll never walk through HafenCity without a goddamn Windbreaker” - so sollte der Überhit von Bruno Koksnase Mars heißen. Denn in irgendeiner geistigen Umnachtung, haben die Planer der HafenCity es geschafft, eine überdimensionalen Windkanal zu bauen. Okay, man kann auch einen windstillen Moment erwischen, aber wir sind in Hamburg. Hier weht es IMMER.

21. Nachts den teuren Wagen vor der Flora parken

Okay, erstmal - warum hast du als Stadtbewohner ein Auto. Dann - wie zum Teufel hast du einen Parkplatz in der Schanze gefunden? Und warum hast du den Wagen dann auch noch über Nacht dort stehen lassen? Die Chance, dass Nachts aus Versehen eine Bierflasche auf deiner Windschutzscheibe ihr jähes Ende findet, ist sehr groß. Also bitte, lass es. 

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