11 Tipps, wie du deinen WG-Auszug meisterst

© Andreas Baur

Wohngemeinschaften sind die wohl gängigste Art in einer Großstadt zu leben – Kein Wunder, die Mieten kann sich alleine eh keiner leisten. Bei deinem Einzug hast du dir fest vorgenommen, dich bloß nicht zu eng mit deinen Mitbewohnern anzufreunden – funktioniert leider nie. Doch keine WG-Konstellation ist für die Ewigkeit geschaffen, einer geht immer. Falls du derjenige bist, der die alte Bude mit den Homies gegen ein neues hippes Viertel eintauscht, haben wir elf Tipps für dich vorbereitet, wie du deinen Auszug mit Bravour meistern wirst.

© Giphy

1. "Ich bin dann nächste Woche hier raus" – Halt Stopp! Immer früh genug Bescheid sagen.

Wir wissen, du würdest es dir gern so einfach wie möglich machen – Kisten packen, zack, raus, so schnell wie möglich. Das funktioniert aber nicht und ist obendrein ziemlich unfair. Du solltest deinen Mitbewohnern sofort Bescheid geben, wenn du eine feste Zusage für deine neue Wohnung hast, dann habt ihr nämlich genug Zeit euch einen idealen Nachmieter zu suchen. Das verringert außerdem deine Gefahr Doppelmiete zahlen zu müssen und macht dich nicht zum schlechtesten Mitbewohner aller Zeiten, weil du dem Rest der WG einen ungewollten WG-Gesucht-Bewerber aufgedrückt hast, der so gar nicht zu ihnen passt.

© Giphy

2. "Da liegt noch dein schimmeliges Obst im Kühlschrank, vergiss das bitte nicht!"

Verschimmeltes Essen im Kühlschrank, Löcher in den Wänden, Staubmäuse auf dem Fußboden und nicht gelüftet – ja, ja die Liste der Fettnäpfchen ist lang. Bitte übergib dein Zimmer immer so, wie du es auch gern vorfinden würdest. Solltest du ein eher lockeres Verhältnis zu Sauberkeit und Ordnung haben, dann halt dich an die Vertragsregel "besenrein und frisch gestrichen". Das spart deinem Nachmieter eine dreckig, stinkige Begrüßung und deinen ehemaligen Mitbewohnern peinliche Rechtfertigungen.

© Giphy

3. Mit dem HVV umzuziehen ist nicht cool, sondern einfach nur unangenehm

"Ach komm, mein kleines WG-Zimmer passt schon in deine alte Möhre" – Nein, tut es nicht. Leute, kümmert euch früh genug um ein angemessenes Transportmittel. Fragt eure Eltern, spart Geld und mietet etwas entsprechendes oder treibt jemanden im Freundeskreis auf, aber verfallt niemals dem Irrglauben, dass eine Matratze in einen Kleinwagen passt. Entweder ist eure Matratze danach kaputt oder einer von euch erstickt auf der Fahrt in die neue Wohnung. Und nein, der HVV zählt nicht als angemessenes Transportmittel, außerdem: Willst du noch auf einer Matratze schlafen, die schon in einem HVV-Bus stand?

© Giphy

4. "Kannst du mir helfen? Gibt auch Bier und Pizza" – verkaufe deinen Umzug als das Wochenendevent

Es ist immer das, was du draus machst – also verkauf deinen Umzug gefälligst als DAS Wochenendereignis schlechthin. Es wird total lustig, der ganze Freundeskreis wird da sein, klar für Bier und Pizza ist gesorgt, geht auch ganz schnell und danach ziehen wir noch weiter – erste Runde geht auf mich. Klappt eh nie, ist trotzdem immer lustig und jeder macht mit. Wichtig ist nur, dass du genug Leute am Start hast, die bereit sind deine Möbel zu schleppen. Einen Umzug zu zweit oder nur mit deinen Eltern zu machen ist kaum zu schaffen (von den nervlichen Strapazen mal ganz zu schweigen) und dazu noch ziemlich uncool. Also: Helft euch gegenseitig Leute, jeder kommt mal in die Situation in der er 20 Kisten in den dritten Stock eines Altbaus schleppen muss – wofür habt ihr euch denn sonst?

© Giphy

5. Spar genug Geld

"Ach Quatsch, so teuer wird das nicht. Ich bestell mir einfach noch die Jacke auf Zalando, das geht schon." Nein, geht es nicht. Es ging noch nie und wird auch nie gehen. Halte vor deinem Umzug in die neue WG so lange es geht deine Finanzen zusammen. Wenn du für die Kaution nicht mehr zu sparen brauchst – Herzlichen Glückwunsch! Dann klopfen jetzt nur noch Wassernachzahlung, Stromnachzahlung, der nächste Ikea-Einkauf und die Verpflegung für deine fleißigen Helfer an die Tür und das wird nicht günstig, egal wie schön du es dir redest. Du solltest dir vorher genau aufschreiben, wie viel Geld du zur Verfügung hast und es geschickt in dein neues Zuhause und in deinen Umzug investieren – da kann man auch mal auf die neue Jacke verzichten.

© Giphy

6. Geh den Abend vorher weder trinken, noch feiern – das endet in einem Disaster

Freunde von mir haben es schon geschafft: Von der Disko in den Transporter und auf nach Berlin – 300 km Umzug. Ich kann mir bis heute nicht erklären, woher man diese Energie nimmt und werde es mir wahrscheinlich auch niemals erklären können. Deshalb raten wir euch: Seid vernünftig! Geht den Abend vor eurem Umzug weder auf ein Bierchen los, noch im neuen Club feiern. Ihr braucht am nächsten Tag all eure Energie und bereut jedes Bier spätestens beim zweiten vollbepackten Treppenaufstieg. Ihr könnt noch feiern bis ihr umfallt, wohnt ihr erstmal in eurem neuen hippen Viertel (beispielsweise wenn alle Kisten ausgepackt sind), aber nie, nie, nie, niemals vor dem Umzugstag.

© Giphy

7. "Ich würd dir so wirklich gern helfen, bin bloß nicht da" – Sei am Umzugstag nicht zuhause

Eine alte WG-Weisheit besagt: Sei weder beim Einzug noch beim Auszug zuhause, sonst zwingt deine gute Erziehung dich zu helfen. Viele von euch werden jetzt denken: Das geht ja gar nicht, natürlich fass ich da mit an. Habt ihr erstmal zwei, drei WG-Umzüge hinter euch gebracht und standet selbst alleine da, als ihr dringend Hilfe gebraucht hättet, denkt ihr darüber anders. Außerdem ist es ja so: Ziehst du nicht grad bei Freunden ein, sind deine Mitbewohner Halbfremde mit denen du dich in einem zwanzigminütigen Gespräch ganz gut verstanden hast, sie werden sich sowieso drücken (du hast kein Recht Ansprüche zu stellen) und wenn du ausziehst, dann ist das wie bei allen anderen Trennung auch. Die Stimmung ist angespannt, einer ist froh wenn der andere geht oder wird tiefverletzt zurückgelassen – auch keine Chance auf Hilfe und das ist ok. Nur folge dieser alten Weisheit, bevor man dich ausnutzt.

© Giphy

8. Verschieb bloß deine Kautions-Rückzahlung nicht, wenn du sie in diesem Leben noch wieder sehen willst

Was du als erstes einpackst, noch vor deinen liebsten Sneakern: Deine Kaution, die siehst du sonst nämlich nicht mehr wieder! Wie oft ist es schon vorgekommen, dass Ausziehende in einem Anflug von Vertrauen und Gleichgültigkeit ihre Kaution nicht rechtzeitig zurückgefordert haben und dann wochenlang hinterher gerannt sind, um sie dann nur teilweise zurück zu ergattern? Zu oft! Das Geschrei ist dann groß, es rollen Tränen, man kann nachts kaum noch schlafen und muss letzten Endes Mama und Papa anpumpen und das muss nun wirklich nicht sein.

© Giphy

9. "Ich kann dir nur einen Untermietvertrag anbieten" – Nein, Nein, Nein und nochmal Nein!

Ein Untermietvertrag bedeutet für dich nichts als Nachteile. Dein Hauptmieter kann dich zu jeder Zeit rauswerfen, zum Beispiel wenn er sich entscheidet nicht mehr in der Wohnung wohnen zu wollen. Dein Mitspracherecht? Welches Mitspracherecht? Hast du nicht. Auch die Mietzahlung vom Hauptmieter an den Wohnungseigentümer kannst du oftmals nicht nachvollziehen. Ziemlich viel Verantwortung für eine Person, meinst du nicht? Wir raten dir also: Versuch immer mit dem Eigentümer selbst einen Mietvertrag abzuschließen und kein Untermietverhältnis einzugehen, das endet selten zu deinen Gunsten.

© Giphy

10. "Ach ne, ich will doch nicht" – lass dir Zusagen rechtzeitig schriftlich geben

Das gilt für dein neues Mietverhältnis und für den Umgang mit deinen Nachmieter: Lass dir immer alles schriftlich geben oder zumindest in digitaler Form – das schützt dich vor Unzuverlässigkeit. Denn: Wer auf Zimmerjagd ist, der besucht nicht nur dich sondern mindestens noch 20 weitere Buden. Da ist eine Zusage schnell gemacht, aber auch genauso schnell wieder aufgehoben. Um nicht stehen gelassen zu werden und erneut auf die Mieterpirsch zu müssen, lässt du dir am besten alles schriftlich geben. Gleiches gilt für deine neue Wohnung: Du kündigst erst dann dein altes Zimmer, wenn du eine schriftliche Zusage deines neuen Vermieters hast. Ansonsten läufst du Gefahr durch einen Zufall doch nicht in die Wohnung zu können und mit gepackten Taschen auf der Straße zu stehen.

© Giphy

11. Versuch dich nicht mit deinem Mitbewohner in den letzten Wochen zu streiten, ihr wart doch mal Freunde

WG-Auszüge sind wie eine Trennung: Einer geht, einer bleibt – die Situation ist angespannt. (D)ein Auszug bringt Veränderung mit sich, auf die eigentlich keiner so richtig Bock hat, die aber manchmal einfach sein muss. Versucht euch nicht an euren letzten gemeinsamen Tagen zu streiten, das macht die Situation nämlicher nicht besser. Reißt euch zusammen, zeigt Verständnis und sagt euch immer wieder: "Bald ist es vorbei!"

Sags deinen Freunden: