Hamburg bekommt Busse, die durch die Elbe fahren können

Wer kennt (und hasst) sie nicht, die roten Doppeldeckerbusse, auf denen das Warnschild „Stadtrundfahrt“ prangt. Drinnen sitzen meist gelangweilt dreinschauende Touristen, die in den roten Kisten die Wartezeit bis zum Musicalbesuch am Abend totschlagen, dahinter stauen sich Autos mit genervten Einheimischen, die lieber gelangweilt im Bus sitzen würden, statt unbedingt ganz schnell irgendwo hin zu müssen.

Aber das wird sich in Kürze ändern, denn das bisher maximal mittelspannende Erlebnis "Busrundfahrt" in Hamburg auf ein ganz neues Coolness-Level gehoben wird. Ab Mitte April startet der Hafencity RiverBus, und der kurvt nicht nur über Asphalt, sondern kann in bester James Bond-Manier auch noch schwimmen. Nur Schleudersitz und Bordkanone fehlen leider...

Vom Brooktorkai aus fährt der Bus raus nach Rothenburgsort, wo er sich schnurstracks in die Elbe einschifft. Ja, einschifft, wie ein Boot, denn die Busse haben nicht nur einen Auspuff, sondern auch Schrauben.

Hafencity Karte
So könnte die Route des RiverBus aussehen

Am Dienstag hat das Unternehmen „Hafencity RiverBus“ seine Zulassung von der Hamburg Port Authority erhalten. Nun fehlt nur noch die Betriebsunternehmererlaubnis, weshalb der Wasserbus schon einige Testfahren durch die Elbe unternommen hat. Danach sollte den Betreibern Jan Peter Mahlstedt und Fred Franken nichts mehr im Weg stehen.

In einem Amphibienfahrzeug durch Stadt und Fluss fahren kann man bereits in Budapest, Dublin und Rotterdam. In Deutschland ist der HafenCity RiverBus der erste seiner Art. Bei der Entwicklung haben sich die Betreiber an der Rotterdamer Version orientiert. Sie heißt  „Splash Tours“ und macht etwa 1.000 Stadtrundfahrten im Jahr, die nach Informationen des Unternehmens allesamt ausgebucht sind.

Das sollten sie auch, denn so ein Amphibienbus kostet immerhin knapp eine Million Euro, wie das Hamburger Abendblatt berichtet. Der Prototyp kann pro Fahrt 36 Passagiere und drei Crew-Mitglieder transportieren und macht im sieben Knoten, was umgerechnet ca. 14 km/h entspricht. 


Foto: Sandro Wagner via Twitter

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