Montag, 19.01. Kinostart „Buy Buy St. Pauli“ - Abaton

Das Team um Irene Bude, Olaf Sobczak und Steffen Jörg feiert heute Abend den Deutschlandstart ihres Dokumentarfilms „Buy Buy St. Pauli“ im Abaton. Wir haben uns mit Irene Bude und Steffen Jörg getroffen, um über den Film, die Esso Häuser, St. Pauli und die Welt zu schnacken. Obendrauf könnt ihr bei uns 1x2 Freikarten für die Premiere im Abaton gewinnen!

BuyBuyStPauli-StPauli-Gentrifizierung-EssoHäuser-Reeperbahn

„Buy Buy St Pauli“ dokumentiert und archiviert sämtliche Geschehnisse rund um die Esso Häuser auf St. Pauli. Er rollt den Konflikt vollständig auf, zeigt die kritischen Momente und Hindernisse während dieses beschwerlichen Weges und gibt einen Blick hinter die maroden Fassaden am Spielbudenplatz. Unbedingt sehenswert sagen wir! Nicht nur für Menschen aus Hamburg, denn neben etwas Kiez-Nostalgie durchleuchtet „Buy Buy St. Pauli“ die schwierige Interessenlage zwischen Investoren, Anwohnern und Politik bei Stadtplanung und -entwicklung. Eine Problematik, die sich derzeit vielerorts zuspitzt, ob in Hamburg, Deutschland oder auch darüber hinaus. Aus der Sicht der Anwohner dokumentiert zeigt „Buy Buy St. Pauli“ dabei vor allem eins: Einmischen lohnt sich!

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Im Gespräch berichten Irene und Steffen, über die Idee zum Film und die Arbeit hinter der Kamera.

Was bedeuten die Esso Häuser für euch?

Steffen Jörg: Für mich bedeuten die Esso Häuser die letzten fünf Jahre meiner Lohnarbeit. Ich bin ja Sozialarbeiter bei der GWA St. Pauli. Aber da ist da auch ein fließender Übergang zu meinem Engagement in der Initiative. Viel Herzblut, viele neue Leute kennenlernen, viel Enttäuschung, viel Wut, aber auch viel Hoffnung.

Irene Bude: Ich arbeite als Sozialpädagogin und habe auch Leute da drin betreut. Mit der Zeit sieht man diese Häuser dann auch mit einem andern Blick. Als die Esso Häuser abgerissen wurden, also mein Herz hat geblutet.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, eine Doku zu machen?

Irene Bude: Das hatte eine Vorgeschichte. Wir haben in der gleichen Konstellation ja bereits 2009 die Doku „Empire St. Pauli“ gedreht. Es war für uns eine sehr gute Erfahrung zu sehen, wie man sich auf diese Weise in stadtpolitische Auseinandersetzungen einmischen kann. Diesmal haben wir es dann an einem konkreten Beispiel wiederholt.

Steffen Jörg: Außerdem war es uns wichtig, die Situation einmal im Gesamten festzuhalten, zu rekonstruieren und auch zu archivieren. Das halte ich für sehr wichtig. Bei den bisherigen Screenings konnte ich auch immer wieder sehen, dass dieses Medium super geeignet ist, um die komplexe Situation nachvollziehbar darzustellen.

Hattet ihr mit dem enormen Rückhalt für den Erhalt der Häuser in der Gesellschaft gerechnet?

Steffen Jörg: Nein, eigentlich nicht. Ich dachte nicht, dass der Konflikt die Tragweite und Bedeutung bekommt, die er heute angenommen hat. Auch die Vielzahl von Leuten, die in diesem Konflikt aktiv geworden ist, hat mich total überrascht. Ich hatte anfangs die Bedenken, dass es schwierig wird, Leute für dieses Thema zu aktivieren, aber das hat am Ende super funktioniert.

Irene Bude: Ich glaube aber, wir waren über die Unterstützung und den Widerstand auf St. Pauli weniger überrascht, als der Investor aus München.

Was mit den Esso-Häusern passiert ist kein Einzelfall. Kann es aber ein Präzedenzfall sein?

Irene Bude: Es ist bereits ein Präzedenzfall. Die Esso Häuser sind ein Symbol für die Konflikte um Gentrifizierung und den Widerstand dagegen. Nicht nur hier in Hamburg.

Steffen Jörg: Insbesondere vorletztes Jahr um die Flora Demo im Dezember wurde ja bereits ausführlich darüber berichtet. Und die Esso Häuser liefern ja auch in vielfacher Hinsicht einen sehr exemplarischen Fall für die Herausforderungen in der Stadtentwicklung. Wir haben dazu den Vorteil, dass wir mit St. Pauli einen weltbekannten Stadtteil haben.

Was kann man dann für ähnliche Situationen in der Zukunft lernen?

Steffen Jörg: Ich würde mir wünschen, dass die Leute daraus lernen: Einmischen lohnt sich! Außerdem hoffe ich, dass stadtpolitische Entscheidungen in Zukunft auch stärker unter Bürgerbeteiligung durchgeführt werden. Ich glaube, dass dieser Konflikt es außerdem geschafft hat, die meist rein ökonomische Logik hinter diesen Prozessen etwas infrage zu stellen.

Für die Premiere von „Buy Buy St. Pauli“ im Abaton verlosen wir 1x2 Freikarten. Zur Teilnahme schreibt uns eine Mail mit dem Betreff „Buy Buy St Pauli“ an [email protected] - Yeah!

Buy Buy St Pauli | Abaton Kino | Allende Platz 3 Grindelhof, 20146 Hamburg | Beginn: 20:00 Uhr | Eintritt: €8

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