Auf ein Astra mit... Fettes Brot

Ich war ganz schön aufgeregt bevor ich Fettes Brot zum Interview getroffen habe. Ich kann ehrlich nicht sagen, wie viele Stunden meines Teenager-Lebens ich mit ihren Songs verbracht habe und ja, du könntest mich um 4:00 Uhr morgens wecken und sagen "Schnell! Wie geht nochmal "Jein"???" und ich könnte dir das Ding von Vorne bis Hinten runter rattern. Ich habe Björn Beton, König Boris und Doktor Renz vor ihrem großen Tourabschluss in der BarclayCard Arena getroffen und mit ihnen ein Bierchen getrunken.

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Oh, Leute... Ich hab gestern gefeiert und bin ziemlich verkatert. Was macht man am Besten gegen Kater?

Björn: Man kann nichts machen. Ich wünschte, ich hätte da auch einen tollen Tipp oder so...

Boris: Magnesium-Pulver. Das hilft ein bisschen gegen die gröbsten Fehler.

Dr. Renz: Ich befürchte, wenn man erstmal einen Kater hat, dann kann man nicht viel wirklich sinnvolles dagegen machen, aber man kann ja vorm Schlafen viel Wasser trinken. Das hilft auf jeden Fall!

Boris: Was war das Getränk des Abends?

Whiskey mit Ginger-Ale.

Boris: Um Gottes Willen!

So lange wir das Gefühl haben, das macht noch Bock, bleiben wir auch dabei.

König Boris

Teenager vom Mars ist eure achte Platte. Habt ihr irgendwann mal zwischendurch gedacht "Boah, vielleicht reicht's jetzt auch!"?

Boris: Bei dieser Platte haben wir das ja gar nicht gedacht! Wir wollten ja regelrecht hektisch mit neuen Songs raus - die letzte Platte war ja nur zwei Jahre her. Bisher haben wir noch Spaß an der ganzen Geschichte. Ich glaube, das ist eher so der Punkt. Nicht wie alt wir sind oder wie lang wir das schon machen, sondern so lange wir das Gefühl haben, das macht noch Bock, bleiben wir auch dabei.

Gab es denn Mal den Punkt, wo ihr gedacht habt: "Wir brauchen Mal eine Pause?"

Boris: Haben wir mal gemacht. Von 2010 bis 2012 haben wir gar nichts gemacht. Zwei Jahre Pause.

Sonst seid ihr immer dran?

Dr. Renz: Nein, aber es gibt ja so einen gewissen Veröffentlichungs-Turnus. Man denkt sich neue Songs aus, bastelt ungefähr ein Jahr lang im Studio rum, dann rückt irgendwann der selbst einberufene Abgabe-Termin näher, dann verschiebt man den ein bisschen, dann sagt man: "Okay, jetzt kommt die Platte raus", dann geht man auf große Promotion-Tour, dann geht man ziemlich lang auf Tour, dann kommen die Festivals, dann kommen die nächsten Ideen hoch und man fragt sich: "Machen wir gleich wieder ne Platte und fahren nach Dänemark, ziehen in so einen Bunker am Strand ein und gehen in uns oder machen wir direkt weiter?" - dieses Mal haben wir halt direkt weitergemacht.

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Wart ihr experimentierfreudig bei der neuen Platte?

Dr. Renz: Das sind wir eigentlich immer! Das Erstaunliche ist ja, das uns immer wieder noch was Neues einfällt!

Björn: Also ich wollte genau das Gegenteil sagen. Wir waren immer schon experimentierfreudig und haben dieses Mal gar nichts anders gemacht, sondern waren so experimentierfreudig wie eh und je. Aber es gibt meiner Meinung nach jetzt nichts, was wir bei dieser Produktion GANZ anders gemacht haben als vorher.

Boris: Ist auch schwer zu beurteilen, wenn man noch so mittendrin steckt. In zwei, drei Jahren kann man zurückblicken und sagen: "Das war die und die Zeit für uns." Aber jetzt kann man das noch nicht beurteilen.

Es ist natürlich auch ein schönes Gefühl, das hier als Höhepunkt zu begreifen und dass wir danach einfach ins Taxi steigen können und nach Hause fahren können.

Björn Beton

Wie bereitet man sich auf so ein riesiges Konzert wie heute vor? Wie viele Menschen passen hier rein?

Dr. Renz: 12.000. Und man bereitet sich am Besten damit vor, dass man vorher 22 andere Konzerte spielt. Es ist ja nicht ganz unabsichtlich so, dass wir das Konzert in Hamburg ganz am Schluss machen. Nicht weil die anderen Konzerte irgendwie schlechter wären, sondern weil wir in Hamburg sehr routiniert sind und dann ist das nicht so schlimm, wenn Mama und Papa kommen.

Björn: Dann halten wir das nervlich aus, dass wir Gastgeber für Familie und Freunde sind und gleichzeitig aber hier heute eine geile Show abliefern.

Dr. Renz: Als wir noch jung und unerfahren waren, haben wir mal eine Tour in Hamburg begonnen. Dann sind wir von da aus losgefahren. Das war total komisch. Man feiert irgendwie mit allen Freunden, ist tierisch aufgeregt und macht alles zum ersten Mal und dann geht man auf Deutschland-Reise.

Björn: Es ist natürlich auch ein schönes Gefühl, das hier als Höhepunkt zu begreifen und dass wir danach einfach ins Taxi steigen können und nach Hause fahren können.

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Wo geht ihr in Hamburg am liebsten hin? Habt ihr sowas, wie eine Lieblingskneipe?

Boris: Nachthafen viel...

Dr. Renz: Ich habe in letzter Zeit viele Bands im Mojo gesehen. 

Björn: Ich gehe gerne ins Kino in Uetersen. Ich habe mir überlegt, welchen Laden ich denn gerne Mal so ein bisschen promoten möchte, weil ich den Laden mag und da fiel mir als erstes das Kino in Uetersen ein.

Das machen wir jetzt ganz groß! Was macht ihr an Silvester?

Björn: Ich bin dieses Jahr das zweite Mal in meinem Leben nicht Zuhause. Ich fahre dieses Jahr nach Dänemark.

Boris: Ich habe mich damit noch nicht auseinander gesetzt, ehrlich gesagt.

Ich glaube, es gibt zwei Arten von Menschen: Die, die Silvester schon im Oktober planen und die, die das zwei Tage vorher entscheiden. 

Boris: Da bin ich eher Letzteres. Aber ich bin auch der, der dann auch gern Mal eine Party schmeißt.

Dr. Renz: Ich habe die letzten Jahre immer mit meiner Familie gefeiert und ich könnte mir vorstellen, dass wir das dieses Jahr auch wieder so machen. 

Authentizität wird meiner Meinung nach heutzutage sehr doll überschätzt. Genauso wie Ehrlichkeit.

König Boris

Wer sind eigentlich die Teenager vom Mars. Ihr könnt das ja nicht sein. Ich habe das Mal nachgerechnet: Auf dem Mars ist ein Jahr etwas mehr als doppelt so lang, wie auf der Erde. Aber dann wäret ihr ja auch schon knapp über 20.

Björn: So viel Mühe, muss ich sagen, hat sich bisher aber noch niemand gemacht. Wir haben einfach immer behauptet: Auf dem Mars, da gehen die Uhren halt ein bisschen anders, aber dass du dich damit so weit auseinander gesetzt hast, das bewundere ich jetzt!

Das war wirklich einfach. Hab das grad in der Bahn gegooglet.

Björn: Ich sag mal so: Wir sind aufgeflogen!

Boris: Das verhält sich ja mit einigen unseren Ansagen so, dass da auch manchmal mit dreisten Lügen gearbeitet wird!

NEIN! Wirklich?!

Boris: Ich weiß, du bist jetzt menschlich enttäuscht, aber… Authentizität wird meiner Meinung nach heutzutage sehr doll überschätzt. Genauso wie Ehrlichkeit. 

Authentizität und Ehrlichkeit wird bei Fettes Brot…

Boris: …klein geschrieben!

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Kommen wir nun zum ernsten Teil des Interviews: Würdet ihr lieber nasse Socken oder nasse Unterhosen anziehen?

Dr. Renz: Nasse Socken.

Boris: Auf Tour hat man das manchmal, dass man keine frische Socken oder Unterhosen nach dem Duschen dabei hat. Dann trägt man am Besten nichts. 

Hättet ihr lieber krassen Mundgeruch oder würdet ihr lieber die ganze Zeit furzen müssen?

Björn: Ich glaube, ich würde lieber furzen und dann aber immer ein Feuerzeug dabei haben und daraus eine Show machen. Wenn ich da schon unter Flatulenzen leide, dann wenigstens richtig.

Würdet ihr lieber von eurer Mutter beim Masturbieren erwischt werden oder umgekehrt?

Alle: In jedem Fall das Erste!

Björn: Das ist wirklich eine Frage, darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht! ZUM GLÜCK!

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Welches Lied würdet ihr singen, würden wir jetzt in einer Karaoke-Bar sitzen?

Dr. Renz: Lemon Tree.

Boris: Back for good.

Ich habe übrigens das letzte Mal in der Thai Oase „Jein“ gesungen!

Dr. Renz: Echt?

Boris: Und? Haste abgeliefert?

Klar!

Björn: Bon Jovi „Living on a prayer“ das können wir auch gut!

Dr. Renz: Ich habe Lemon Tree auch nur gesagt, weil das in der Thai Oase verboten ist. 

Mit wem würdet ihr gerne Mal zusammen sitzen und ein Bier trinken?

Boris: Ich habe letztens mit Herbert Grönemeyer Bier getrunken! Also ich hab Bier getrunken, er nicht. Das war sehr nett! Abgehakt auf der Liste!

Du hast also dein Ziel schon erreicht?

Dr. Renz: Sein Ziel ist Hillary Clinton!

Boris: Ja, aber zu sein!

Björn: Kate Winslet! Dreht selbstgedrehte Zigaretten und flucht wie ein Pferdekutscher, hab ich gehört! Und ich hab sie schonmal nackt gesehen im Film!

Ihr seid praktisch SO!

Björn: Wir sind füreinander geschaffen. In meiner Fantasie! Wir passen einfach gut zusammen. Kate und ich. 

Dr. Renz: Ich würde gerne DeLaSoul richtig kennenlernen. Mit denen Mal richtig einen Abend verbringen - Kickern, Tischtennis - das wär’s! 

Dann danke euch!


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Bilder: © Maria Kotylevskaja

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