Zu Tisch: Marend

Die Küche: Tiroler Küche in Hamburg.

Preis: Preise sind sehr fair.

Atmosphäre und Publikum: Ach, was schön da.

Standort: Feldstraße 29 (St.Pauli)

Öffnungszeiten: Montags bis Freitags 11:00 – 22:00 Uhr, Samstag ab 18:00 Uhr

Reservierung: Reservieren wäre von Vorteil.

Geht es auch ohne Tiere: Veggis, das ist euer Laden, es gibt nur ein einziges Gericht mit Fleisch.


Und so war's:

Wo hast du gegessen? Und wieso dort? 

Bald ist Weihnachten. Merkt man zwar nicht bei 20 Grad Außentemperatur, aber bald ist Weihnachten. Für mich bedeutet das nichts weiter als Geschenke kaufen und ein paar Tage nach Dortmund zu der Familie zu düsen. Das, was sich aber eigentlich ändert, ist der Wein im Glas (von weiß auf rot) und die Carbs auf dem Teller. Juckt ja eh keinen bei den weiten Schlabberpullis im Winter. Und um diese Zeit einzuleiten, habe ich mir das Marend angeschaut – mir wurde gesagt, dass das mit dem Wein und besonders das mit den Carbs da sehr gut umzusetzen ist. Was soll ich sagen: Ich taumle immer noch vor Glück. Ohne Spaß... Das ist ein ganz, ganz toller Laden. Lest selbst!

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Was kam auf den Teller und ins Glas?

Das Marend wird von Lisa und ihrem Mann betrieben. Lisa lernte ich an dem besagten Abend kennen und ließ mich von der Wirtin bezüglich meiner Speisen-Auswahl persönlich beraten.

Lisa kommt ursprünglich aus Tirol und ist vor 10 Jahren ins schöne Hamburg umgesiedelt. Bevor sie im April 2014 das Marend eröffnete, konnten ihre Spinatknödel bei den Wohngeschwistern verdrückt werden. Ups, verraten –  die Spinatknödel sind die Leibspeise und das Aushängeschild des Marend. Knödel werden hier ganz groß geschrieben und kommen in verschiedenen Varianten auf den Teller, egal ob herzhaft oder süß.  Sonst ist die Karte überschaubar. Finde ich sehr sympathisch, denn das was drauf steht, können sie im Marend richtig, richtig gut. Tiroler Schlutzkrapfen und Gulasch kann man als Alternative zu den Knödeln wählen. Sonst gibt es noch eine Speck- bzw. Käseplatte mit guter Butter und ein paar Essiggürkchen. Eine schöne Brotzeit, die wir als Vorspeise bekamen.

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Mal so vorweg: das Marend heißt nicht einfach nur so „Marend“. Natürlich soll uns das etwas sagen: nämlich Snacken, so die deutsche Übersetzung des Lokals - und das haben wir ordentlich. Nach der Brotzeit ist der Hunger eigentlich schon längst gestillt, doch dann kam unsere eigentliche Hauptspeise um die Ecke gebogen.

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OMG – Lisa wollte, das wir alles probieren und deswegen kam wirkliche jede Sorte Knödel, Schlutzkrapfen und Gulasch auf dem Tisch. Ich war im Himmel und mir war klar: "Nächste Woche muss der Kohlenhydratspeicher wieder runter fahren." Rote-Beete-Knödel mit Ziegenkäsekern, Käseknödel mit... ähm Käse, Spinatknödel, Salat und rote Beete, dazu ein supergutes Dressing und auf allem war ganz schön viel braune Butter. Essen zum Glücklich machen. Der Zweigelt im Glas hat das Ganze abgerundet. Wir kämpften und siegten. Was keiner für Möglich gehalten hat: Wir aßen fast auf und klebten angepappt am Stuhl fest. Doch ich hatte vergessen, dass es noch eine dritte Runde geben sollte und musste mich mit Lea, der Fotografin,  geschlagen geben. Der Kaiserschmarn und die Marillenknödel gingen nicht mehr runter, probieren war aber drin. Geholfen haben uns die ein, zwei, drei Schnäpschen, die uns vom Haus auf den Tisch gestellt worden sind. Fazit der Nachspeise: Sehr gut! Wer „zu Tisch“ kennt und liest, weiß, ich würde mich, wenn ich die Wahl zwischen Käse und Schokolade habe, immer eher für Käse entscheiden. Hier aber ist das echt schwer – genug Hunger mitbringen und alles Essen!

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Satt aber pleite?

Dass ich satt bin, muss ich nicht nochmal wiederholen. Und das für einen guten Preis. Alle Gerichte bekommt man unter 10,00 Euro. Die Weine liegen zwischen 4,00 bis 7,00 Euro. Preis-Leistung stimmt hier nicht ganz, finde ich. Meiner Meinung nach könnte das Marend ruhig ein wenig mehr verlangen, aber psst: Sagt das bloß nicht weiter!

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Atmosphärisch: Heiß oder Scheiß?

Das Ladenlokal ist klein und sehr gemütlich eingerichtet. Die Möbel sind aus hellem Holz und ohne viel Gedöns. Alles schreit ein wenig nach Skihütte. Grauer Filz und spartanische Deko runden die ganze Kiste ab. In der Mitte steht ein langer Tisch, der für große Runden gemacht ist. Wenn man Bock hat im Schneidersitz zu essen, kann man sich ins „Schaufenster“ setzen und im Hocken auf kleinen Holzerhöhungen speisen. Einfach und urig. Das Publikum ist gemischt, nett, unaufgeregt.

Ort für das erste Date oder reicht die Stimmung nur für den alljährlichen Elternbesuch?

Atmosphärisch: Ja! Geschmacklich: Ja! Wenn ihr auch vollgefuttert und halbangetrunken eine gute Figur macht: Ja! Elternbesuch, ebenfalls: Ja!

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Wie ist der Service?

Der Service ist sehr herzlich, wir wurden schon an der Tür empfangen. Uns wurde der Tisch gezeigt, Maurizio stellte sich sofort vor, es wurde gesprochen, beraten und verwöhnt. Alles verlief reibungslos und ich merkte sofort, dass jeder hier aus Liebe zum Marend arbeitet – das, was ein wirklich gutes Lokal ausmacht.

Was nimmst du von diesem Abend mit?

An kalten Wintertagen - oder auch an warmen - wird das Marend mein neuer Lieblingsplatz. Da das mit den Männern nicht so gut funktioniert, werde ich jetzt eine Beziehung mit Knödeln und Rotwein eingehen. Und wenn mich trotzdem einer von euch kennenlernen will, ihr findet mich in der Feldstraße 29.

Gibt es noch etwas hinzuzufügen?

Nö, ich glaube, es wurde alles gesagt.

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