Neapolitanische Pizza und selbstgebrautes Bier bei Überquell

© Franzi Simon

Die Riverkasematten gehören zu den wenigen erhaltenen, historischen Gebäude auf St. Pauli. Direkt am Hafenrand gelegen zwischen Fischmarkt und Landungsbrücken, mit Blick auf die Kräne und vorbeituckernden Schiffe – und haben einiges an Geschichte anzubieten. Als Luftschutzbunker haben sie gedient, in den 50ern zog ein Jazzclub ein, auf dessen Bühne sogar Louis Armstrong spielte und schließlich wurde es still. Niemand wollte die denkmalgeschützten Riverkasematten haben.

Jetzt haben sich Axel Ohm und Patrick Rüther, die Macher hinter dem Alten Mädchen, der Location angenommen. Draus geworden ist ein wunderbarer Ort zum Zusammenkommen bei selbstgebrautem Bier, Musik und frischer Pizza.

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Grobes Holz und Streetart

In monatelanger Arbeit haben sie aus den Riverkasematten eine hippe, aber nicht zu schicke Location gemacht. Im Innenraum laden bunte Stühle, grobe Holztische und freigelegtes Mauerwerk zum chilligen Zusammensitzen ein. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Millerntor Gallery ist überall an den Wänden Kunst zu finden – ob permanente Farbe, die sich bis über die Tische zieht, oder ausgestellte Bilder wie momentan von Bobbie Serrano. Der Community-Gedanke zieht sich durch das ganze Konzept des Ladens, so Axel: "Wir wollen, dass hier Hamburger zusammenkommen und sich austauschen. Wir lieben die Gegend und das Miteinander!"

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Neapolitanische Pizza mit Blick auf den Hafen

Mindestens genauso viel Platz wie im Inneren bietet die riesige Terrasse des Überquells. Hier kann auf Holzpaletten und an verwitterten Metalltischen entspannt werden – und natürlich gegessen! Via Selbstbedinung bestellt man am Fenster eine Pizza. Und zwar nicht irgendeine: in extra von Italienern gemauerten Pizzaöffen aus speziellem Stein werden fantastische neapolitanische Pizzen gebacken.

Der Clou an dieser Art des Pizzabackens ist, dass der Teig bis zu 48 Stunden lang gärt, bevor er belegt und bei einer sehr hohen Temperatur für kurze Zeit in den Ofen kommt. Dadurch ist die Pizza nicht nur besondern bekömmlich, die Zutaten bleiben auch wunderbar frisch und knackig.

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Eine Margherita wie aus dem Bilderbuch

Als Vergleichswert sollte man in einer Pizzeria immer eine Margherita bestellen – ist die gut, dann kann alles andere auch etwas. Und wieviel die Pizza Margherita im Überquell kann! Der Teig ist leicht und fluffig, mit wunderbaren Röstaromen versehen. Und die Tomatensoße schmeckt nach Toskana, nach Urlaub – nach handgepflückten, frischen Tomaten die eher süß als würzig sind. Dazu der Mozzarellakäse, der dank der kurzen Zeit im Ofen nicht zu einer zähen Pampe zerlaufen ist, sondern immer noch bissfest und stark im Geschmack ist. Und als Topping große Basilikumblätter, noch knackig und voller Würze. Wir geben 10 von 10 möglichen Luftballons!

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Rosarot und Grün, ist alles was ich will

Freudig erwarten wir die nächste Pizza mit dem blumigen Namen "Rosarot und Grün". Heißt übersetzt: Mortadella mit Pistazien einem Spritzer Limette. Und der erste Biss verrät, hier ist nichts blumig. Sondern saftig und sehr überraschend im Geschmack. Kein Vergleich mit einer einfachen Proscicutto-Pizza. Die hauchzarte Mortadella passt hervorragend zu den knackigen Pistazien-Kernen und die Limette gibt dem ganzen einen beinahe leicht asiatischen Touch. Überraschend – und gut!

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Vorhang auf für die Microbrauerei!

Doch geile Pizzen ist nicht alles was das Überquell zu bieten hat! Vom Gastro-Bereich aus geht es in den hinteren Bereich des großen Gebäudes: den "Brew Pub". Hier gibt es nicht nur feinstes Bier zu trinken, hier schlägt auch das Herz von Überquell – in Form von großen Tanks in denen das hauseigene Bier gebraut wird. Eine Microbrauerei in der Gastronomie selbst, ein Konzept das einen Seltenheitswert hat. Neben fünf verschiedenen Klassikern wird es auch immer saisonale Biere geben. Und was nicht über die eigene Theke wandert, das geht an befreundete Gastronomen. Auch wieder hier: Nachbarschaft ist alles!

Wo Bier fließt, da gehört auch Musik hin. Das sehen auch die beiden Betreiber so und haben – stilecht zwischen den Brautanks – einen Platz für eine Bühne auf denen regionale Künstler die Gelegenheit zum großen Auftritt haben. Auch wer keine Musik macht, sondern vielleicht Comedy oder Tanz, darf auf die Bühne des Brew Pubs.

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Auf die Nachbarschaft und auf St. Pauli!

Was aus den Riverkasematten geworden ist, das kann sich sehen lassen. Und das ist noch lange nicht alles: Axel und Patrick haben noch einiges vor mit dem Gebäude am Hafen. So soll ein Meetingraum entstehen, das Dach des Lagers mit einem Gemüse-Garten begrünt werden, dessen Erzeugnisse von der Nachbarsschule im Kochunterricht benutzt werden und auf saisonalen Pizzen landen. Außerdem werden die riesigen Tanks vor dem Gebäude von einem Streetart-Künstler verschönert. Ein toller Ort für St. Pauli, der dem etwas traurigem Gesicht des Hafenrandes einen ganzen Haufen mehr Farbe und Qualität bringt!

Unbedingt probieren: Die Pizza Margherita – ein Klassiker, der absolut nicht unterschätzt werden sollte.

Veggie & Vegan: Es gibt vegetarische und auch vegane Pizzen zu essen. Und hallelulja, Bier ist vegan!

Money: Die Pizzen starten bei 7,90 Euro, das hauseigene Bier gibt es für 3,30 Euro.

Beste Zeit: Zum entspannten Feierabend-Bier bei gutem Wetter – tolle Location!

 

ÜberQuell | St. Pauli Fischmarkt 28-32 | Montag - Sonntag: 12:00-23:00 Uhr | mehr Info

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